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Wie hole ich das Maximum aus meiner Trennung raus?

ElGatoRojo
Zitat von Besserwisser60:
Bedeutet nicht, dass es überall so gelaufen ist, manifestiert aber, den damaligen Zeitgeist.

Ja - offensichtlich war das praktische Leben um 1960 durchaus unterschiedlich - und entsprach durchaus nicht immer den Mythen, die nicht nur hier von manchen Emanzipations-Aktivistinnen verbreitet werden.
Zitat von Besserwisser60:
Ansonsten war meine Mutter komplett unselbständig, konnte weder Auto fahren, noch hatte sie von Finanzen Ahnung, Bürokratie hat mein Vater ihr abgenommen und auch sonst alles für sie gemacht.

Ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es starke Defizite in der Gleichstellung gab.
Frauenwahlrecht mühsam erstritten und einige andere Probleme wurden hier ja schon erwähnt.

Nun - wer hatte schon ein Auto?

Aber wenn wir beim Anekdotischen bleiben = In den Handwerksbetrieben meiner Verwandschaft war die Ehefrau in Werkstatt und Laden der Backgroud, die "Chefin", die auch den Mitarbeitern Anweisungen gab. Also - gab es auch, aber nicht überall. Und natürlich haben sie den Tag über gearbeitet. So dass der kleine Gato als jüngeres Schulkind lange Zeit in der Werkstatt herumhing oder interessante Kunden kennen lernte, wenn er auf Montage begleitete.

Das Wahlrecht für Frauern gab es in Deutschland seit 1918 -- und auch Frauen wählten den "Führer".

#241


Balu85
Zitat von Besserwisser60:
Ansonsten war meine Mutter komplett unselbständig, konnte weder Auto fahren, noch hatte sie von Finanzen Ahnung, Bürokratie hat mein Vater ihr abgenommen und auch sonst alles für sie gemacht.

Was ich mich da jetzt frage, war das so weil sie es nicht durfte. Von deinem Vater aus, aus Sicht der anderen, traute sie sich das nicht zu, wollte sie nicht?

x 1 #242


A


Wie hole ich das Maximum aus meiner Trennung raus?

x 3


ElGatoRojo
@Nalf - Du zitierst was ich je irgendwo mal geschrieben habe und reißt es aus dem Zusammenhang, nur um mir etwas nachweisen zu wollen? Spar dir die Mühe

Taubenschach

#243


B
Balu, gute Frage:

Frauen durften in Deutschland ab 1909 die ersten Führerscheine machen, mussten aber bis zum Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes im Juli 1958 die Erlaubnis ihres Mannes oder Vaters einholen, um ein Auto zu fahren; in der DDR wurde dies schon 1949 ermöglicht. Damit wurde ein Gesetz aufgehoben, das Frauen quasi die rechtliche Eigenständigkeit im Straßenverkehr verwehrte, obwohl sie schon früher Fahren konnten.

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Meine Mutter war 1958 schon 34 jahre alt und vermutlich hatten sie kurz nach dem Krieg noch gar kein Auto. Frauen wurden damals zur Unselbständigkeit erzogen und hatten eher die dienende Rolle.
Dementsprechen gering ausgeprägt wird das Selbstbewusstsein gewesen sein.

Ansonsten, fragen kann ich sie nicht mehr, sie ist lange tot.

x 2 #244


N
Zitat von ElGatoRojo:
In den Handwerksbetrieben meiner Verwandschaft war die Ehefrau in Werkstatt und Laden der Backgroud

War sie denn Miteigentümerin des Betriebs und alleinzeichnungsberechtigt? Oder wenigstens ordentlich angestellt mit ordentlichem Gehalt UND Sozialabgaben?
Denn die Ehefrauen und Töchter aus dem Betrieb meines Opas arbeiteten Vollzeit und mehr mit, ohne diese Annehmlichkeiten. Der Betrieb war der vom Mann und Sozialabgaben wurden zu Gunsten des Betriebs nicht geleistet. Bei arbeitenden Familienmitglieder musste man das damals auch nicht.

Zitat von Balu85:
Was ich mich da jetzt frage, war das so weil sie es nicht durfte.

Meine eine Großmutter hat keinen gemacht, weil eh klar war, dass sie kein eigenes Auto bekäme. Sie fuhr also Rad und Opa den Mercedes.

Die andere Oma hat den Führerschein aus ihren ersten Gehältern bezahlt. Die Eltern hätten den nicht finanziert. Beim jüngeren Bruder schon.

Auch meiner Mutter wurde familiär bei der Finanzierung von Führerschein und Auto nicht geholfen. Hat sie dann aus der Waisenrente, die ihr Stiefvater nicht mehr "für alle" einbehielt, als sie auszog,selbst gemacht. Sie bestand auch auf eigenem Auto, ließ aber meinen Vater immer fahren, wenn sie zusammen unterwegs waren. Sonst hätten die Nachbarn getuschelt und er sich "weniger männlich" gefühlt. Als meine Mutter schon 10 Jahre lang den Führerschein hatte liefen im Fernsehen immer noch die Spots, die auf die schlechteren Fahrkünste der Frauen genauso wie auf spielende Kinder als Unfallrisiko aufmerksam machten. Sie hat das selbst geglaubt, bis die Unfallstatistiken gegendert wurden und ihre Versicherungsprämie sank, weil sie als Frau kein größeres, sondern ein signifikant geringeres Unfallrisiko hatte. Das würde dann im Rahmen der Gleichberechtigung wieder in einen Unisextarif geändert.

Wenn sie als 70jährige am Steuer ihres Sportwagens saß, würde sie von Männern ihres Alters als "burschikos" bezeichnet. War für sie ein Kompliment. Die Männer meinten es als Beleidigung. Vermutlich war es Neid. Denn das Auto hatte sie sich trotz 2 Kinder und schlechterer Löhne selbst verdient und wurde mehrfach aufgefordert, es nicht zu kaufen, sondern das Geld doch für die Kinder und Enkel zu sparen. Meinen Vater hat nie jemand aufgefordert, sich kein Auto zu Gunsten der Familie zu kaufen.

Das nennt sich gesellschaftlicher Druck.

Und es ist sehr anstrengend, ständig dagegen anzukämpfen. Aber dieser Kampf und diese Frauen im Sportwagen haben dazu geführt, dass ich nur mit den Schultern zucke, wenn mir vorgeschlagen wird, doch das kleinere, kinderfreundlichere Auto zu wählen.

Meinem Ex als Hausmann war es übrigens auch noch wichtig, ein teures Auto zu fahren und so zu tun,als habe er es selbst verdient. Dass seine Frau ihm ein Auto kauft hat er niemanden erzählt. Und dass er zugunsten der Kinder oder der Familie nur ein kleines fährt, stand nie zur Debatte.

x 3 #245


ElGatoRojo
Zitat von Nalf:
War sie denn Miteigentümerin des Betriebs und alleinzeichnungsberechtigt?

Um einen Handwerksbetrieb zu führen gab es die Meisterpflicht bei bestimmten Handwerken. Bei anderen wurde es erwartet, dass der Inhaber Meister seines Handwerks ist (Qualitätsvermutung).

#246


B
"Und es ist sehr anstrengend, ständig dagegen anzukämpfen"
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Ohja...es geht, wie immer, um Macht und Kontrolle.

Ich selber fahre Audi, mit ordentlich Bu.m.s. Ich bin 60 Jahre alt und recht sportlich, wie oft versuchen Männer auf der Autobahn mich auszubremsen, mich zu überholen oder ansonsten in irgendeiner Form zu provozieren.
Seit 42 Jahren fahre ich Auto, unfallfrei....das dazu....

Und noch heutzutage versuchen vorzugsweise Männer meiner Altersklasse mir das Leben zu erklären.

*GÄHN

x 1 #247


M
Zitat von Nalf:
War sie denn Miteigentümerin des Betriebs und alleinzeichnungsberechtigt? Oder wenigstens ordentlich angestellt mit ordentlichem Gehalt UND Sozialabgaben? Denn die Ehefrauen und Töchter aus dem Betrieb meines Opas arbeiteten Vollzeit und mehr mit, ohne diese Annehmlichkeiten. Der Betrieb war der vom Mann und ...

Ich finde diese Gedanken echt interessant, auch wenn sie nichts mehr mit dem eigentlichen Thread zu tun haben 😇 ...FrauenMännerundGeld bzw. Besitz....jaja...

Meine Mutter zB hatte zwei Brüder, die durften selbstverständlich studieren. Meine Mutter ist dann gegen ihren eigenen Vater vor Gericht, weil er meinte als Mädchen steht ihr kein Studium der Medizin zu obwohl er Geld wie Heu hatte. Am Ende hat sie ihr Studium mit Schulden finanzieren müssen. Obwohl sie immer super Noten hatte und hochintelligent war. Ählich wird es mit einer Meisterausbildung gewesen sein. Oft wurden Karrieren Mädchen verwehrt. Und ohne Karriere kein Besitz. Ohne Besitz keine Unabhängigkeit und damit Schutz vor
emotionalem, sexuellem und körperlichen Missbrauch in Beziehungen. Eigentlich ganz einfach.
Natürlich konnte eine Frau auch Glück haben und einen guten Mann erwischen. Aber das war nicht bei jeder so.

Es ist auch heute noch ein Thema an dem viele Beziehungen scheitern...vom Geldkrieg nach Scheidung nicht zu sprechen.
Meine Nachbarn zum Beispiel haben einen Bauernhof. Er hat sie nicht geheiratet, weil er Angst hatte, dass er dann vom Familienbesitz abgeben muss. Sie hat ihm jahrelang (18) den Rücken freigehalten, die Blumen gepflegt, den Hof gekehrt, die Kinder großgezogen (fehlt später in ihrer Rente, da sie nur Teilzeit erwerbstätig war), die Tiere gepflegt und die Ferienwohnungen geputzt und das Haus sauber gehalten. Alles ohne Ehevertrag, ohne Entgelt, ohne abgesichert zu sein. Und ohne dass ein einziger Ziegelstein ihr gehört.
Irgendwann hat es ihr gereicht und sie ist ausgezogen. Ich glaube er versteht bis heute nicht warum.
Er hatte ja alles: Hof, Haus, Kinder, gute Rente, guten Job, und ne Mami, die den Rest gratis macht.
Sie: lebt heute in kleiner Mietwohnung, muss finanziell von vorne anfangen. Schade um ihre Lebenszeit und Energie. Schade um die Beziehung. Schade für die Kinder.

Sowas höre ich je älter ich werde immer öfter.
Es ist nicht nur ein Thema unserer Großmütter.
Auch wenn ich selber nie finanziell mit einem Partner wirklich verbandelt war und immer selber
Geld hatte, machen solche Geschichten mich traurig.
Hier gehts nicht um Liebe. Es geht um Fairness. Und Respekt. Ohne das ist dauerhafte Liebe ja
garnicht möglich, denn Liebe setzt voraus, dass ich die Interessen des anderen ebenso wichtig nehme
wie meine eigenen und nicht übervorteile. Sonst schädige ich die Beziehung und damit die Familie und
mich selbst.

x 5 #248


ElGatoRojo
Zitat von merretich:
Hier gehts nicht um Liebe. Es geht um Fairness. Und Respekt. Ohne das ist dauerhafte Liebe ja
garnicht möglich, denn Liebe setzt voraus, dass ich die Interessen des anderen ebenso wichtig nehme
wie meine eigenen und nicht übervorteile.

sic. Zuzustimmen, aber dieser Grundsatz ist nicht erst von diesem Jahr.

x 1 #249


M
Zitat von ElGatoRojo:
sic. Zuzustimmen, aber dieser Grundsatz ist nicht erst von diesem Jahr.

Nö. Und ich würde ihn umgekehrt auch auf Frauen anwenden.
Ich fände es schön, wenn Männer und Frauen sich einfach als Menschen wieder begegnen und
sich gegenseitig zuhören könnten. Weil da ist viel schiefgelaufen die letzten Jahrhunderte.
Das kann sonst nicht heilen, denke ich. Gestern habe ich gerade drüber mit einer Freundin
diskutiert, und sagte, eigentlich die die Tatsache, dass beide Geschlechter zunehmend unabhängig
voneinander werden die beste Voraussetzung, wirklich aus Liebe zusammenzukommen.
Nicht aus Not, zum eigenen Vorteil oder wegen gesellschaftlichem Druck.
Aber dazu muss das Kriegsbeil begraben werden. Und das geht nur wenn man sich zuhört, sich
ernst nimmt und die Geschichte akzeptiert, denke ich.

x 3 #250


ElGatoRojo
Bis zum Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes am 1. Juli 1958 konnte ein Ehemann seiner Frau das Autofahren oder den Erwerb des Führerscheins untersagen. Dies basierte auf dem gesetzlichen Vorrang des Ehemanns in allen Angelegenheiten des gemeinschaftlichen Lebens.

erzählt uns die KI. Und das ist eben etwas anderes als "dass Frauen ihren Mann um Erlaubnis fragen mussten". Natürlich gab es Idioten von Männern, die so eine Berechtigung ausnutzten

#251


Wurstmopped
Zitat von Nalf:
Es reicht doch vollkommen, wenn in einem Thread eine Frau auf 3 Männer trifft, die ihr beleidigende Defizite unterstellen, weil sie sich aus der letzten Beziehung heraus weiter entwickeln und nicht dem nächsten Mann anspruchslos an den Hals werfen möchte. So hier geschehen.

Habe ich nicht, aber egal.
Ich finde es super, wenn man in der Lage ist sich selbst zu reflektieren und daraus lernt, die gleichen Fehler nicht noch einmal begehen zu müssen.

x 1 #252


B
erzählt uns die KI

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War mir klar, dass dich das wurmt und du das jetzt unbedingt noch relativieren musst. *lächel

x 3 #253


Balu85
Zitat von Besserwisser60:
Meine Mutter war 1958 schon 34 jahre alt und vermutlich hatten sie kurz nach dem Krieg noch gar kein Auto. Frauen wurden damals zur Unselbständigkeit erzogen und hatten eher die dienende Rolle.
Dementsprechen gering ausgeprägt wird das Selbstbewusstsein gewesen sein

Hm....so etwas kenne ich weder von meiner Großmutter (1938 )noch meiner Mutter. Letztere hat den Führerschein noch zu Ostzeiten gemacht. Meine Oma erst nach der Wende. Aber gerne gefahren ist sie nie. Nur mit dem Auto von ihrer Arbeit....aber nur das.
Zitat von Nalf:
Wenn sie als 70jährige am Steuer ihres Sportwagens saß, würde sie von Männern ihres Alters als "burschikos" bezeichnet. War für sie ein Kompliment. Die Männer meinten es als Beleidigung.

Ich persönlich finde "burschikos" weder als Beleidigung noch als Kompliment. Es ist eine Beschreibung.
Zitat von Nalf:
Das nennt sich gesellschaftlicher Druck.

Ja, den gab es damals mit Sicherheit. aber das ist ja nun auch schon einige Jahre her.
Zitat von Nalf:
Aber dieser Kampf und diese Frauen im Sportwagen haben dazu geführt, dass ich nur mit den Schultern zucke, wenn mir vorgeschlagen wird, doch das kleinere, kinderfreundlichere Auto zu wählen.

Wieso ist eigentlich das "kinderfreundliche" Auto klein. Ich hab mir extra nen Pempersbomber gekauft damit Platz ist.
"Diskussionen" geb es nur bei der Modellwahl.....das wo sie sagte "der da, mit richtig Bums unterm Hintern."
Joa...kann man machen V6 Turbo, macht sich gut wenn man 10km Arbeitsweg hat. Verbrauch/Verschleiß wenn vorher schon jeder Reifenwechsel für große Augen sorgt. Ob ich damals dann "der Ar." war weil ich auf die Sinnhaftigkeit/Finanzierbarkeit hingewiesen habe. Keine Ahnung.

Aber es ging ja nicht nur ums Autofahren.....Finanzen und Co. Meine Großeltern habe ich stets so erlebt das sie das gemeinsam entschieden haben. Auch kann ich mich nie an Situationen entsinnen wo der Opa im Wohnzimmer saß und fernschaute wärend Oma das Essen machte. Das machten sie gemeinsam. Und bei meinen Eltern hat das meiste wohl meine Mutter entschieden. Hatte ja keine andere Wahl. Mein Vater hatte selten eine Meinung. Bzw. hatte er sie sicherlich schon, hat sie aber nicht geäußert. Was ja auch recht bequem ist. Wer nichts entscheidet kann keine falschen Entscheidungen treffen. Kenne ich ja auch.
Also von unselbstständig,kein Selbstbewusstsein kann ich in meinem Umfeld nicht reden.

x 1 #254


B
Also von unselbstständig,kein Selbstbewusstsein kann ich in meinem Umfeld nicht reden.
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Versteht sich von selber, dass bei den Herren, die sich zu diesem Thema hier beteiligen selbstverständlich alles anders lief. Da waren die ihnen bekannten Frauen damals selbstbewusst, souverän und sind fortschrittlich Auto gefahren und haben eine Firma geleitet (wer es denn glaubt)

Mag alles sein.

Ändert aber nicht an dem damaligen Zeitgeist und da sind Männer Auto gefahren und Frauen waren eher die Ausnahme.

Worum geht es denn hier mal wieder, um das Autofahren geht es jedenfalls nicht, sondern hier möchten besonders "gebildete" Herren besonders "einfältigen" Frauen mal wieder ihre Welt erklären und wie es damals lief.

Langweilt mich ungemeint, immer dasselber Geseier.

Deswegen bin ich jetzt auch raus.

x 1 #255


A


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