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wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

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Wie lange ging euer Liebeskummer / welche Strategie?

S
Zitat von Fenjal:
Theater sollte auf Bühnen passieren, dort ist diese Kunst gut aufgehoben

Ja, und in diesem Forum auch. Dieses Forum wurde ja eigens dafür geschaffen, um dem Theater des Liebeskummers einen Raum zu geben. Menschen sind nun mal soziale Wesen und dafür ausgelegt, enge zwischenmenschliche Bindungen aufzubauen und wenn diese wegbrechen, tut das halt weh. Liegt wahrscheinlich an der Steinzeit und der Evolution und so.

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S
Danke immer für die Antworten.
Tut mir gut mich auszutauschen weil ich es im echten Leben irgendwie kaum kann...


Wie interpretiert ihr denn Träume? Haltet ihr davon was oder denkt ihr, dass man da nichts großes reinintetpretieren sollte.
Es ist so, dass ich immer mal wieder aber in den letzten Wochen wirklich deutlich mehr viel von meiner Ex träum. Und da bin ich halt komplett ausgeliefert im Gegensatz zum Tag.
Logischerweise bin ich dann auch in der früh noch gedanklich bei ihr und das nervt wenn der Tag schon bescheiden los geht.

Zum Glück gehts mir jetzt nicht super schlecht oder so...sehr dankbar dafür aber es ist schon eine Last das ständig mit zu tragen

#527


A


Wie lange ging euer Liebeskummer / welche Strategie?

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M
@silos
Zitat:
Wie interpretiert ihr denn Träume?

Gemäß der Traumdeutung, die auf Sigmund Freud zurück geht, können in nächtlichen Tiefschlaf-Träumen unbewußte Konfliktinhalte erscheinen, die im wachen Zustand verdrängt werden.

Im quälenden Gemüt des Verlustschmerzes, der dich psychisch vereinnahmt hat und gedanklich intenisv beschäftigt, ist die Präsenz der Frau in deinen Träumen, die dich velassen hat, wenig überraschend und nicht weiter verwunderlich. Sie spielt im Komplex deines akuten Leidenszustands eine bedeutsame Rolle. Deine Träume handeln aber nur von deinen ureigensten inneren Konflikten, die du mit dir selber austragen mußt, weil sie fundamental im Unbewußten deiner Psyche und Lebensgeschichte angesiedelt sind.
Die Traumbilder vermögen dir jedoch Hinweise auf deine Verhaltensweisen während der Beziehung und Trennungsgeschichte im realen Zuammensein mit der Frau geben. Sie spiegeln, so interpretiert, deinen Anteil an der Beziehung und dem Buch dergleichen - ganz wichtig: das ist nicht im moralischen Sinn als Schuld zu verstehen, bestenfalls als Problemkomplex in deinem Seelenleben unabhängig von der Person der frühreren Freundin.

Deine ehemalige Freundin erscheint dir im Traum lediglich als Symbol bzw. Botschaft eines Konfliktes, der durch den Verlust der emotionalen Bindung erst aufgebrochen ist.

Der Begründer der orthodoxen (=ursprünglichen) Psychonanalyse, Sigmund Freud, hat die Traumdeutung in seine Behandlungspraxis einbezogen, nachdem er sich durch Selbstbeobachtung sicher war, daß die meist als verwirrend und unverständlich im Traum erschienenen Bilderabfolgen und Situationen, im Unbewußten verborgene, innerpsychische Konflikte aufzeigten.
Das Träumen, im Übergang vom Unbewußten in die bewußte Wahrnehmung des Gedächtnisses, das morgens mit der Erinnerung aufwacht, erfüllt eine nützliche Funktion. Es zeigt dem Betroffenen auf, was unter der Schicht des Verdrängten verschüttet ist und bewußt aufgegriffen werden kann, zur Erkenntnisgewinnung der eigenen Defizite.

In der analytischen Praxis sind infolge der Entdeckungen von Freud die Traumsequenzen der Patienten hauptsächlich symbolhaft im Spannungsfeld belastender Konflikte psychologsch gedeutet worden, um den Betroffenen vor Augen zu führen, wo ihre (unbewußten) Anteile einer psychisch destruktiven Problematik liegen - wobei es im letzten Jahrhundert der Psychoanalyse und Traumdeutung anfänglich um Hysterie bei Frauen und später um Neurosen (=Realsitätsverzerrung) beider Geschlechter ging.

In der tiefenpsyhologischen, therapeutischen Geprächspraxis der Gegenwart hat sich die Traumdeutung gewandelt und nimmt nicht mehr den Stellenwert ein, den die Traumdeutung zu Zeiten ihrer Anfänge noch hatte.

Dennoch halte ich die Interpretation der Trauminhalte zur Erkenntnisbildung immer noch für ein starkes Instrument in der kognitiven Selbstpsychologie.

Ich kann dir nur empfehlen, deine Täume unmittelbar nach dem Aufwachen zu notieren. Sie können dir etwas über deine unbewußen Motive und Defizite mitteilen, sozusagen als Auftrag, die Konflikte grundlegend anzugehen.

#528


D
Lieber silos, weil Du im anderen Thread gerade gepostet hast, wie schlecht es dir geht, darf ich dich etwas fragen? Mit dem heutigen Wissen, mit all dem Schmerz den du fühlst und der dich beherrscht, hättest du vor 2 Jahren anders gehandelt? Hättest du versucht die Beziehung zu erhalten und bedauerst die verpasste Möglichkeit jetzt? Oder ist es ein Bedauern, dass die Realität einfach eine andere war und ihr nicht funktioniert habt zusammen? Oder ist es Selbstmitleid? Verzeih wenn ich es so nenne, manchmal darf man sich natürlich auch selbst Leid tun.

x 1 #529


D
Schade, dass du mir nicht antworten magst. Hätte mich persönlich interessiert. Alles Gute👍.

x 1 #530


S
Zitat von Diandra:
Lieber silos, weil Du im anderen Thread gerade gepostet hast, wie schlecht es dir geht, darf ich dich etwas fragen? Mit dem heutigen Wissen, mit all ...

Sorry irgendwie überlesen...

Sehr schwer zu beantworten. Ich glaub sogar es ist ne Mischung aus allem. Ja im Nachhinein hätte ich gewisse Dinge anders machen können...auf jeden Fall.
Ich fühl mich jeden Tag einsam und denke halt ständig auch an die Ex. Würde jemand anders in mein Leben treten glaub ich aber auch, dass es nicht nur die Ex ist sondern allgemein das Gefühl.
Das mit dem Selbstmitleid trifft auch auf mich zu. Nicht durchgehend aber immer wieder. Das sind dann eher die schlechten Phasen...teils depressive.

#531


Ete
Magst du uns ein Update geben? Wie geht es dir? Was macht dein inneres und äußeres Liebesleben?

#532


S
Zitat von Ete:
Magst du uns ein Update geben? Wie geht es dir? Was macht dein inneres und äußeres Liebesleben?


Ja mal ein Update:

Also nachdem es mir ja wieder über einen längeren Zeitraum nicht gut ging ist es jetzt die letzten 2-3 Wochen eigentlich ganz gut. Hatte mal irgendwie vor paar Tagen einen "Rückfall" bei dem ich heftig an die Ex denken musste aber sonst ist es zur Zeit ok.

Ich denke zwar täglich an die Ex...find sie nach wie vor toll. Ab und zu denk ich auch an das kurze Techtelmächtel um die Weihnachtszeit mit dieser einen anderen sehr tollen Frau. Da wurde ja nichts draus. Und natürlich bin ich ständig mit meiner Einsamkeit konfrontiert weil ich einfach einsam bin + gewisse Nähebedürfnisse verspür.

Auch wenn meine Themen weiterhin präsent sind und ich sie jeden Tag spüre und sie mich dauernd beschäftigen...es ist gerade alles etwas leichter. Ich hab auch Freude an Dingen....Ich kann mich gut ablenken.

Meine Arbeit genieße ich, auch wenn ich aufgrund des Plans in naher Zukunft selbstständig zu werden nervös bin. Ich hab Freude an meiner Familie...speziell den Nichten und Neffen. Was mir sehr gut tut ist der kommende Frühling. Einfach Sonne.

Was weiterhin schon echt schlecht ist sind die Tage/Stunden in denen ich mit mir so gar nichts anzufangen weiß. Da bin ich teils Stunden ohne Beschäftigung. Da schau ich aufs Handy...auf dating Apps. Mach den fernseher an und aus und dann wieder von vorn. Da gehts mir dann nicht so gut und ich Zweifel richtig am Sinn. Meine Einsamkeit kommt stark hoch. Fühl mich sehr allein und mir kommt einfach nichts was ich machen könnte.

Das zweite was mich weiterhin sehr triggert und mir einfach weh tut: wenn ich attraktive Frauen sehe...oder ein süßes Pärchen...oder eine liebe junge Familie mit Nachwuchs etc....
Tut weh weil ich es selbst so gern hätte. Aber meilenweit davon weg bin.

Also ja ich denk an die Ex. Ja ich wäre aber offen für Neues aber lern niemanden kennen. Ja ich bin einsam. Aber derzeit ist es alles sehr gut zum ertragen. Mir gehts nicht mega gut. Ich bin nicht bei 100%. Aber ich bin froh und dankbar dass es mir derzeit wirklich ok/ganz gut geht. Gerade im Vergleich zu den schlechten Phasen ist es ganz angenehm derzeit. Ausser dass ich krank war und weit Wochen einen super nervigen Husten habe 😊

x 2 #533


S
Ich schreib mal wieder hier in meinen Thread...

Ich weiß die meisten hier können bei mir nur noch mit dem Kopf schütteln aber ich brauch das hier jetzt einfach um mal die Sachen aus meinem Kopf und Körper nach außen zu tragen.

Ich kann in den letzten Wochen wirklich viele Fortschritte in meinem Leben und meinem Wesen feststellen. Es läuft in manchen Bereichen gut. Ich hab mich in mamchen Bereichen weiter entwickelt. Ich freu mich auf manche Sachen und kann auch Zeiten genießen. Dafür bin ich sehr sehr dankbar und darauf bin ich auch stolz.

Trotzdem bleibt mir mein groser Klotz am Bein (auch wenn es im Vergleich schon besser geworden ist).
Die allgemeine Einsam bzw. sogar eine Art Torschusspanik...Ich geh auf die 40 zu. Mit Frauen hat es bisher nicht funktioniert bzw. Hab ich nie jemanden wirklich kennen gelernt. Wieso sollte es in den nächsten 40 Jahren besser werden?
Ich mein ich kenn ja auch genug Leute die sind seit 50 Jahren single...keine Kinder...Allein. das macht schon einiges mit mir.

Das andere ist meine Ex. Die war gefühlt schon mal ein Stückchen weiter weg....aber sie ist einfach täglich in meinem Kopf. Ohne Ausnahme. Absoluter Wahnsinn.
Dazu kommt noch, dass sie im Mai Geburtstag hat und ich mach mir jetzt schon einen Kopf ob und wie ich ihr schreiben soll. Das paradoxe ist, dass ich ihr wahrscheinlich nicht schreiben sollte...mein Körper und alles aber genau anders verhält. Das hat jetzt gar nicht nur mit ihr als Ex zu tun sondern glaub ich auch mit Verlustangst. Das ein Mensch so komplett raus ist aus dem Leben fällt mir schwer. Durch die Liebesbeziehung ist es halt nur x-fach verstärkt.
Wenn ich hier schreiben würde was ich ihr am "liebsten" schreiben würde dann würden mich hier alle für verrückt erklären. Aber ich will hier im Forum halt ehrlich sein.

Unter Tags gehts dann einigermaßen mit den Gedanken. In der früh ist es irgendwie immer am intensivsten

#534


B
Zitat von silos:
Wenn ich hier schreiben würde was ich ihr am "liebsten" schreiben würde dann würden mich hier alle für verrückt erklären.

Ich würde dich für vernünftig erklären, wenn es du es lieber hier schreibst, als tatsächlich irgendwann einmal ihr.
Oder schreib es nur für dich selbst in deine Handynotizen, aber schick es nicht ab an sie.
Das selbe mit dem Geburtstagsgruss, es gibt doch den Thread „Schreib hier deine SMS statt an die Ex“, dort würde ich ihr gratulieren.
Ich weiß, fühlt sich irgendwie nutzlos an, aber dann wurde es immerhin abgeschickt, vielleicht hilft das für den Moment.

#535


Mindtricks
@silos

Wir sind uns wirklich recht ähnlich:

Auch bei mir sind die Emotionen morgens am stärksten - hier wurde ja von Ravenclaw bereits erklärt, woran genau das liegt (hoher Cortisolwert, noch keine errichteten emotionalen Schutzmauern...).
Bin ich abends mittlerweile recht gut drauf und habe sogar einen gewissen Abstand zur Sache gewonnen, fange ich morgens gefühlt wieder bei null an.
Was nicht ganz stimmt...vor 3-4 Wochen noch war es so: Ich bin aufgewacht mit einem Adrenalinschub! Die Gedanken sind auf mich eingestürmt, Herzrasen, Zittern, Angst.
Mittlerweile ist das etwas abgeebbt: Ich fühle mich nicht mehr so sicher und ruhig wie am Abend zuvor und bin rastlos aber es geht schon deutlich besser. Vermutlich darf ich aber auch hier mit weiteren Schwankungen in den kommenden Wochen rechnen.

Zitat von silos:
Das andere ist meine Ex. Die war gefühlt schon mal ein Stückchen weiter weg....aber sie ist einfach täglich in meinem Kopf. Ohne Ausnahme. Absoluter Wahnsinn.


Ich bekomme sie auch nicht aus meinem Kopf - ich bewerte sie nur irgendwie anders.
War es vor kurzem noch eine Idealisierung und das Gefühl, einen Seelenverwandten verloren zu haben, so sehe ich mittlerweile auch die schlechten Seiten unserer Beziehung (zum Ende hin) und empfinde sogar so etwas wie Wut, weil sie mich so eiskalt abserviert hat.
Auch das schwankt von Tag zu Tag...je nachdem, wie ich diesen verbracht habe.

Zitat von silos:
Dazu kommt noch, dass sie im Mai Geburtstag hat und ich mach mir jetzt schon einen Kopf ob und wie ich ihr schreiben soll. Das paradoxe ist, dass ich ihr wahrscheinlich nicht schreiben sollte...mein Körper und alles aber genau anders verhält.


Vor der gleichen Überlegung stand ich vor einigen Tagen auch - da war aber noch alles so frisch, dass ich mich gegen eine Nachricht entschieden habe. Es wurde mir hier im Forum auch deutlichst davon abgeraten.
Zum Einen, weil man mit der Reaktion der Ex (oder auch der ausbleibenden Reaktion) mental klarkommen muss. Und ich habe mir die Frage auch gestellt: Würde nur ein kühles "Danke" zurückkommen...was würde das mit mir machen? Vermutlich würde es mich um Tage der Entwicklung zurückwerfen.

Außerdem signalisiert es, dass du noch emotional an sie gebunden bist - wenn sie sich getrennt hat, dann aus einem guten Grund. Sie würde deine Aufmerksamkeit vermutlich als Bedürftigkeit interpretieren und zeigen, dass du noch Erwartungen in dir trägst.
Muss zwar nicht so sein, denn auch die Frauen sind ja komplett unterschiedlich (da kennst du deine Ex besser) aber es ist wahrscheinlich...

Der Geburtstag war für mich ein schwerer Tag...ich war emotional, musste an sie denken und mich selbst dazu zwingen, die Finger still zu halten. Letztendlich fühle ich mich besser damit, weil ich mir selbst treu geblieben bin und Willensstärke bewiesen habe. Ich sage mir immer: Wenn sie den Kontakt wünscht, vielleicht sogar Reue für ihre kalte Art empfindet, dann weiß sie, wo genau sie mich findet. Sie hat meine Nummer, meine WhatsApp-Daten...Mail.
Und da SIE entschieden hat, über Nacht auf Distanz zu gehen...weil SIE entschieden hat, mich eine Woche lang wie Dreck zu behandeln, muss SIE auch den ersten Schritt zurück in meine Richtung machen.
Das sehe ich jetzt deutlich klarer.

Aber natürlich sind die Gefühle und Gedanken noch da.

x 1 #536


S
Zitat von Mindtricks:
@silos Wir sind uns wirklich recht ähnlich: Auch bei mir sind die Emotionen morgens am stärksten - hier wurde ja von Ravenclaw bereits erklärt, ...



Mein Porblem ist glaub ich auch (unbewusst), dass ich nie eine Aussprache hatte. Wir hatten nie einen Streit oder sowas. Es wurde sich einfach "getrennt". So ist bei mir auch nach soooo vielen Monaten glaub ich einfach kein Abschluss möglich und wer weiß wie viel Hoffnung da bei mir noch mitschwingt. Bestimmt einiges!

Das gemischt mit keiner Alternative macht es halt so schwierig. Ich bin zum Glück kein Häuflein Elend mehr wie ich es schon war. So läuft es ja ganz ok...aber trotzdem JEDEN Tag an die Ex denken ist anstrengend.

Die Ärztin mit der ich im Winter etwas sehr kurzes hatte (leider..) hat mir ja auch gezeigt, dass ich offen für was neues bin. Dass ich Lust hab mich in jemand zu verlieben, jemand kennen zu lernen etc... aber das war halt ein kurzes Glückstreffer und mehr leider nicht

#537


Mindtricks
Ich lese mir gerade den ganzen Beitrag von Anfang 2025 durch - bin erst auf Seite 4.
Aber wirklich: Ich finde mich in dir, deinen Sorgen und Gedanken zu 100 % wieder. Und die ganzen Hilfestellungen der anderen User und Userinnen sind einfach wert gesammelt undarchiviert zu werden. So viele richtige Anstöße und Sichtweisen aus eigenen Erfahrungen heraus.

Kurz: Dein aktueller Herzschmerz hängt noch mit der 2025-Frau zusammen oder ist da zwischenzeitlich eine neue gewesen? Wie gesagt bin ich noch nicht so weit in deinem Thread.

Zitat von silos:
Mein Porblem ist glaub ich auch (unbewusst), dass ich nie eine Aussprache hatte. Wir hatten nie einen Streit oder sowas. Es wurde sich einfach "getrennt". So ist bei mir auch nach soooo vielen Monaten glaub ich einfach kein Abschluss möglich und wer weiß wie viel Hoffnung da bei mir noch mitschwingt. Bestimmt einiges!


Das ist es - diese Aussprache hat es bei mir auch nicht wirklich gegeben. Es war einfach von heute auf morgen Schluss - Kontaktsperre von ihrer Seite aus und bis heute (ganze 16 Tage später) haben wir noch immer nichts voneinander gelesen oder gehört.
Und wir Männer haben es irgendwie in uns, Dinge "abschließen" oder "reparieren" zu wollen. Noch ein letztes Gespräch...eine Klärung...verstehen zu wollen, was die Partnerin zu ihrem Schritt geführt hat.
Letztendlich aber - und das musste ich auch in den vergangenen Wochen lernen - wird auch dieser Schritt nicht wirklich weiterhelfen. Im Gegenteil wirkst du als Mann dadurch flehend, bettelnd und damit extrem unattaktiv.
Gut, wenn es ein Gespräch ist, was von beiden gewünscht und auf Augenhöhe und mit Respekt geführt wird, dann kann es wohl schon einen Effekt haben. Aber dem ist ja meistens nicht so.

Der übliche Ablauf ist:


- Sie gibt dir den Laufpass und schmeisst dich aus ihrem Leben
- Du verfällst in Schock und fängst an zu klammern und dich zu erklären...willst kontaktieren, reparieren..
- Sie zieht sich weiter zurück oder blockt dich sogar.

Es sind alles Dinge, die ich eigentlich selbst sehr genau weiß - aber wenn man in seinem eigenen Herzschmerz steckt, dann setzt irgendwie das Gehirn aus und man braucht Input von außen. Daher ist dieses Forum einfach Gold wert.

Zitat von silos:
Das gemischt mit keiner Alternative macht es halt so schwierig. Ich bin zum Glück kein Häuflein Elend mehr wie ich es schon war. So läuft es ja ganz ok...aber trotzdem JEDEN Tag an die Ex denken ist anstrengend.

Die Ärztin mit der ich im Winter etwas sehr kurzes hatte (leider..) hat mir ja auch gezeigt, dass ich offen für was neues bin. Dass ich Lust hab mich in jemand zu verlieben, jemand kennen zu lernen etc... aber das war halt ein kurzes Glückstreffer und mehr leider nicht


Es ist schwer...sehr schwer aber man muss tatsächlich irgendwie aus seinem Selbstmitleid raus.
Ich war ja schon an der Stelle...mehrfach:
Die erste große Beziehung ging z.B. nach vielen vielen Jahren in die Brüche - gemeinsame Wohnung weg und andere Lebensumstände, so dass wirklich alles zusammenkam. Das Schicksal meinte es nicht wirklich gut mir mir.
Ganze 12 Monate habe ich gebraucht, um wieder aus meinem Loch zu kommen und mich halbwegs zu organisieren.
12 Monate aus Leid, Trauer, Perspektivlosigkeit, Geldsorgen usw.
Aber es musste vorwärts gehen: Jeder Tag war ein Kampf - ich war wirklich in einer Depression.

Dann wurde es besser: Ich schnappte mir meinen Rucksack, packte was zum Trinken ein und machte mich zu Fuß auf (Musik auf den Ohren) in die City - war ein Fußweg von knapp 1.5 Stunden an der Fluss-Promenade entlang. Bin dann durch die Fußgängerzone gelaufen und im Anschluss ins Kino gegangen (weil mich ein Jackie Chan-Film angelacht hat). Alles in der Sonne. Habe mich einer Facebook-Gruppe angeschlossen, wo regelmäßige Treffen (Cocktailabend in der City, Grillen im Park etc.) organisiert wurden.
Und irgendwann...langsam...war die Ex vergessen.
Und erst, als ich wieder komplett Herr meiner Sinne war und (ganz wichtig!) gar keine Frau mehr in meinem Leben wollte/brauchte, trat eine in mein Leben und begann damit, mich zu umgarnen.
Das ist jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit her, hat sich so ähnlich aber noch einige Male wiederholt.

Oft wirst du DANN interessant, wenn du gelernt hast, mit dir selbst klarzukommen. Wenn du bloß! keine Frau mehr in deinem Leben haben willst. Das spüren die Mädels unterbewusst.
Aber klar: Du musst irgendwie unter Menschen - einkaufen gehen, ins Fitnessstudio, neue Firma/neue Kollegin...Fortbildung...und igendwann schickt dir das Schicksal eine Frau in dein Leben.
Das passiert selten gewollt und schon gar nicht, wenn man es erzwingen will. Meistens kommt eine Partnerin zufällig in dein Leben...wenn du gar nicht damit rechnest. Und vor allem wahrscheinlich erst dann, wenn du gelernt hast, dass du dir selbst genug bist.

Ich bin jetzt selbst wieder in der Situation, dass ich mir genau das sagen muss. Und ich weiß ganz genau wie schwer es ist, wenn der Kopf etwas anderes sagt als dein Herz.

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S
Zitat von Mindtricks:
Kurz: Dein aktueller Herzschmerz hängt noch mit der 2025-Frau zusammen oder ist da zwischenzeitlich eine neue gewesen? Wie gesagt bin ich noch nicht so weit in deinem Thread.


Also meine "Liebeskummer" teilt sich in mehrere Teile.
Ich würden sagen die zwei größeren Teile ist einmal die Ex (oder das Gefühl dahinter) und der andere ist allgemein die Einsamkeit, niemanden zu haben und keine Hoffnung auf Änderung.

Ein kleinerer Teil ist eine kurze Datingzeit im Winter letzten Jahres um Weihnachten rum. Da hab ich nach zwei Jahren (nach der Trennung von der Ex) mal endlich jemand tolles über Tinder kennen gelernt. Hatten wirklich zwei wundervolle Dates mit allem drum und dran. Tolle Gespräche, tolle Zeit, tollen Sex. Es hat mir richtig gut getan für den Moment aber natürlich ist es schade, dass daraus nichts geworden ist. War ne tolle Frau und Mensch.

x 1 #539


Mindtricks
Diese Einsamkeit kenne ich - da musste ich selbst einige Male durch und wahrscheinlich jeder, der schon einmal verlassen wurde.
Derjenige, der sich trennt - also der aktive Part -, ist da meiner Meinung nach im Vorteil: Er/sie kann sich schon Wochen oder Monate vorher auf die Trennung vorbereiten, emotional abschließen und sich ein zweites Leben hinter der Fassade der "gesunden Beziehung" aufbauen.

Derjenige, der verlassen wird, sieht sich plötzlich mit allem konfrontiert - schlagartig! -, was so eine Trennung mit sich bringt:

- Gewohnte Abläufe / Routinen brechen weg
- Gemeinsame Freunde ebenso
- Die gemeinsame Zeit (abends zusammen TV schauen, spazieren gehen, Urlaube...) fällt weg usw.

Alles, worauf wir unser Leben ausgerichtet haben, Routinen, die wir etabliert haben, der Mensch, mit dem wir uns austauschen konnten, der uns womöglich auch Stabilität gegeben hat, ist auf einmal weggebrochen.

Klar, dass dann die Orientierungslosigkeit einsetzt, wenn man nicht schon im Vorfeld ein eigenes, gesundes Leben fernab der Beziehung aufgebaut hat. Man fällt deutlich weicher, wenn man einen eignenen Freundeskreis hat, einen Verein...eine Band...Routinen, die man weiter pflegen und ausbauen kann. Ist man aber womöglich in eine emotionale Abhängigkeit gerutscht (wie ich auch) und hat seinen Selbstwert, seine Freude, seine Pläne um die Partnerin herum geschustert, dann bricht einem mit der Trennung einfach ein komplettes Standbein weg.
Man fühlt sich einsam....leer...es fehlt ein Stück des Lebens. Gar keine Frage! Spüre ich auch täglich und vermisse die Gespräche, ihr Lächeln, ihr Interesse an meinem Leben. Und ja: Auch den Sex!

Aber ich weiß, dass ich da schon einmal durch bin. Ich habe mir damals vor mehr als 13 Jahren gesagt: "Man wird alleine geboren und man stirbt auch alleine" - im Prinzip haben wir alles mit an Bord, um alleine glücklich sein zu können.

Eine Kollegin hat mir vor einer Woche noch ihre Sichtweise mitgeteilt:

"Das Leben ist wie eine Zugfahrt: Mal steigen Menschen ein, mal steigen Menschen aus - sie begleiten dich ein Stück weit auf deiner Reise und gehen dann wieder ihren eigenen Wegen nach. Manche bleiben länger, selten bleibt auch jemand bis zum Schluss. Man hat das gleiche Ziel."

Das muss man wohl einfach akzeptieren: Alles ist in Bewegung - Veränderungen gehören zum Leben dazu und dadurch lernen wir, uns an sich verändernde Situationen anzupassen.

Auch hilft es mir den Blick in Richtung DER Menschen zu werfen, denen es wirklich dreckig geht:
Sie wohnen im Kriegsgebiet, müssen jeden Tag um ihr Leben fürchten...haben die Partnerin/den Partner/ein Kind auf ewig verloren (Tod). DAS sind Schicksalsschläge und man wundert sich oft, wie diese Menschen die Kraft aufbringen, immer und immer weiterzumachen.

Eine Trennung ist ein Schicksalsschlag, der jedem von uns mehrfach im Leben passieren wird (im Schnitt soll ein Mensch 7 Beziehungen führen - das heisst: 6x Herzschmerz). Wir alle kennen es, ob Mann, ob Frau..ob alt, ob jung. Wir alle waren in Beziehungen, die schön oder unschön auseinander gegangen sind.
Wir alle leben noch und haben womöglich sogar wieder zu neuem Glück gefunden.
Mal hat es länger gedauert (bei mir waren 11 Jahre dazwischen), mal kürzer (binnen weniger Monate).

Vielleicht solltest du wirklich von dem Gedanken weg kommen: "Ich finde keine Liebe mehr im Leben".
Liebe ist gut und schön aber alles was du brauchst, um im Leben glücklich zu sein, das steckt bereits in dir drin.
Und Beziehungen, Sex...sind das Sahnehäubchen af der Kirsche. Viele Menschen wollen gar keine feste Beziehung und alles, was zwangsläufig damit zusammenhängt (Verantwortung, Streit, Erwartungen) und sind mit sich alleine glücklich. Wie gesagt ist es oft so, dass ausgerechnet DANN jemand in dein Leben treten möchte. Nenn es Schicksal oder "Universum".

Ich sage mir das mittlerweile täglich (obwohl ich auch den Schmerz noch spüre und die Einsamkeit nach vorne drückt): Wir kommen da irgendwie durch! Wenn es Monate dauert, dann dauert es Monate...wichtig ist, dass wir uns der kleinen Schritte besinnen. Wenn die Wellen aus Angst, Verzweiflung und Trauer weniger werden...wenn die Gefühle nicht mehr das Herz zerspringen lassen sondern sich seltsam dumpf anfühlen.
Das alles sind Fortschritte, die man sich bewusst machen muss - und auf die man stolz sein sollte.

Und ich kann das alles heute in einem guten, klaren Moment schreiben, in dem meine Erfahrung und meine Ruhe wieder nach vorne drücken. Liebe und Liebeskummer machen schon etwas mit einem...das ist einfach unglaublich!

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