delilah
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Nachdem wir im März in Urlaub waren und es dort zu einem schrecklichen Streit kam, den er unter Alk. vom Zaun brach, fasste ich den Entschluss, mich von ihm zu trennen. Ich bekam zum Teil wirklich Angst vor seiner Unberechenbarkeit. Wir konnten keine 5 Minuten zusammen sein, ohne das es unangenehm wurde.
Und das, obwohl er "eigentlich" immer ein friedfertiger, leicht zufriedenstellender und völlig harmloser Mensch war, der einfach nur seine Ruhe wollte. Zumindest für andere war er so.
Ich habe mich getrennt, und er hat sich schnell damit abgefunden, hat zwar geweint und es fiel ihm nicht leicht, aber schon im August hatte er eine Freundin, die er in seiner Kur kennengelernt hatte. Er zog im Oktober aus und im November war schon die Scheidung. Ich hatte sie schon im Mai beantragt und da wir beide bestätigten, dass wir schon länger getrennt lebten, ging das auch so schnell.
Die ganze Sache hat mir dann fast das Herz gebrochen und ich verstand/verstehe mich selber nicht. Ich habe heute noch Zustände, in denen ich ihn so sehr vermisse, dass ich glaube, vor Schmerz zu sterben.
Vom Kopf her war die Entscheidung bestimmt richtig, und doch frage ich mich, ob es nicht alles viel zu schnell ging und ob ich es nicht doch weiter hätte versuchen sollen.
Seitdem er die neue Freundin hat, ist er wie ausgewechselt, er ist zum Traummann mutiert, die Seelenruhe und Gutmütigkeit in Person. Er ist sehr glücklich und sagt immer, er wünsche sich, dass ich auch bald jemand finden werde.
Ich habe ihn oft gebeten, zu mir zurück zu kommen (ja ich weiß, grober Fehler), er schaute mich mitleidig an und sagte, das sei absolut unmögllich, er liebe mich zwar als Mensch, aber nicht mehr als Partner und er sei jetzt glücklich, so wie es ist.
Das Schlimme ist, es gibt keinen Streit mehr, wir sind friedlich und freundlich auseinandergegangen, in allem haben wir uns supergut geeinigt. So eine Trennung habe ich mir gewünscht und nun sitze ich hier und weine mir die Augen aus vor Sehnsucht.
Im Moment bereue ich die Trennung so sehr, auch wenn ich weiß, dass es zum damaligen Zeitpunkt der einzig richtige Entschluss war. Und es musste auch alles so schnell gehen, weil mir klar war, dass meine Kraft bald aufgebraucht sein würde, also habe ich es durchgezogen, gegen meine Gefühle, im Glauben, es sei die einzige Möglichkeit.
Und als er seine Freundin hatte, wollte ich alles noch beschleunigen, den Auszug, die Scheidung selbst und tat es auch, weil der Schmerz unerträglich wurde und ich dachte, je schneller es vorbei ist, umso schneller geht es mir wiedr besser.
Aber ich hänge so sehr an ihm, ich träume immer noch nachts, dass wir zusammen glücklich und verliebt sind, das Aufwachen ist jedesmal der Horror.
Ich hatte Ende des Jahres eine Affäre, aber ich kann mich noch auf nichts wirkliches einlassen, es war nur die Angst vorm Alleinsein und die Sehnsucht nach einem Partner.
Ich bin verzweifelt. Warum habe ich es bloß so weit kommen lassen?
Ich weiß, das alles ist sehr schwer zu verstehen, und alle, die mich kennen, sagen nur: Sei doch froh, du wolltest es doch so.
Ich wusste nicht, wie sehr ich ihn liebe und ich wusste nicht, wie schwer nach 20 Jahren das Alleinsein werden würde. Jetzt ist es zu spät und ich habe ihn für immer verloren.
Er kommt ab und zu auf einen Kaffee und ich nehme ihn in den Arm und drücke ihn. Er kommt heimlich, weil er seine Freundin nicht verletzen will und er hat auch keine Absicht mit mir etwas anzufangen, es sind nur die langen 20 Jahre, die wir uns kennen und die uns das Gefühl des Vertrautseins geben.
Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll für mich. Ich musste das mal niederschreiben. Es kann doch nicht sein, dass ich mich für immer aus eigener Schuld unglücklich gemacht habe, wo ich doch dachte, das Richtige zu tun.
