@Sabine
Eigentlich wollte ich ihn auch erst nur ignorieren. Aber er hat ja keine Ruhe gegeben, was mir dann echt zu viel wurde. Daher das Blockieren.
Ich habe ihm vor dem Blockieren geschrieben, dass ich dachte, dass er akzeptiert, dass ich keinen Kontakt möchte, aber da er nicht aufhört, ich ihn jetzt blockiere.
@pepatty
Ich weiß was du damit meinst, dass es einfach ist, dem Betrügenden die Schuld in die Schuhe zu schieben. So weit zu gehen, dass auch bei dem Betrogenen vorher keine Liebe mehr vorhanden war, das finde ich allerdings nicht richtig.
Wenn ich früher gehört habe, dass Beziehungen scheitern, weil sich jemand einen anderen gesucht hat, habe ich auch immer direkt gedacht, dass dann wohl auch was nicht richtig gelaufen sein kann in der Beziehung von beiden Seiten.
Nach der Geschichte mit dem Ex hier sehe ich das etwas differenzierter. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass etwas in der Beziehung - zumindest aus der Sicht von einem der beiden Partner - nicht gestimmt haben kann, wenn sich einer eine Alternative sucht. Und ja, auch mir ist bewusst, dass ich nicht alles richtig gemacht habe.
ABER: Der Punkt ist, dass er mich darüber völlig im Unklaren gelassen hat, was in ihm vorgeht. Aus meiner subjektiven Sicht würde ich behaupten, dass ich während der Beziehung keine elementaren Charaktereigenschaften verändert habe, die dazu hätten führen können, dass er mich anfangs toll fand und später nicht mehr. Dennoch war es so, aber nicht weil ich mich verändert habe, sondern weil seine Liebe nachgelassen hat und je weniger Liebe da ist, desto weniger ist man bereit, über die negativen Eigenschaften des anderen hinwegzusehen.
Es war auch tatsächlich so, dass ich ca. 3 Monate vor dem Ende gespürt habe, dass etwas komisch ist. Ich wusste aber nicht was und schon gar nicht warum. Ich habe ihn gefragt, er hat mir eine Ausrede aufgetischt, die nichts mit mir zu tun hatte. Ich war beruhigt.
Dann kam das komische Gefühl wieder und ich habe wieder nachgefragt. Es hieß "alles super". So ging das mehrfach - praktisch bis zum letzten Tag. Ich hatte diese Vorahnung, aber was hätte ich tun sollen? Wie hätte ich es verhindern sollen? Kreuz und quer mal alle Eigenschaften ändern in der Hoffnung, dass eine davon sein Problem ist und dann wieder alles gut wird? Und dann war ja da seine Aussage, dass alles in Ordnung ist. Wem glaubt man mehr, seinem eigenen Gefühl oder dem Partner, dem man vertraut? Es kam mir vor als würde ich im Wachkoma zusehen müssen, wie unsere Beziehung den Bach runter geht ohne etwas dagegen tun zu können. Er hat mir keinerlei Anhaltspunkte gegeben.
Ich verstehe den Gedanken, dass an der Beziehung etwas nicht gestimmt haben kann, aber ich finde es unangebracht, pauschal zu sagen, dass Betrogene daran mit Schuld haben. Da machen es sich die Betrügenden auch etwas zu einfach. Wenn bei dem einen die Liebe nachlässt, aber er sie weiter vorspielt, was soll dann der andere tun? Was ist dann dessen Part der Schuld und warum? Dass er nicht Hellgesehen hat, was das Problem des Partners ist?
@Carlaa
Ja, vielleicht hat er den Eindruck, dass ich dauerverfügbar bin. Wir hatten 8 Jahre vor unserer Beziehung schon mal näheren Kontakt. Ich war noch unschlüssig und schließlich hat sich bei ihm damals etwas anderes ergeben. Ich war damals schon traurig, aber habe es ihm nicht übel genommen, denn solange man sich nur trifft, hat man meiner Meinung nach keine Verpflichtung dem anderen gegenüber und kann sich jederzeit anders entscheiden.
Wir hatten dann immer mal losen, freundschaftlichen Kontakt. Naja und als er dann irgendwann frei war, hat er sich wieder bei mir gemeldet. Da ich auch Single war, hat es gerade gepasst für mich. Es war jetzt nicht so, dass ich direkt in seine Arme gesprungen bin; ich habe mir schon meine Zeit genommen, aber er hat nicht aufgegeben und dann kam es halt so. Und jetzt kommt er wieder an und dachte wohl, dass es wieder so läuft. Klar, mit meinem heutigen Wissen sehe ich es mittlerweile auch etwas anders, was damals abgelaufen ist.
@froschweg
Ja, in Anbetracht des Umstandes, dass er wahrscheinlich wieder Single ist und ich ihn ganz gut kenne, schien es mir schon recht eindeutig.
Nein, bedürftig und verzweifelt war er in keinster Weise. Er war angepisst und stinksauer. Er hat sich beim Schreiben zusammengerissen, weil ihm klar war, dass er mich sonst komplett verscheucht, das hat man gemerkt, aber er war äußerst genervt, dass ich nicht so reagiert habe, wie er sich das vorgestellt hat. Er hat sich das alles ausgemalt und dann hat es nicht geklappt und all die Asse, die er im Ärmel hatte, haben auch nicht geholfen. Er hat gekocht vor Wut.
Wie gesagt, ich bin auch kein Freund von Blockieren. Aber ehrlich gesagt war ich mir auch nicht sicher, wie lange er sich noch zusammenreißt und seine Angepisstheit halbwegs nett zu verpacken versucht. Und ich muss es mir nun wirklich nicht antun, mich von ihm auch noch beleidigen zu lassen oder was auch immer er noch gemacht hätte. Da schien mir Blockieren die einzige Lösung.
Ich weiß auch nicht, warum ich so blöd bin und dann ein schlechtes Gewissen bekommen habe.