Sechs Wochen und zwei Tage absolute Funkstille.
ich wundere mich über mich selbst, dass ich das durchhalte. Wahrscheinlich habe ich aber einfach nur noch größere Angst davor eine saftige Abfuhr zu bekommen.
Ich kann das, was hier die meisten sagen hundert prozentig unterschreiben: Keinen Kontakt haben, alle Verbindungen kappen!
Mir kam das am Anfang kindisch und schwach vor, aber es hilft.
Vor ein paar Tagen saß ich abends im Bett und habe sein Facebookprofil durchgeschaut. Aus irgendeinem Grund, konnte ich viel mehr Beiträge sehen als zuvor. Also ich meine, als wir noch zusammen waren, hatte er das irgendwie eingeschränkt und nun hat er das wohl aufgehoben. Naja, jedenfalls konnte ich nicht anders und habe alles angeschaut. Jedes Bild, fast jeden Beitrag. Währenddessen war mir absolut klar, dass ich mich gerade völlig innerlich zerfleische, aber ich konnte (und wollte) einfach nicht aufhören. Ich war richtig paralysiert, starrte seinen Namen, seine Bilder, seine Kommentare an. Natürlich ging es mir in der Nacht und den Tag darauf richtig schlecht. Aber dann dachte ich mir: STOPP! So geht's nicht weiter. Und seitdem geht es mir besser.
Klar, das klingt einfacher als es ist, aber ich möchte damit deutlich machen, dass jeder irgendwann an einen Punkt kommt, an dem man "aufwacht" und sich denkt: "Was soll die ganze schei. eigentlich? Warum lasse ich zu, dass es mir dreckig geht?"
Ich will nicht sagen, dass es von da an nur noch bergauf gehen wird - sicherlich nicht. Ja, es wird wohl noch einige Tage geben an denen ich mich mies und traurig fühle, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Und mir ist noch eine Sache aufgefallen: Ich befinde mich gerade in der siebentägigen Pause meiner Pille und seit ich sie abgesetzt habe, geht es mir schlagartig besser (klopf auf Holz). Da ist mir erstmal bewusst geworden, dass auch diese künstlichen Hormone sehr großen Einfluss auf meine Emotionen haben. Leider ist das völlige Absetzen der Pille aus verschiedenen Gründen keine Option für mich. Verrückt was das Zeug mit einem anstellen kann.
Zusammenfassend sei gesagt: Ich bin immer noch traurig und wenn mir schöne Erinnerungen durch den Kopf schießen, dann verspüre ich auch immer noch eine Stich im Herzen, aber ich fühle mich langsam nicht mehr so endlos hoffnungslos und verloren. Es geht eben in kleinen Schritten voran. Manchmal geht es einen Schritt nach vorn und am nächsten Tag wieder zwei zurück, aber ich bin fest davon überzeugt, dass das die Zeit regeln wird.
Fühlt euch gedrückt, liebe Mitleidende.
