Tag 35 war für mich bisher ok. Die Arbeit lenkt mich immer ganz gut ab.
Ich habe keine einzige Nachricht an sie geschrieben. Da bin ich auf einem guten Weg.
Abends läuft sie mir eh irgendwann über den Weg. Ich gehe dann so sachlich wie möglich mit ihr um und wir besprechen das Nötigste, was unsere Kleine oder sonstigen, mit der Scheidung zusammenhängenden Kram betrifft. Dann geh ich in mein Büro runter und schaue dort fern, stöbere im Forum oder versuche mein Anfangs- und Endvermögen zu rekonstruieren.
Ich rauche übrigens auch nicht mehr, ich war Gelegenheitsraucher und wollte schon immer damit aufhören. Ich nutze diese Krise, um neben der Trauer auch über diese Sucht hinwegzukommen. Das klappt bisher ganz gut, naja es sind ja auch erst vier Tage. Und da ich bei früheren Rauchentwöhnungsversuchen meist immer rückfällig wurde, als Alk. im Spiel war, habe ich mir vorgenommen, erstmal bis Ostern, auch die Finger davon zu lassen.
Ich lebe in Askese.
Ich versuche Ziele zu erreichen, deren Inangriffnahme mir der Trott des Alltags bisher verwehrte.
Ich glaube, wenn ich diese Krise irgendwann überwunden habe, bin ich ein richtig gut Typ. Also noch cooler als eh schon.
Jetzt muss ich mich wieder ein bisschen zügeln. Ihr wisst genau was nach einer manischen Phase folgt?
Durch den wenigen Schlaf und zehn Stunden Arbeit kann ich heute nacht wenigstens gut schlaffen. Hoffe ich doch. Ich halte euch auf dem laufenden.
Liebe Grüße an alle meine Mitstreiter und Ratgeber.
Euer baldiger Ex-, -Ehemann, -Raucher, -Gernbiertrinker.