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Wie lernt man wirklich aus Fehlern?

Hansohneglück

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Hallo Gemeinde.

Bin seit gestern offiziell auch für mich Single und seit gestern weiß ich auch, dass es ihrerseits ein warmer Wechsel war.

Einerseits gut, da eben auch man sich die Hoffnung sparen kann. Andererseits auch so schlimm. Zumindest der Aspekt, das nicht einmal dieses "danke trotzdem für die schöne Zeit" kam.

Meine Ex war so kalt. Klar, gedanklich ja schon beim neuen. Deswegen muss sie wahrscheinlich auch gerade mich und MEINE Taten als DEN als alleinigen Grund sehen. Ist aber jetzt egal.

Aber wie räumt man für die nächste Beziehung wirklich mal mit sich auf?
Ich bin jetzt 34. Ich bin trotz allem der Meinung das ich ein recht guter Partner bin. Aber habe auch mal ganz klar ein Problem damit, mir emotional eher die schwachen Frauen zu nehmen. Und diese Art von Frau, so meine Erfahrung, brauch zuviel Energie. Ich bin schon "stark" aber 110 Prozent wie jeder ja am Anfang gibt kann keiner auf Dauer geben. Was bei mir dann irgendwann auf 80 runter rutscht und bumm, sie fühlt sich vernachlässigt und ungeliebt, so meine Erfahrung in nun 2 dreijährigen Beziehungen. Komplett beziehungsuntauglich bin ich also auch nicht.

Es ist ein Teufelskreis und den will ich jetzt verlassen. Will mich auch jetzt erstmal selbst reflektieren. Und auf Zwang geht eh nix neues. Aber wie bei vielen von uns hier wollen wir trotzdem so gern einen Partner. Ich wäre so gern schon Papa und Ehemann. Weil für mich eine eigene kleine Familie das höchste Glück ist.

Habt ein schönes Wochenende

24.11.2018 07:06 • x 3 #1


mcteapot


Zitat von Hansohneglück:
Aber wie bei vielen von uns hier wollen wir trotzdem so gern einen Partner. Ich wäre so gern schon Papa und Ehemann. Weil für mich eine eigene kleine Familie das höchste Glück ist.

Also eigentlich will der Großteil zuerst den alten Partner zurück, trotz des warmen Wechsels. Dann trauert man, denkt über die Beziehung im großen und kleinen nach, sieht seine Anteile und fängt an dies auch aktiv zu erkennen.
Es ehrt dich, Papa sein zu wollen, aber aller Anfang ist schwer, weil man zuerst sich selbst finden darf, nach Trennung, wo hat man Fehler gemacht, die man hätte lassen sollen, wie in deinem Fall von 110 auf 80, statt umgekehrt
Warum gehst du immer ab wie Zäpfchen?
Aus dem Text oben ist ja nicht viel zu entnehmen

24.11.2018 07:14 • x 2 #2


bifi07

bifi07


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Stimme dir schon zu mcteapot, aber viele legen sich erst mächtig ins Zeug und lassen dann nach. Kommt halt darauf an, in welchem Zeitraum und wie schnell das geht!

24.11.2018 07:20 • x 1 #3


mcteapot


Zitat von bifi07:
viele legen sich erst mächtig ins Zeug und lassen dann nach

ja
das nachlassen bereitet mir sorge

24.11.2018 07:23 • #4


Mayla

Mayla


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Könntest du genauer beschreiben, was du mit "schwachen Frauen" meinst? Und erklären, wie das deine Emotionen beeinflusst?

24.11.2018 07:26 • x 1 #5


Hansohneglück


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Guten Morgen an alle Frühaufsteher.

@teapot

Ich will sie jetzt nicht zurück, weil sie so oder so sich nicht reflektiert in diesem Moment. Der eine oder andere kennt das warmwechseln ja. Ich habe das als junger Mensch auch einmal gemacht. Habe es bereut. Man denkt eben gar nicht mehr an das, was war. Warum auch, die neue ist doch so toll und alles frisch. Man kann seinen eigenen Anteil an der Trennung ignorieren. Ost ja einfacher.

Und das nachlassen ist schon ein Problem von mir alleinig in erster Linie.
Jedoch glaube ich, wenn der Partner gefestigter ist entzieht er nicht nur Energie. Also bringt aktiv sich auch ein.
Dann gibt er mal hundert wenn ich es nicht kann und umgekehrt

24.11.2018 07:54 • #6


mcteapot


Zitat von Hansohneglück:
Und das nachlassen ist schon ein Problem von mir alleinig in erster Linie.

nunja, nicht ganz richtig. Man geht gemeinsam einen Weg, sagt man auch Beziehung zu oder Partnerschaft (Ritterschlag), als Partner entwickelt man sich eine Zeitlang im Gleichklang. doch der Weg ist voll kurven steinig, bergauf und bergab. Gabelt sich.

An manchen Weggabelungen geht man aktiv wieder in Richtung des Partners, an einigen schlendert man von ihm weg, durch die Kurven nähert man sich wieder an. Sind Träume und Ziele im Leben die Gleichen oder gehen gut konform, dann bleibt man Paar - jedoch, im laufe des Lebens, sagt dir nun ein Pott, der warm verlassen wurde, ändern sich Lebensumstände, die Familien werden durch Scheidung oder Tod durcheinander gewürfelt und plötzlich ist das Gras dort drüben viel grüner, vitaler und 6yer.
Man selbst will ja immer das Optimum und bevor du Milchkuh sagen kannst, ist dein Sahnehäubchen schon an der Gabelung (für viele falsch) abgebogen, geht von dir weg, statt auf dich zu. Entzieht sich dir.
Kannste nichts machen, weil wenn ich Liebe kämpfen muss, was ist diese dann wert?
Natürlich sollte man sich ergänzen, Energie nehmen und geben, zu gleichen Anteilen, klappt halt nicht immer - und dann?

24.11.2018 08:04 • x 4 #7


Hansohneglück


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Guten Morgen auch an alle anderen

@Mayla
Es ist am Anfang oft unbewusst.
Aber bei den letzten zwei Frauen gab es das dringende Bedürfnis geliebt zu werden und das sehr stark zu erfahren von deren Seite.
Nun konnte ich das knapp 2 Jahre immer durchhalten, fand es auch nicht als schlimm weil ich gern liebe gebe. Aber dann kommt der Alltag und eben mal nicht jeden Tag kuscheln auf der Couch und küssen bis zum abwinken weil man eben auch mal nicht kuscheln will und einfach nach einem stressigen Tag mal einfach liegen will. Und dann kommen Vorwürfe mit "du willst mich nie küssen" und "du bist immer..."
Was ganz nüchtern betrachtet einfach falsch ist. Und da bin ich dann bei 80 Prozent.


Gott Leute ich HASSE die Wörter "immer und nie" da bekomm ich wirklich Puls mittlerweile.

Verstehst du was ich meine Mayla? Oder soll ich es weiter ausführen?

24.11.2018 08:12 • #8


mcteapot


Zitat von Hansohneglück:
die Wörter "immer und nie" da bekomm ich wirklich Puls mittlerweile

Waren deine Frauen sehr jung?

24.11.2018 08:17 • #9


Femira

Femira


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Hey Hans,

ich mache einen ähnlichen Fehler wie du. Ich suche mir Männer aus, die einfach nicht gut in Kontakt mit sich sind...also ihre Gefühle meist nicht zuordnen können.
Was ein bisschen dagegen hilft, ist Ursachenforschung.

Was erkennst du von deinen Eltern wieder?
Für meinen Teil kann ich sagen, dass beide Eltern nicht so mit sich in Kontakt stehen. Gerade negative Gefühle werden weggedrückt. Wenn andere sie zeigen, reagieren beide auf ihre Art aggressiv: mein Vater aktiv, meine Mutter passiv.

Viel interessanter finde ich nun den zweiten Schritt: Welche Strategie wendete ich als Kind an, um in dieser "Umgebung" zu überleben?
Ich wurde brav und verständnisvoll. Gleichzeitig habe ich sanft zu erziehen begonnen.

Und wenn ich gerade meine letzte Beziehung anschaue, dann habe ich ständig mit ihm zu reflektieren versucht, warum er unglücklich ist, warum ihm Dinge schwer fallen usw.
Ich glaube, mir so Liebe verdienen zu können, bzw. eigentlich muss ich es härter sagen: Ich glaube, dass das Liebe ist. Nicht vom Kopf, sondern meine Seele glaubt das. Mit ihr kann ich nun ernste Wörtchen reden

Zitat von mcteapot:
bevor du Milchkuh sagen kannst, ist dein Sahnehäubchen schon an der Gabelung (für viele falsch) abgebogen, geht von dir weg, statt auf dich zu. Entzieht sich dir.

Liebe dieses Bild.

24.11.2018 08:19 • x 5 #10


Grenade

Grenade


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Guten Morgen!

Warmwechsel ist etwas, was ich persönlich mit am schlimmsten finde für den anderen. Aber es hat auch einen entscheidenden Vorteil, den du selbst schon benannt hast: Du kannst damit viel schneller loslassen.

Ich lese aus deinen Zeilen eine gewisse Torschlusspanik. Du bist 34 und wünscht dir eine eigene Familie, ist ein schönes Ziel, aber das Leben geht eigene Wege.
Wie du merkst ist die Liebe zu keinem Zeitpunkt planbar und letztlich von sehr vielen glücklichen oder unglücklichen Zufällen abhängig. Natürlich kannst du dir schnell wieder eine Frau suchen, die Ähnliches möchte und schnell sein, aber sei ehrlich zu dir selbst: Du hast doch das eigentliche Problem schon erkannt, es ist deine Frauenwahl und dein Verhalten diesbezüglich.

Du bist nicht beziehungsunfähig, das kannst du aus deinem Kopf verbannen. Aber irgendwas passt nicht, wenn sich Dinge in der Liebe stets wiederholen. Da ist ein Muster erkennbar. 110% zum einfangen und 80% zum halten funktioniert in den allermeisten Fällen nicht, weil: In der Kennenlernphase, auch wenn man bereits ein Paar ist, macht sich die Partnerin ein Bild von dir, welches hinterher nicht mehr den Tatsachen entspricht. Es ist so, als ob man in einem Prospekt ein Gerät sieht und all die tollen Funktionen liest, es kauft und merkt, dass gewisse Funktionen nicht funktionieren. Man fühlt sich verarscht.

Damit meine ich keineswegs, dass Liebe und Aufmerksamkeit statisch sind und du immer bei 110% bleiben sollst. Das wäre auf Dauer sehr toxisch für deine Psyche und die Beziehung. Aber 100% du, so wie du immer bist, mit deinem Alltag und deinem Charakter, authentisch, solltest du bei aller Verliebtheit beibehalten und ihr geben. Verbieg dich nicht zu Anfang an einer Beziehung. Auch wenn es sehr sehr schwer ist durch die Hormone in unseren Körpern- Stelle den Kopf drüber und bleib Herr deiner Sinne. Kein klassisches Erobern, vielmehr ein Treffen auf Augenhöhe.

Gute Überleitung zu dem nächsten Thema: Deine Frauenwahl. Du erkennst und schilderst selbst das Muster: Du suchst dir Frauen aus, die emotional nicht auf gleicher Höhe sind. Das ist temporär im Verlauf einer Beziehung immer wieder mal der Fall und auch das kann eine Beziehung überwinden, aber ganz ehrlich: Wenn die Frau in dem Punkt dauerhaft ganz anders tickt als du, wie soll das funktionieren?

Selbstreflexion ist wichtig, ja, aber ich bin kein Freund von Ändere dich, damit es klappt. Du bist du und richtig so und du solltest nach einer Frau Ausschau halten, die genau dich wählt. Schaue lieber zwei mal hin, ob die Frau zu dir passt, ohne rosa Brille der Emotionen und bloß keine Torschlusspanik. 34 ist noch etwas jung dafür, gerade als Mann.

24.11.2018 08:39 • x 2 #11


Hansohneglück


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@teapott

Beide fast 30. Wobei ich damals vei der ersten ja auch so alt war.

Bei diesen zwei Beziehungen waren die reinen Zukunftswünsche nie das Problem.
Sehr wohl aber die Geschwindigkeit.
Beide wollten unbedingt Kinder und Heirat und das am besten im ersten Jahr. Ich habe da immer etwas gebremst, weil nach zwei Jahren ein Kind zu machen schon etwas zeitig ist. Am Ende hatte ich jetzt zweimal Glück, denn wer sagt mir das es mit Kind anders gewesen wäre und ich jetzt mein Kind nicht jeden Tag sehen könnte. Das ist ein schlimmer Gedanke. Das würde nuch trauriger machen als die Frau zu verlieren . Beide Partnerinnen wollten das ganze Paket, aber eben auch sehr schnell. Eigentlich kein gutes Zeichen.

Vor allem merke ich eben gerade, das beide mich auf ein hohes Ross gestellt haben. Ich sei DER Mann in ihrem Leben. Fühlt sich gut an. Aber realistisch gesehen weiß man das denn schon so früh? Oder besser gesagt haben sie sich auch was vorgemacht?

Ich will nicht DER Mann sein. Das ist wieder Perfektionismus. Und das existiert nie. Aber ich würde in der Zukunft gern der beste Mann sein, den ICH erreichen kann. Und wenn dann eine Frau in mein Leben tritt und wir jeweils an uns selbst arbeiten, auch mit Hilfe des anderen, so denke ich schon das man als Partner das beste aus beiden in einer GUTEN Partnerschaft verbinden kann.

Und ja, jeder Mensch ist im Wandel.
Ich will ja auch in gewisser Weise ein Optimum. Aber durch meine Eltern die auch noch zusammen sind sehe ich, dass auch am Ende, wenn man sich nur mal richtig anstrengt aber das auf beiden Seiten eine stabile Beziehung existieren kann.
Ich halte es auch für kritisch, das man über Jahre die Liebe halten kann.

Aber ist Liebe nicht auch eine gewisse Abhängigkeit? Die aber durchaus auch seine guten Seiten hat?
Vielleicht bin ich da auch ein Träumer.
Aber ich glaube fest daran, das wenn man mit gewisser Empathie, Liebe, aber auch mit Misserfolgen aufgewachsen ist man eher an sowas glaubt und es halten, oder wie in meinem Fall irgendwann erreichen will.

Ich glaube auch nicht, das selbst in meinem Alter meine Ansprüche zu hoch sind.
Ich mache mir da gerade ja Gedanken.

Ich wünsche mir einfach eine Familie.
Und bin nicht so blauäugig zu verstehen, das dies wahnsinnig viel Arbeit ist.
Das es auch Rückschläge geben kann.
Aber wie du schon sagst. Gemeinsame Ziele sind das wichtigste.
Oder eher immer wieder neue finden und zusammen erleben.

24.11.2018 09:11 • x 1 #12


mcteapot


Zitat von Hansohneglück:
Aber wie du schon sagst. Gemeinsame Ziele sind das wichtigste.
Oder eher immer wieder neue finden und zusammen erleben.

Genau
es gibt sicherlich Gründe, warum die Ehe deiner Eltern so lange Bestand hat - frag mal

24.11.2018 09:13 • #13


Hansohneglück


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@grenada
Guten Morgen

Bei dem ersten Crash vor 4 Jahren habe ich meine Kindheit analysiert.
Meine Eltern haben beide ihre Neurosen.
Aber meine Mutter war immer sehr liebevoll. Zum Glück auch mal streng, aber Liebe gab es immer und war nie abhängig von Erfolg oder Taten.

Und tatsächlich habe ich nach dem ersten Crash mir eine auf den ersten Blick selbstständigere Frau gesucht.
Nur das diese Bindungsmäßig das genaue Gegenteil war. Bin also in das genau andere Extrem gerutscht.
Ich glaube diese 5 Monate vor der jetzigen, haben meine Partnerwahl dann wieder auf null gesetzt und 4 Monate später hab ich den selben Typ von Frau gewählt

24.11.2018 09:20 • #14


Grenade

Grenade


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Dieses von einem Extrem ins andere kenne ich auch sehr gut. Den Mittelweg zu finden ist nicht leicht wenn man zu Extremen neigt.

Wie lange brauchst du um an den Punkt zu kommen Mit der Frau will ich eine Beziehung?

24.11.2018 10:02 • x 2 #15




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