flamingo1234
Gast
@Sashimi:
Zitat von flamingo1234:
Ich habe seit über 3 Jahren eine "Affaire" mit einem verheirateten Mann. Wir nennen unsere Beziehung allerdings nicht "Affaire", da dies den Gefühlen, die wir füreinander haben, nicht gerecht wird.
Das Etikett, was ihr eurer Konstellation gebt ist euch natürlich freigestellt. Es macht aber auch wenig Sinn die Fakten auszublenden. Ihr habt keine vollwertige Beziehung, er keine intakte Ehe. Wenn ihr beide diese Art der Verbindung akzeptiert, ist es okay.
>> das wäre okay. aber wir hassen es beide.
Zitat von flamingo1234:
Aber natürlich hat unsere Beziehung genau die Parallelen über die man hier im Forum viel lesen kann. Er hat mehrfach versucht, seine Ehefrau zu verlassen und ist genauso oft wieder zurück gegangen. Aus verschiedenen, den wahrscheinlich häufigsten Gründen: Finanzen, Kind, Haus, Bequemlichkeit, Angst vor einem Neuanfang und Scham, seine Ehefrau "zurück zu lassen".
Vermutlich kannst Du Dich damit arrangieren, weil Du eurer Affäre genug Stabilität beimisst? Alles andere wäre widersprüchlich.
>> ich hatte einfach immer wieder Hoffnung, dass er das im Guten für alle auflöst. Aber offensichtlich ist er nicht mutig genug.
Zitat von flamingo1234:
Hier im Forum werden Menschen, die sich auf eine Beziehung mit einer verheirateten Person einlassen, oft beschimpft. Das verstehe ich nicht. Beziehungen (auch offiziell geschlossene Ehen) können kaputt sein und man kann sich, obwohl die Randbedingungen vielleicht gesellschaftlich unmoralisch erscheinen, von ganzem Herzen in einen Menschen verlieben.
Moral ist skalierbar, Ehebruch nicht strafbar. Was hingegen wenig Sinn macht sind fehlende Entscheidungen, Feigheit und nicht die Fähigkeit ein Risiko einzugehen. Und ganz wichtig: Dass der betrogene Ehepartner um die Möglichkeit gebracht wird, selbst eine Entscheidung zu treffen. Der Rückzug deiner Affäre gelingt nur, weil die Ehefrau entweder kämpft oder keine Ahnung hat.
>> Sie weiss von mir seit über 3 Jahren. Nicht durch mich, sondern durch ihn. Seine Trennungsversuche waren auch nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern auch tatsächliche "Taten". Du hast mit deiner ersten Mutmassung recht: Sie kämpft. Ich kann ihr das auch nicht böse nehmen. In ihrer Position hat sie alles Recht der Welt.
Zitat von flamingo1234:
Ist es wirklich richtig, auf Gedeih und Verderb an einer Ehe festzuhalten? Nur weil es unmoralisch erscheint, eine neue (hoffentlich glückliche) Beziehung einzugehen? Wem ist mit dem Gegenteil geholfen? Der Ehefrau, die mit einem Mann zusammen lebt, der sie nicht mehr wirklich liebt? Dem Kind, das natürlich per se glücklich ist, wenn die Eltern zusammen bleiben aber vielleicht später erkennt, dass dieses Zusammenbleiben keine glückliches Zusammenbleiben war?
Das kann nur er beantworten. Nüchtern gesehen bist Du die zweite Wahl. Aus welchen Gründen auch immer. Er kann sich nicht lösen.
>> da liegst du sehr offensichtlich richtig.
Zitat von flamingo1234:
Ich würde mir ein bisschen mehr Offenheit und mehr gesellschaftliche Toleranz wünschen. Vielleicht hätten dann alle Beteiligten in solch einer Misere (und das ist eine Misere für ALLE Beteiligten, die sicherlich niemand geniesst), eine Chance, sich selbst neu aufzustellen und neue Wege zu beschreiten.
Eure Affäre geht 3 Jahre. Wo sind bei euch die neuen Wege außer ein Vertrag, der eure Konstellation zu etwas besonderem macht?
>> fast schon witzig, falls ich darüber lachen könnte, was ich momentan nur schwerlich kann: es gibt tatsächlich einen Vertrag. Der letzte Versuch war tatsächlich ein Vertrag über eine gemeinsame Wohnung, den wir gemeinsam unterzeichnet haben. Nicht meine Idee; seine Idee, da er meinte, er bräuchte einen Wohlfühlort für sich und für sein Kind, um die Trennung endlich hinzubekommen.
Toleranz werdet ihr nur von der Ehefrau erfahren, oder nicht. Das ist die Messlatte, nicht die Gesellschaft.
>> Toleranz seitens seiner Ehefrau kann ausgeschlossen werden.