Zitat:Ich habe seit über 3 Jahren eine "Affaire" mit einem verheirateten Mann. Wir nennen unsere Beziehung allerdings nicht "Affaire", da dies den Gefühlen, die wir füreinander haben, nicht gerecht wird.
1.) Das reden sich fast alle innerhalb einer Affäre schön.
2.) Es ist trotzdem eine Affäre.
3.) Vergiss mal ganz schnell das Wir. Du kannst immer nur von dir ausgehen, egal was dir dein Gegenüber vermittelt oder was du meinst, in ihm zu sehen.
Zitat:Aber natürlich hat unsere Beziehung genau die Parallelen über die man hier im Forum viel lesen kann.
Muss wohl daran liegen, dass es eine typische Affäre ist.
Zitat:Hier im Forum werden Menschen, die sich auf eine Beziehung mit einer verheirateten Person einlassen, oft beschimpft. Das verstehe ich nicht.
Kein Problem. Vielleicht hast du irgendwann wieder das Glück, richtige Liebe erfahren zu dürfen und dann aber auch das Pech, selber beschissen zu werden. Vielleicht verstehst du es dann.
Zitat:Beziehungen (auch offiziell geschlossene Ehen) können kaputt sein und man kann sich, obwohl die Randbedingungen vielleicht gesellschaftlich unmoralisch erscheinen, von ganzem Herzen in einen Menschen verlieben.
Ja, das passiert sehr oft und ist dahingehend normal. Also das sich Menschen in solchen Situationen fremd verknallen. Aber wie sie dann oft mit der Situation umgehen... ne, mit Liebe hat das nichts zu tun.
Zitat:Ist es wirklich richtig, auf Gedeih und Verderb an einer Ehe festzuhalten?
Nöp.
Zitat:Nur weil es unmoralisch erscheint, eine neue (hoffentlich glückliche) Beziehung einzugehen?
Zeig mir einen Menschen, der das ernsthaft behauptet, und ich überweise dir 1000 Euro. Falls du damit allerdings eine hinterhältige, wochenlang oder gar monatelang geführte Affäre meinst...
Zitat: Der Ehefrau, die mit einem Mann zusammen lebt, der sie nicht mehr wirklich liebt? Dem Kind, das natürlich per se glücklich ist, wenn die Eltern zusammen bleiben aber vielleicht später erkennt, dass dieses Zusammenbleiben keine glückliches Zusammenbleiben war?
Versteh schon. Der böse Mann ist für deine Taten schuld, dass du fremdgehst. Ist ja logisch. Und am besten für dich auch noch moralisch korrekt, da er dich ja quasi dazu gebracht hat. Ist ja auch angenehmer, wenn die anderen schuld sind.
Und wenn sich dann jemand über dein unzulängliches Verhalten empört, dann gehst du einfach her und sagst...
Zitat:Ich würde mir ein bisschen mehr Offenheit und mehr gesellschaftliche Toleranz wünschen.
Herrlich.
Zitat:Vielleicht hätten dann alle Beteiligten in solch einer Misere (und das ist eine Misere für ALLE Beteiligten, die sicherlich niemand geniesst), eine Chance, sich selbst neu aufzustellen und neue Wege zu beschreiten.
Mach dein Lebensglück nicht von anderen Menschen und deren (angeblich) nicht vorhandene Akzeptanz sowie Toleranz abhängig.
Zitat:Weshalb bekommen "Affairen" so selten eine Chance
Weil es bei einer richtigen Affäre nicht um Liebe geht. Worum geht es dann? Der Pott ist recht groß und kann sehr individuell sein. Schau mal, vielleicht ist etwas für dich dabei:
- emotionale Abhängigkeit
- Unreife
- notorisches Fremdgehen mit psychologischem Hintergrund
- mal den Reiz des Verbotenen auskosten, auf Kosten anderer
- Selbstbetrug
- Wunsch nach Liebe
- seinem tristen, langweiligen (Ehe-)Leben entkommen
- die Unfähigkeit, sich selber glücklich zu machen
- S.
- uvm.
Nur Liebe? Ne, dass findest du nicht in richtigen Affären. Das kannst du dir noch so oft einreden.