Zitat von Dauerverliebt: Sie liebt ihre Mutter und trotz allem, mit Sicherheit auch noch ihren Vater.
Also wo soll sie mit ihrer Wut, ihrer Angst die Familie zu "verlieren" und ähnlichen Gefühlen hin, nachdem es bereits da zweite Mal ist, mit der gleichen Person?
Die TE ist eine ideale Projektionsfläche und wird mit allem überzogen, dass eigentlich an den Vater gerichtet ist.
Sie wurde verletzt und ist enttäuscht. Da teilt man dann schon mal aus. Nicht schön, aber verständlich für mich.
Das sehe ich aus mehreren Gründen ganz anders.
Diese Tochter benimmt sich, als wäre sie die Erziehungsberechtigte ihres Vaters - und zwar eine schlechte Erziehungsberechtigte.
Dass sie Gefühle hat, die nicht unterdrückt werden sollen und dürfen, ist das eine. Das spricht ihr sicher niemand ab. Aber sie ist erwachsen und da ist ein anderer Umgang mit Gefühlen gefordert.
Oder wäre es auch ok, wenn sie sich z.B. ihrem Chef oder Kollegen gegenüber so benimmt, weil gerade ihre Gefühle verletzt wurden?
Nein, oder?
So darf sich eine Drei- oder noch Fünfjährige benehmen. Aber keine Erwachsene.
Das andere ist:
Ich würde mir niemals von einem Kind hereinreden lassen, mit wem ich eine Beziehung führen darf und mit wem nicht. Das ist mein Leben und meine Sache.
Umgekehrt würde ich mich nie einmischen, mit wem meine Tochter eine Beziehung führen darf oder was für Freunde sie hat. Das ist nämlich wiederum ihre Sache.
Sollte es da etwas geben, wegen dem ich mir zum Beispiel Sorgen mache, dann kann das zur Sprache kommen. Aber auf keinen Fall auf diese Art und Weise.
Das dritte ist das Benehmen:
Die TE als Schla*m*pe oder sonstwie zu beschimpfen, ist ein Unding und eine Entgleisung. Völlig egal, ob die Tochter enttäuscht ist oder nicht.
Hätte ich einen Partner gehabt, mit dem meine Tochter nicht gut klarkommt, wäre das Gegenstand von verständnisvollen Gesprächen gewesen. Und zwar zunächst zwischen ihr und mir. Ganz sicher hätte ich aber ein solches Benehmen meinem Freund gegenüber nicht geduldet.
Auch hier gilt: Umgekehrt würde auch ich nicht nie auf die Idee kommen, mich in solcher Weise über ihre Freunde zu äußern, oder diese direkt auf abfällige Weise anzusprechen.
Das alles hat etwas mit Respekt und Umgangsformen zu tun.
Dass die Tochter sich so benimmt, lässt eher darauf schließen, dass sie in dieser Ehe schon längere Zeit instrumentalisiert und trianguliert wird. Und nicht zuletzt parentisiert. Und das ist alles gar nicht gesund.
Lies dich mal ein, wenn du willst. Vor allem über Triangulierung und Parentisierung.
Das spricht Bände über die Beziehung der Eltern zueinander. Und zwar seit längerer Zeit.