Hallo Kasi,
ich kann zwar wenig über Erfahrungen in Partnerschaften zu dem Thema beitragen, aber die Beschreibung deiner Frau erinnert mich sehr stark an meine Mutter. Sie ist auch ein absolut auf sich bezogener Mensch, die nach außen zwar erstmal völlig normal wirkt, aber im Zweifelsfall kaltschnäuzig über Leichen geht. Wenn man sich nicht nach ihrer Vorstellung anpasst, lässt sie einen das ziemlich deutlich spüren, manipuliert bis es nicht mehr auszuhalten ist, erzählt Lügengeschichten und flieht sich in ihre "Scheinwelt". Ich war diesbezüglich lange in Therapie und bin es momentan auch wieder. Solche Menschen können einen extrem in ihren Bann ziehen, man wird regelrecht abhängig von ihrer Beachtung, da sie einem sofort und unwiederbringlich das Gefühl geben, dass der Fehler ausschließlich bei einem selbst liegt. Es hat mich ein Jahr gebraucht, um mich mental von ihr zurückzuziehen, um aus diesen "Fängen" zu kommen und ich habe anfangs gelitten ohne Ende. Aber nach und nach habe ich festgestellt, dass es mir so einfach besser geht. Noch immer gibt es kleine Rückfälle meinerseits, aber ich komme immer schneller aus diesem Loch heraus.
Bei meiner Mutter ist es übrigens ähnlich gestrickt. Sie kann einige Jahre völlig normal wirken, bis sie wieder einen ihrer Rappel bekommt und in eine völlig andere Richtung schlägt. Einige Jahre war es das höchste für sie, eine Ehe zu führen. Sie hat alles für ihren Mann getan. Jetzt behandelt sie ihn wie ein Stück Dreck, belügt und betrügt ihn nach Strich und Faden. Er ist ihr letzten Endes schei. egal geworden, sie ist nur noch da, weil es sein Haus ist und sie nicht genügend Geld hat, sich ihren Lebensstandard alleine zu finanzieren. Ich weiß, das klingt hart, aber mit ein bisschen Abstand betrachtet sieht es genauso aus. Sie ist übrigens sogar in Therapie (musste sie machen, da sie angeblich Burnout hatte), aber sie ist so verstrickt in ihrem Lügenkonstrukt, dass auch da nichts Vernünftiges herauskommt. Was ich dir damit sagen möchte, ist, dass du dir noch soviel Mühe geben kannst, sie zu verstehen, du wirst es vermutlich nicht schaffen. Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, was in meiner Mutter vorgeht, habe versucht, mit meinen Großeltern zu reden, mit ihren Geschwistern, mit meinem Vater, niemand hat eine logische Erklärung, wie es zu diesem, ihrem Verhalten kommen konnte. Manchmal denke ich, dass es in Teilen vielleicht sogar erblich veranlagt ist und dieser Gedanke macht mir immer wieder Angst. Aber jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er das bei sich zulässt oder nicht und ich kämpfe darum, genauso nicht zu werden und mich auch nicht mehr so sehr davon beeinflussen zu lassen. Menschen, die sich nicht helfen lassen wollen, denen kann man auch nicht helfen. Man kann nur für sich selbst versuchen, solche kranken zwischenmenschlichen Beziehungen so gut es eben geht zu umgehen. Ich hoffe, dass du es schaffst, dies für dich zu erkennen und den dringend nötigen Abstand zu ihr zu gewinnen. Ich wünsche dir alles Gute!