Ja, das sind die klassischen Auseinandersetzungen im Alltag.
Bei uns ist es so, dass ich diejenige bin, die gerne Dinge aufschiebt und eher kreativ ist

. Ich suche täglich mindestens 3 mal meine Brille und 5 mal meinen Geldbeutel - der Schlüssel hängt inzwischen verlässlich am Schlüsselbrett - ein Meilenstein meiner persönlichen Entwicklung

. Wenn ich mein Handy allerdings nicht anrufen könnte, hätte ich ein großes Problem

. Das ist zwar unter dem Strich viel besser geworden, mich nervt meine Schusseligkeit ja auch, aber mit den Jahren haben wir uns auch etwas besser aufeinander eingestellt.
Beispiel Powerbank. Das wäre bei uns 1:1 auch so. Mein Mann legt seine Sachen ordentlich zurück und dann ist es weg. Wir haben also einiges doppelt in unserem Haushalt. Alles, was er täglich nutzt, das kauft er sich, das gehört ihm und da darf dann niemand ran. Er hat z.B. einen eigenen Locher

, eine eigene Garderobenstange, eine eigene Briefablage usw. Das ist sein Bereich, da herrscht Ordnung. Ich finde das ganz gut so.
Bei so Großprojekten ist es aber ähnlich, das schiebt er gerne auf die lange Bank. Erfahrungsgemäß gebe ich nichts auf solche Aussagen wie "Ich baue den Schrank, den Tisch, den Hamsterkäfig oder whatever". Es ist ja nett gemeint, aber die Erfahrung lehrt mich eben, dass es zur Ausführung dieser Projekte nicht kommt. Nicht, weil er faul ist, sondern weil schlicht die Zeit fehlt. D.h. ich kaufe die Dinge/ Möbel, die ich brauche, ich fackel nicht lange rum und ich lasse mir dann auch kein schlechtes Gewissen einreden. Bei diesen ebay-Verkaufsgeschichten würde ich es gar nicht ewig lange ankündigen, sondern sagen: "Komm mal mit in den Keller, hilf mir tragen."
Dinge, die ausschließlich ihn betreffen, die würde ich definitiv bei ihm lassen. Wenn Rechnungen nicht bezahlt oder Steuererklärungen nicht eingereicht werden, dann muss er halt Mahngebühren zahlen. Mich ärgert das nicht.
Ich hasse es selbst sehr, bevormundet zu werden. Wir alle haben unsere Stärken und unsere Schwächen und ich mag es nicht leiden, wenn man auf den Schwächen rumhackt. Wenn jeder in der Familie das tut, was er gut kann, dann ist das schon einmal eine sehr gute Basis für ein friedliches Miteinander im Alltag. Uns hilft auch eine klare Aufgabenteilung. Das ist zwar auch nicht immer optimal, modern ist es wahrscheinlich auch nicht, aber meiner Erfahrung nach, ist das unter dem Strich weniger konfliktbeladen, als wenn jeder für alles zuständig ist. Das funktioniert bei uns nicht gut.