Zitat von silos: Meine Frage ist,
wie lang war denn euer Liebeskummer bis jetzt so? Hattet ihr auch monatelang/jahrelang zu kämpfen und es wurde trotzdem dann irgendwann besser?
Welche "Strategien" habt ihr alle so angewandt um da raus zu kommen?
Also bei mir war das etwas unterschiedlich.
Der allererste Liebeskummer hat nicht so lange dauert, ich schätze mal, ist ja schon lange her, ein paar Wochen.
Dann hatte ich mal einen so richtig süß-melancholischen (ich weiß gar nicht, ob man hier von Kummer im eigentliche Sinne reden kann). Eine junge Frau aus Deutschland, die hier auf Urlaub war, wir hatten als nur ein paar Urlaube - aber was für eine Romantik, das habe ich bis heute nicht vergessen; überhaupt der Abschied - den könnte sich wohl auch ein Regiesseur nicht besser ausdenken).
Der nächste - nach 15 Jahre Beziehung - hat auch nicht lange gedauert. Da habe ich nämlich den, aus heutiger Sicht, fatalen Fehler gemacht, wenig später die nächste Beziehung einzugehen (was keine Gute Idee war, das war nämlich mehr oder weniger eine reine Säggs-Beziehung, und mit jemandem zusammenzuleben, wo die Gefühle, gelinde sagt, stark reduziert sind, keine gemeinsam Interessen vorhanden sind (außer dieses eine, wenn auch mehr oder wenig exzessiv ausgelebt) usw., das ist nicht mein Ding, das macht mich regelrecht krank.
Dann folgte eine Beziehung, bei der ich das Gefühl hatte - das ist nun die große Liebe, besser kann man es nicht treffen. Diese Frau hat mich allen Ernstes regelrecht angehimmelt (gegen meinen Willen, weil e so völlig unrealistisch war), und ich habe sie tief geliebt - da meint man dann, das sei nun gewissermaßen der Himmel der Liebe, aus dem man gar nicht mehr fallen könnte. So, dann hat eine Kleinigkeit genügt (ich hatte vor ihrer Zeit mal Mailkontakt zu einer anderen Frau, keinen weiß Gott wie außerordentlichen, einen ganz normalen mit ein paar flirtartigen Bemerkungen - den hat sie entdeckt, weil ich meinen Laptop einfach achtlos nicht abgeschaltet hatte und mir ja auch gar nichts gedacht hatte) - und wahrlich von einer Sekunde auf die andere war es vorbei und der "Weltbeste" war plötzlich ein "Monster" ... Danach war ich dann über Monate, ein halbes Jahr lang, kann man sagen, völlig am Boden zerstört. (Das hat mich übrigens auch ins Forum gebracht.)
Und nach der nächsten Beziehung war es ähnlich, da hat mich die Trennung dann auch für einige Monate völlig aus der Bahn geworfen.
Aber was ich beobachtet habe, ist, dass bei mir, auch wenn ich so völlig am Boden liege, dann ein Moment kommt, wo sich die Dinge wieder schlagartig ändern und ich mich recht plötzlich in meinem eigenen Leben wiederfinde. Ich leide dann gar nicht mehr, wollte auch um nichts in der Welt zurück, sondern breche sozusagen nach neuen Ufern auf, ohne irgendeinen nostalgischen oder sehnsüchtigen Blick zurück.
Mir kommt das vor wie eine Neugeburt.
Ich bin dankbar für alles, was ich erleben durfte, auch wenn es eben dann etwas unglücklich geendet ist. Aber ich blicke in keiner Weise im Gram zurück.
Nun, da ich alt bin und eine Beziehung gar nicht mehr in Sicht habe, macht mir das alles ein gewissermaßen herbstliches Lächeln, und ich könnte mich über nichts ernsthaft beschweren oder mir über dieses und jenes die Haare ausraufen.
Ich glaube, im Endeffekt hat alles seinen Sinn, und es ist gut, wie es ist, und es war gut, wie es war.