Moin HarryKane,
Du kannst dich auf eine Sache felsenfest verlassen:
Von vielen Geschichten, die ich kenne, hast du eine der krassesten durch UND kommst relativ knackig kernig gesund rüber.
Das lässt schliessen auf einen hohen Grad von Orientierungsfähigkeit und Selbststrukturierungsfähigkeit deines Denkorganes, vulgo Hirn.
Ich kann deine Wut nachvollziehen. Es ist wirklich unfassbar, was Menschen Menschen antun. Namentlich ihren Kindern. Das gibt es bei keiner anderen Spezies, bzw. man weiss, dass dann der Nachwuchs verstirbt.
Viele Menschen mit deiner heftigen Vorgeschichte haben gar nix mehr gepackt, sind längst verstorben, hängen an Süchten oder wurden selbst zum aggressiven Menschen.
Du bist anders.
Du bist definitv anders als deine Ex. Sie ist in den Sinne kein Spiegel, sondern ein Pendant und "roch" wahrscheinlich wie zuhause. Man nuss schon ein bisschen so wie du gestrickt sein um sie hinter alle Deichkanten marschieren zu lassen 3,5 Jahre lang. Das war definitiv eine chaotische Verbindung und sie ist leider von so schlechten Eltern, dass sie dich bis zum bitteren Ende ausnuckelte und auf die Strasse setzte.
In ihren Augen übrigens bist du tatsächlich "schuld". So ist das eben, wenn man mit einer Frau eine intime Beziehung eingeht, die Staatsanwaltschaft und Richterin in Personalunion verkörpert. Bei ihr wird sich da wenig nur ändern können-wollen. Interessant ist allerdings der junge Mann, der sich auf die Anklagebank setzte.
Das Leben ist kein Gerichtssaal, eine Paarbeziehung schon gleich gar net.
Es gibt in Wahrheit keine Schuld. (Ok, im Sinne von Delinquenz, dein E-bike einsacken und so Dinge, da wurde _sie_ dann so schuldig, wie du sie hast gewähren lassen).
Ein kurzes Schamgefühl genügt Menschen, die im bisherigen Leben schnell auf der Anklagebank Platz nahmen zu einer Kurskorrektur. Fühlst du dich "schuldig" ist das ein Indikator, dass du zu streng von dir selbst forderst oder ein anderer Mensch von dir fordert.
Das zu verstehen kann dir ein Leuchtturm sein, solange Verlustangst bei dir schnell antriggerbar ist und in deinem Kopf der Nörgelkasper sofort sagt: Streng dich mehr an, unterwerfe dich, mach und tu, dann wirst du gut behandelt werden und nicht verlassen werden.
Ist völlig ok gewesen bei deinem aggressiven Vater. War sogar überlebensnotwendig. Ist für den Rest des Lebens um sich gegenüber anderen Primaten durchzusetzen eine Grande Katastrophe Infernale Strategie.
Du kannst es im beruflichen Bereich und bei Freunden mit Sicherheit zu 90%, wie du hier deinen Thread führst, Respekt 100%. Gesprächstechniken nach Rogers werden noch sehr sinnvoll für dich werden, wenn du beginnst selbst so mit dir zu sprechen. Also Chapeau für die Berufswahl.
Wenn du in einer Therapie (und gesunderweise nur da oder anonym im Internet) all deine Karten auf den Tisch legst, wirst du die Erfahrung machen, dass dich 2 Menschen dafür so annehmen werden, wie du bist.
Der Therapeut, der dein Lotse auf der Reise ist und du dich, mit allen Fehlern, die du gemacht hast.
Von einer Frau in einer Partnerschaft kannst du nie erwarten, dass sie dich annehmen wird, mit allem, wie du bist.
Eine Frau wird immer wieder mal abklopfen, ob du gut genug für sie bist. Gut genug bist du dann, wenn du selbständig für dich einstehst.
Sagen werden sie dir das Gegenteil: Tu dies das und jenes! Sagst du Hä, wah, och nö! bleiben sie. Fängst du aber mit deinem Programm an, tust machst und unterwirfst dich, wird eine relativ stabile Frau die Trennung einläuten. Eine instabile Frau räubert dich erst aus und versklavt dich mit allen Mitteln, setzt dich dann auf die Strasse und ist im festen Glauben, du seist "schuld" an allem.
Frauen sind so, Menschen sind so.
Solange du mit einem Wunsch nach völligem Angenommensein in eine Liebesbeziehung startest, würde ich nicht von "bindungsängstlich" sprechen.
So realitätsfern und sich selbst eben nicht annehmend wäre es ja geradezu naiv zu glauben, da gäbe es was anderes, als auf die Nase.
