Ich finde die Idee super, sich hier alles von der Seele kotzen zu können.
Es gab gute und weniger gute Phasen. Immer wieder gibt es Momente in denen ich der Überzeugung bin, "ich brauche dich nicht.". Stimmt ja auch. Ich brauche ihn nicht. Die Welt dreht sich weiter und irgendwann werde ich jemandem begegnen, dem ich genauso viel wert bin, wie er mir. Ich habe so jemanden verdient! Ich brauche niemanden, der so oberflächlich, egoistisch und intolerant ist wie er. Ich verdiene einen Mann, der mir zeigt und sagt was ich ihm bedeute, bei dem ich nicht um jedes bisschen Anerkennung und Wertschätzung betteln muss. Jemanden, der sich freut mich zu sehen und für den das nicht nur eine lästige Verpflichtung ist.
Und dann...dann gibt es Momente, in denen ich die tollen Zeiten vor Augen habe. Die Ausflüge, die Abende mit Musik und Wein, zusammengekuschelt auf seiner Couch. Seinen wahnsinnig attraktiven Körper (ja, oberflächlich, ich weiß), diese Augen und diese Lippen. Ich erinnere mich dann daran wie es war, von ihm geküsst zu werden. Und dann frage ich mich, ob diese Gefühle jemals wieder ein anderer Mann in mir hervorrufen kann. Und dann heule ich eine Runde.
Was habe ich heute gelernt?
Der Kontakt zu anderen Menschen lenkt ab. Es ist unglaublich scher, sich in einer akuten Liebeskummerphase vor die Tür zu bewegen. Wenn man es aber dann gemacht hat, geht es einem wenigstens minimal besser.
Ablenkung ist für mich das A und O.
Ich nehme mir jetzt vor, wieder mehr Sport zu machen, am Wochenende auf eine Party zu gehen und ein Kurzurlaub an der Ostsee ist auch schon gebucht. Einfach alles dafür tun, um nicht an ihn zu denken. Er hat's nicht verdient.
Wofür bin ich dankbar?
Für die Erkenntnis, das er ein Ar. ist. Bisher habe ich ihm einfach nur unendlich sehr nachgetrauert. Wahrscheinlich werde ich das auch noch eine ganze Zeit lang. Doch heute kam mir in den Sinn: ER HAT DAS NICHT VERDIENT. Soll er doch glücklich werden mit seinem dicken Auto, seinem Sixpack und seinem Haufen Geld. Denn im Gegensatz fehlt ihm etwas entscheidendes, etwas worüber ich glücklicherweise verfüge: Einfühlungsvermögen. Und die Fähigkeit Menschen respektvoll zu behandeln.
Er verfügt über viele Attribute, die auf den ersten Blick erstrebenswert sind. Geld, attraktives Äußeres, viele Freunde, einen tollen Job, Intelligenz... Die Liste ist lang. Aber seine Sozialkompetenz lässt wirklich zu wünschen übrig.
Wie es mir heute geht?
Die Antwort ist: beschissen.
Natürlich kann ich mir einreden, dass er all meine Gedanken und Gefühle nicht verdient hat. Trotzdem fehlt er mir unglaublich. Ich hoffe, dass das bald aufhört und ich dann auch wirklich glauben kann, was ich weiter oben geschrieben habe.
