Zitat von LehrerLempel: Was ist denn deine Sicht? Finde es btw spannend, dass jemand, der seit kaum 3 Monaten hier Mitglied ist, so tut, als wüsste er über alles von mir Bescheid.
Bin mal ein paar deiner übrigen Beiträge durchgegangen. Wem genau musst du eigentlich beweisen, dass du so ein harter Hund und Küchenpsychologe bist? Wirfst mir renitenz vor und bemerkst deine eigene gar nicht.
Kommt da inhaltlich noch irgendwas Substantielles?
Ansonsten wäre es hier in Sydney so langsam Zeit für den Sundowner.
🍺Ansonsten noch ein paar Nachtgedanken bzw. für den Tag in good old Germany:
Zitat von LehrerLempel: Damals war ich sehr klar und habe ihr gesagt, dass ich das nur kann, wenn sie meine Zukunftspläne teilt (ganz spießiges Familienleben) und ich als ihr Partner auch endlich Priorität in ihrem Leben habe.
Böse Zungen könnten hier schon die sprichtwörtliche Pistole auf der Brust sehen.
Klingt alles schon furchtbar: Kämpfen, Verhandeln, Bedingungen stellen.
Nur zu dumm, dass Gefühle nicht verhandelbar sind. Sie hatte offenbar nie soviele davon, wie du es gerne gehabt hättest.
Zitat von LehrerLempel: sie sich über meine "Bedingungen" klar werden konnte und mir glaubhaft versicherte, dass sie sich das mit mir auch wünsche, waren wir wieder ein Paar.
Da empfehle ich mal Festingers Theorie der kognitiven Dissonanz und das Phänomen der Forced Compliance:
Erzwungene Einstellungsänderungen sind in aller Regel nur kurzfristig wirksam.
Klingt für mich, als wäre sie ein weiteres Mal kurzfristig von deiner einseitigen Wunschfantasie erdrückt worden, um dann ganz schnell festzustellen, dass es
1. viel zu eng und
2. gar nicht ihr Ding ist.
Zitat von LehrerLempel: Vor allem ging es aber darum, dass mein Kinderwunsch sie unter Druck setze und sie nicht wisse, ob sie auch einen habe, bzw. glaubt, dass dieser sich mit dem "Richtigen" einstellen würde.
Würde mir wahrscheinlich auch so gehen, wenn man mir so etwas zum wiederholten Male versuchen würde überzustülpen.
Zitat von LehrerLempel: dass ich zu viel DA sei und sie seit wir zusammen wohnen gar keinen Freiraum mehr habe. Hier hat sie allerdings einen Punkt, da ich es bisher wirklich ein bisschen versäumt habe, mir hier (bin vor 3 jahren umgezogen) einen eigenen Freundeskreis aufzubauen und deswegen tatsächlich immer zu Hause war.
Auch das ist eine typische Strategie des Dependenten: Die Partnerin wird zum absoluten Zentrum des Lebens - in dem Glauben, dass das ein totsicherer Weg ist, die Bindung zu festigen, indem man sich unentbehrlich macht bzw. immer präsent ist. Dummerweise gibt es auch Menschen, denen das schlicht und ergreiffend zu eng und/oder zu langweilig wird.
Zitat von LehrerLempel: Auch Nähe konnte sie mir in den letzten 4 Wochen von heute auf morgen keine mehr geben.
Das tun Frauen bevorzugt immer dann, wenn sie sich mehr oder weniger stark in ihren beziehungsbezogenen Grundbedürfnissen frustriert fühlen. Du hast hier anscheinend ihr Bedürfnis nach Autonomie gleich in mehrfacher Hinsicht ziemich stark strapaziert. Also kein Wunder, dass sie dich nicht mehr an sich heran lässt.
Zitat von LehrerLempel: Zum einen die Wut über sie, die in Kauf genommen hat, mir ein drittes Mal das Herz zu brechen und gleichzeitig gar keine Bereitschaft zeigt, an der Beziehung zu arbeiten.
Schuldumkehr in Reinstform.
Du bist hier nicht das arme Opfer in diesem Spiel und ignorierst weiterhin deine eigenen Anteile.
Die Wut kommt eher daher, dass sie nicht so wollte, wie du es wolltest.
Zitat von LehrerLempel: Andererseits die Frage, ob ich ihr vielleicht zu viel Druck gemacht habe und es selbst verbockt habe.
Nicht nur vielleicht.
Zitat von LehrerLempel: Ich habe es zum dritten Mal nicht geschafft, dass sie sich nicht "entliebt".
Du hast es zum dritten Mal nicht geschafft, ihr was überstülpen, was sie im Grunde nie wollte.
Zitat von LehrerLempel: Ich habe im Grunde meinen ganzen Hausstand aufgegeben/verkauft, als ich zu ihr gezogen bin. Die praktischen Sorgen, die ich grade habe sind: Wie sollen wir weitermachen?
Das passiert, wenn man sein ganzes Leben buchstäblich auf eine Person ausrichtet und alles drumherum ausblendet.
Zitat von LehrerLempel: Ein zweiter Gedanke, der mich gerade umtreibt ist das Gefühl der Perspektivlosigkeit. Ich bin 32M und hab das Gefühl, der Zug ist abgefahren. Ich möchte eine Familie, ein kleines Haus und eine Frau, die mich liebt. Nur wie soll das noch passieren?
Jetzt kommen wir der Sache doch schon ein bisschen näher:
Geht es hier eigentlich noch um die Frau an und für sich oder nur noch um deinen sorgsam ausgeklügelten Lebensplan, der jetzt endgültig in sich zusammengefallen ist?
Zitat von LehrerLempel: war wohl zu kitschig für die Realität.
Du bist eher (noch) zu klebrig für die Realität.