Zitat von tesa:Erst neulich. Mann steht in einem Lokal neben mir. Ich komme mit seinem Nachbarn ins Reden, weil ich zwangsläufig über dessen Schulter muss, um an der Bar was zu bestellen. Normalo schaut und hört uns zu. Als der Schultermann geht (fragte übrigens ob er mich zum Kaffee treffen dürfe - also geb ich ihm meine Nummer), fange ich mit Normalo an zu reden. ITler, wie er im Buche steht. Soll heißen, eher schüchtern, eher humorlos. Egal. Wir plaudern über unsere Berufe. Irgendwann beleidigt er mich und merkt es nicht mal. Ich sag ihm, dass es unhöflich ist. Er wollte witzig sein. Ok. Wir reden trotzdem weiter, es ist nett. Es kommen allerdings keine weiteren Fragen. Ich wende mich kurz meiner Freundin zu. Als ich mich wieder umdrehe, merke ich, dass er sich abdrängen lassen hat. Der, der ihn verdrängt hat, ist auch keine Schönheit, aber total witzig. Ein Mann der weiß was er will, den Ball am Laufen hält, nachfragt, interessiert wirkt. Zunehmend gefällt mir der immer besser. Er fällt auch unter "Normalo" (nach meiner Definition) aber kommt bei Frauen aufgrund seiner Art 100 mal besser an.
Nachsatz: und weil es ist, wie es immer ist, hat Nummer 2 zwar auch meine Numner bekommen ... allein, er rief nicht an.
Nachsatz 2: vor kurzem ähnliche Situation, fragte nach der Nummer, schrieb mir auch noch, dass er sich auf mich freue ... und meldete sich nie wieder.
Keiner der drei meldete sich!
Was ist mit den Männern los?
Keiner der Männer hatte Interesse. Es wird ja immer so schön postuliert, Frau suche aus, Mann muss sich bewähren. Falsch, läuft anders ab.
Frau wird begutachtet, ob sie es äußerlich wert ist, überhaupt angesprochen zu werden. Man(n) erwartet von ihr, dass sie dann ein etwaiges Gespräch am Leben (er-)hält. Zugleich werden Denkweise, Handlungen und Vorstellungen der Frau "observiert". Mann ist ja nicht blöd, eine oberflächliche Langweilerin wird ebensowenig geschätzt (führt bei Männern zum Winterschlaf und Rückzug) wie eine anspruchsvolle Zicke (führt auf Dauer nur zu Stress, Ausgaben und letztlich Flucht).
Ist Frau eine "Normalo", kann und wird es gutgehen. Hat sie aber in den "Tests" zuvor versagt (ja, auch Männer testen Frauen), dann wird eben die Reißleine gezogen. Da macht es jeder Mann ein wenig anders. Der eine sagt höflich ab, der nächste verschwindet auf Nimmerwiedersehen und ein Dritter wird Argumente finden, warum "SIE" es nicht ist, die sein Herz berührt.
Tja, unterm Strich sind "Normalos" auf beiden Geschlechterseiten vermutlich eher die Gewinner als die Machos, Zicken, überkandidelten Anspruchsidioten usw. Weil die, auch wenn sie "langweilig" rüberkommen (was totaler Blödsinn ist), aber anders "gepolt" sind. Die nehmen sich Zeit, bleiben authentisch und wenn sie absagen, dann sagen sie das fair und direkt, ohne das Gegenüber zu verletzen.
Dumm nur, das heutzutage sehr viele Menschen von sich meinen, etwas Besonderes zu sein (okay, eher im negativen Sinne von überschätzter Selbsteinschätzung und Denkweise vielleicht). Das wird durch Medien und idiotischen Ratgebern á la Deister und Co. noch multipliziert und suggeriert und schon meint jeder Mensch, er oder sie sei etwas megabesonderes an menschlichem Material und "natürlich" besteht deshalb fast schon eine Art Rechtsanspruch an einen besonderen Partner in gleichgefühlter Qualität.
Dabei ist es doch eigentlich so, dass letztlich Bodenständigkeit, gegenseitiger Respekt und eben die guten alten Werte es sind, die zeigen, wie lieb, ehrlich und nett man miteinander umgeht. Aber heute, da geht es um Zahlen, Investment, Ansprüche und stets nur das Beste. Und alle wundern sich, warum sie oder er nichts findet ..... (Lach)
Darum ist Schluss und jeder Mensch sollte mal langsam kapieren: Träume, Ansprüche und Augenwischerei bringen einen Menschen nicht weiter, sondern nur die pure Realität entscheidet über Erfolg und Misserfolg.