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Weshalb bekommen Affären so selten eine Chance?

flamingo1234

Ich habe seit über 3 Jahren eine "Affaire" mit einem verheirateten Mann. Wir nennen unsere Beziehung allerdings nicht "Affaire", da dies den Gefühlen, die wir füreinander haben, nicht gerecht wird. Aber natürlich hat unsere Beziehung genau die Parallelen über die man hier im Forum viel lesen kann. Er hat mehrfach versucht, seine Ehefrau zu verlassen und ist genauso oft wieder zurück gegangen. Aus verschiedenen, den wahrscheinlich häufigsten Gründen: Finanzen, Kind, Haus, Bequemlichkeit, Angst vor einem Neuanfang und Scham, seine Ehefrau "zurück zu lassen".

Hier im Forum werden Menschen, die sich auf eine Beziehung mit einer verheirateten Person einlassen, oft beschimpft. Das verstehe ich nicht. Beziehungen (auch offiziell geschlossene Ehen) können kaputt sein und man kann sich, obwohl die Randbedingungen vielleicht gesellschaftlich unmoralisch erscheinen, von ganzem Herzen in einen Menschen verlieben.

Ist es wirklich richtig, auf Gedeih und Verderb an einer Ehe festzuhalten? Nur weil es unmoralisch erscheint, eine neue (hoffentlich glückliche) Beziehung einzugehen? Wem ist mit dem Gegenteil geholfen? Der Ehefrau, die mit einem Mann zusammen lebt, der sie nicht mehr wirklich liebt? Dem Kind, das natürlich per se glücklich ist, wenn die Eltern zusammen bleiben aber vielleicht später erkennt, dass dieses Zusammenbleiben keine glückliches Zusammenbleiben war?

Ich würde mir ein bisschen mehr Offenheit und mehr gesellschaftliche Toleranz wünschen. Vielleicht hätten dann alle Beteiligten in solch einer Misere (und das ist eine Misere für ALLE Beteiligten, die sicherlich niemand geniesst), eine Chance, sich selbst neu aufzustellen und neue Wege zu beschreiten.

09.05.2017 20:16 • x 5 #1


TinTin1980


Redest du dir grade schön, was nicht richtig ist? Fühlt es sich dann besser für dich an, wenn du es vor dir rechtfertigst? Btw,... "Versucht sich zu trennen...." Ist klar. Präferierst du die Bezeichnung "Betthupferl"? Was anderes bist du nicht für ihn, solange er "versucht" sich zu trennen.

09.05.2017 20:22 • x 2 #2


Binaneu


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Sicher ist Betrügen nicht richtig!
Aber du weißt nicht wie die Ehe des Am der Te ist und in einer unglücklichen Beziehung bleiben, ist auch nicht richtig.

Es gibt nicht nur richtig oder falsch.
Manchmal gibt es auch keinen Weg , der im Ganzen richtig ist.

Nach drei Jahren, liebe TE, finde ich auch, man kann nicht von Affäre sprechen und sicher bist du nicht nur ein Betthupferl!
Solange Zeit geht keine " Affäre "ohne Gefühle!

09.05.2017 20:28 • x 1 #3


Esral


Du wendest diese Gedanken an die falsche Person.
Wir Sehen das alle wie Du. Nur dein Mann sieht es nicht so. Er ist derjenige der dir keine Chance gibt.
Dein Text sollte eigentlich an ihn gerichtet sein...

09.05.2017 20:32 • x 2 #4


flamingo1234


@TinTin1980: Und schon sind sie da, die wüsten Beschimpfungen. Nein, ich versuche nicht, mir die Situation schön zu reden. Und natürlich war es zu Beginn auch sehr viel Anziehung s.ueller Art. Das ist es nach wie vor (btw). Eine Beziehung ohne s.uelle Anziehung wäre auch irgendwie merkwürdig, oder? Für mein Gefühl gibt es aber ein tatsächlich erfüllendes S. nur dann, wenn auch der Geist und das Herz mitspielt.

09.05.2017 20:33 • x 2 #5


unregistriert

unregistriert


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Das muss ja ein großartiger Mann sein, wenn Du seit drei Jahren auf ihn wartest und ihn seine Ehefrau immer wieder zurücknimmt.
Ernst gemeinte Frage bitte: Was zeichnet so einen begehrten Mann aus? Wie ist er, das beide beteiligten Frauen in der Situation bleiben?

09.05.2017 20:39 • #6


TinTin1980


Keine Beschimpfungen. Fakten. Du lässt dich seit drei Jahren hinhalten und bist eben nur seine Flucht aus seinem Eheleben. Du denkst reflektiert zu sein. Ich denke: er hat dich wunderbar manipuliert, dass du solche Gedanken hast, wie du sie hier niederschreibst. Wenn du damit glücklich bist - weiter so!

09.05.2017 20:40 • #7


flamingo1234


Danke schön an "Binaneu" und "Esral". ....natürlich zweifle ich oft an mir und natürlich habe ich mir oft überlegt, ob ich mich einfach zurückziehen sollte. Einfach nur, um mich der Schuld zu entziehen, einer anderen Person (der Ehefrau) nichts Böses angetan zu haben. Ich glaube aber tatsächlich, dass ich damit auch ihr keinen Gefallen tun würde. Kurzfristig vielleicht schon.

09.05.2017 20:42 • #8


TinTin1980


Zitat von Binaneu:
Sicher ist Betrügen nicht richtig!
Aber du weißt nicht wie die Ehe des Am der Te ist und in einer unglücklichen Beziehung bleiben, ist auch nicht richtig.

Es gibt nicht nur richtig oder falsch.
Manchmal gibt es auch keinen Weg , der im Ganzen richtig ist.

Nach drei Jahren, liebe TE, finde ich auch, man kann nicht von Affäre sprechen und sicher bist du nicht nur ein Betthupferl!
Solange Zeit geht keine " Affäre "ohne Gefühle!


Du bist definitiv eine Frau. So einen romantischen Hollywood-Mist können sich nur Frauen einreden. GRADE WEIL sie seit 3 Jahren nur was fürs Bett und für die Flucht aus der Ehe ist, ist sie nicht mehr für ihn!

09.05.2017 20:43 • x 2 #9


TinTin1980


Zitat von flamingo1234:
Danke schön an "Binaneu" und "Esral". ....natürlich zweifle ich oft an mir und natürlich habe ich mir oft überlegt, ob ich mich einfach zurückziehen sollte. Einfach nur, um mich der Schuld zu entziehen, einer anderen Person (der Ehefrau) nichts Böses angetan zu haben. Ich glaube aber tatsächlich, dass ich damit auch ihr keinen Gefallen tun würde. Kurzfristig vielleicht schon.


Und da sind die Zweifel, die schön geredet werden müssen... Warum nicht gleich so offen?

09.05.2017 20:45 • #10


Sashimi

Sashimi


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Zitat von flamingo1234:
Ich habe seit über 3 Jahren eine "Affaire" mit einem verheirateten Mann. Wir nennen unsere Beziehung allerdings nicht "Affaire", da dies den Gefühlen, die wir füreinander haben, nicht gerecht wird.

Das Etikett, was ihr eurer Konstellation gebt ist euch natürlich freigestellt. Es macht aber auch wenig Sinn die Fakten auszublenden. Ihr habt keine vollwertige Beziehung, er keine intakte Ehe. Wenn ihr beide diese Art der Verbindung akzeptiert, ist es okay.

Zitat von flamingo1234:
Aber natürlich hat unsere Beziehung genau die Parallelen über die man hier im Forum viel lesen kann. Er hat mehrfach versucht, seine Ehefrau zu verlassen und ist genauso oft wieder zurück gegangen. Aus verschiedenen, den wahrscheinlich häufigsten Gründen: Finanzen, Kind, Haus, Bequemlichkeit, Angst vor einem Neuanfang und Scham, seine Ehefrau "zurück zu lassen".

Vermutlich kannst Du Dich damit arrangieren, weil Du eurer Affäre genug Stabilität beimisst? Alles andere wäre widersprüchlich.

Zitat von flamingo1234:
Hier im Forum werden Menschen, die sich auf eine Beziehung mit einer verheirateten Person einlassen, oft beschimpft. Das verstehe ich nicht. Beziehungen (auch offiziell geschlossene Ehen) können kaputt sein und man kann sich, obwohl die Randbedingungen vielleicht gesellschaftlich unmoralisch erscheinen, von ganzem Herzen in einen Menschen verlieben.

Moral ist skalierbar, Ehebruch nicht strafbar. Was hingegen wenig Sinn macht sind fehlende Entscheidungen, Feigheit und nicht die Fähigkeit ein Risiko einzugehen. Und ganz wichtig: Dass der betrogene Ehepartner um die Möglichkeit gebracht wird, selbst eine Entscheidung zu treffen. Der Rückzug deiner Affäre gelingt nur, weil die Ehefrau entweder kämpft oder keine Ahnung hat.

Zitat von flamingo1234:
Ist es wirklich richtig, auf Gedeih und Verderb an einer Ehe festzuhalten? Nur weil es unmoralisch erscheint, eine neue (hoffentlich glückliche) Beziehung einzugehen? Wem ist mit dem Gegenteil geholfen? Der Ehefrau, die mit einem Mann zusammen lebt, der sie nicht mehr wirklich liebt? Dem Kind, das natürlich per se glücklich ist, wenn die Eltern zusammen bleiben aber vielleicht später erkennt, dass dieses Zusammenbleiben keine glückliches Zusammenbleiben war?

Das kann nur er beantworten. Nüchtern gesehen bist Du die zweite Wahl. Aus welchen Gründen auch immer. Er kann sich nicht lösen.

Zitat von flamingo1234:
Ich würde mir ein bisschen mehr Offenheit und mehr gesellschaftliche Toleranz wünschen. Vielleicht hätten dann alle Beteiligten in solch einer Misere (und das ist eine Misere für ALLE Beteiligten, die sicherlich niemand geniesst), eine Chance, sich selbst neu aufzustellen und neue Wege zu beschreiten.

Eure Affäre geht 3 Jahre. Wo sind bei euch die neuen Wege außer ein Vertrag, der eure Konstellation zu etwas besonderem macht?
Toleranz werdet ihr nur von der Ehefrau erfahren, oder nicht. Das ist die Messlatte, nicht die Gesellschaft.

09.05.2017 20:47 • x 7 #11


flamingo1234


@Tintin1980: Falls ich "glücklich" wäre, würde ich wohl kaum hier schreiben, oder? So ein Quatsch! Da ich so "reflektiert" bin? Nochmals: So ein Quatsch! Vielleicht gestehst du mir einfach den Wunsch ein, dass ich hier schreibe, um eine Lösung für mich zu finden? Und sollte es die finale Trennung sein, die ich forciere... Als "Betthupferl" bezeichnet zu werden, hilft an dieser Stelle schlicht nicht weiter. Sorry!

09.05.2017 20:51 • #12


abteilungmann


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Da siehst du wie unterschiedlich er seine 2 Frauen wertet und wo er dann besser bleibt.
Seiner Frau ist Treue sehr wichtig,
Seiner Freundin nicht so sehr.

09.05.2017 20:51 • x 1 #13


Aufgewacht

Aufgewacht


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Zitat:
Hier im Forum werden Menschen, die sich auf eine Beziehung mit einer verheirateten Person einlassen, oft beschimpft. Das verstehe ich nicht. Beziehungen (auch offiziell geschlossene Ehen) können kaputt sein und man kann sich, obwohl die Randbedingungen vielleicht gesellschaftlich unmoralisch erscheinen, von ganzem Herzen in einen Menschen verlieben.


Natürlich können Ehen kaputt sein, aber das solltest du dann mit deinem wunderbaren Geliebten besprechen, den er hat ja nicht den A.... in der Hose, dass er sich klar trennt.

Zitat:
Ist es wirklich richtig, auf Gedeih und Verderb an einer Ehe festzuhalten? Nur weil es unmoralisch erscheint, eine neue (hoffentlich glückliche) Beziehung einzugehen? Wem ist mit dem Gegenteil geholfen? Der Ehefrau, die mit einem Mann zusammen lebt, der sie nicht mehr wirklich liebt? Dem Kind, das natürlich per se glücklich ist, wenn die Eltern zusammen bleiben aber vielleicht später erkennt, dass dieses Zusammenbleiben keine glückliches Zusammenbleiben war?


Seine Frau nimmt ihn ja anscheinend immer wieder zurück. Vielleicht könntet ihr ihm ja eine menage à trois vorschlagen. Den natürlich muss man nicht an einer kaputten Beziehung festhalten.
Du beschuldigst hier gleich das ganze Forum, dass das so nicht akzeptiert wird, nur weil anscheinend dein Langzeitlover keine Entscheidung schafft. An wem liegt das dann wohl, an der Gesellschaft?

Zitat:
Ich würde mir ein bisschen mehr Offenheit und mehr gesellschaftliche Toleranz wünschen. Vielleicht hätten dann alle Beteiligten in solch einer Misere (und das ist eine Misere für ALLE Beteiligten, die sicherlich niemand geniesst), eine Chance, sich selbst neu aufzustellen und neue Wege zu beschreiten.


Und es gibt doch tatsächlich Menschen die sowas auf die Reihe bringen aber dein lieber Freund anscheinend nicht.
Du wetterst hier gegen die Gesellschaft aber er schafft es ja nicht und so wird das auf Dauer allen dreien immer schlechter gehen.
Echt eigenartig deine Sicht der Dinge.
Klar ist es nicht einfach, aber drei Jahre ne Affäre oder wie auch immer ihr euer inniges VErhältnis benennt zu führen würde ich persönlich nicht grad einfach empfinden inklusive dem kommen und Gehen von ihm, also seiner Unfähigkeit eine Entscheidung zu treffen. Anscheinend schaffen das aber die involvierten Frauen aber auch nicht und das wäre aber eben eure Aufgabe und nicht die Gesellschaft verteufeln.

09.05.2017 20:52 • x 1 #14


reichtjetzte

reichtjetzte


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Glücklich oder nicht! Lügen und Betrügen ist in jedem Fall feige und macht mit allen Beteiligten emotional etwas. Meist nicht Gutes! Willst du mit einem Menschen zusammen sein, der einem anderen so etwas antut? Dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann du dran bist. Lügen und Betrügen wird zur Gewohnheit. Ist doch so einfach!
Die Fachliteratur sagt übrigens, wenn jemand so behandelt wird, kann daraus eine starke Traumatisierung folgen.
Und der Lügner? Der muss schon sehr abgebrüht sein, wenn es ihm nichts ausmacht einen anderen Menschen jahrelang auf das Heftigste zu belügen. Will man mit so einem Menschen eine Beziehung voll Liebe aufbauen? Kann ich mir nur schwer vorstellen. Aber ich bin ja auch nicht jede und jeder ist halt anders. Euch viel Glück da draussen!
Und ja, ich wurde betrogen und ich sehe die ganze Erbärmlichkeit in all den Lügen.

09.05.2017 20:53 • x 4 #15




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