Zitat von lilalauni: Muss ich denn jetzt wieder und wieder darüber reden?
Nicht wieder und wieder - das bereits Gesagte würde durch Wiederholungen weder richtiger, noch falscher, sondern als Nörgelei aufgefasst und als solche dann wohl auch weggewischt.
Du wirst schon dranbleiben müssen, aber auf kreative Weise, also mit anderen Ansätzen.
Zitat von lilalauni: Was mich zumindest manchmal irritiert ist, dass ich nie richtig in meinen Mann verliebt war. Es war von Anfang an ein sehr schönes, aber auch sehr ruhiges Gefühl.
Zitat von lilalauni: Zumindest theoretisch habe ich über das Thema Trennung in den letzten Wochen allerdings schon nachgedacht. Aber ich will das nicht. Da sind zuerst mal die Kinder.
Ehe Du mit Deinem Mann nochmal redest, stell Dir bitte u.a. folgende Fragen:
- Was ist Liebe für mich eigentlich? (Definition)
- Welche Lebensziele verfolge ich? (Prioritäten)
- Wo sehe ich mich in x Jahren, wenn die Kinder gross und in xx Jahren, wenn das Haus abbezahlt sind oder in xx.x Jahren, wenn wir beide in Rente sind? Was füllt mein Leben danach?
- Wo sehe ich mich in xx.x.x Jahren, wenn ich auf dem Sterbebett liege und auf mein Leben zurückblicke - einmal wenn es so weitergelaufen ist wie bisher geplant, dann aber auch für den Fall, daß ich nochmal zurück dürfte auf den
heutigen Tag (nicht eher!), um etwas zu ändern? Würde ich letzteres überhaupt wollen und wenn ja, was würde ich ggfs. anders machen?
Es ist IMO wichtig, daß Du Dir klarmachst, ob und inwiefern Dir ganz persönlich (ansonsten hat das niemand zu beurteilen!) ein ruhiges WG-Leben mit Deiner Familie
wichtiger ist, als sexuelle Abwechslung, falls Dein Mann nicht einlenken sollte (weil er es vielleicht auch gar nicht kann) und Du Dich daher entweder für Trennung und Freiheit, oder für ein heimliches Doppelleben entscheiden solltest.
Viel mehr Optionen sehe ich da leider nicht, denn:
Zitat von lilalauni: Ehe öffnen kommt für meinen Mann nicht in Frage
Eine Möglichkeit besteht zunächst noch darin, daß Du die Karten zumindest halboffen auf den Tisch legst und ihm Deine Gefühlslage offenbarst, also daß Du
- aufregenden Sex mit ihm(!) echt vermisst
- Dir mehr schöne, gemeinsame Paarzeit wünschst (Wellness-Wochenende zu zweit, z.B.)
- die kommenden 30-50 Jahre den Lohn Eurer (!) Mühe mit ihm genießen (!) und das Leben feiern willst, denn noch mehr Gelegenheit werdet Ihr auf dieser Welt nicht bekommen dafür...
Da ich ihn nicht kenne, vermag ich seine Reaktion nicht einzuschätzen. Denkbar ist sowohl ein Aufhorchen seinerseits, oder ein gleichgültiges Abprallen an gleichmütig-schlichter Grundstimmung (weil er sich Deiner allzu sicher wähnt, oder Ehe für ihn eh bloß ein Versorgungsinstitut ist, z.B.) - das wirst Du ja dann sehen. Für beides solltest Du eine Reaktion bereits im Hinterkopf parat haben.
Zitat von lilalauni: Man sagt ja immer: "Nehmen Sie sich Zeit für sich" (damit meint man dann das Paar). Jetzt wird das langsam überhaupt erst wieder möglich.
Dann geh ran an den Speck!
Zitat von lilalauni: Ich würde mir sehr etwas Bewegung von meinem Mann wünschen, fürchte aber, dass da mein Einfluss begrenzt ist.
Von allein wird er sich aber nicht bewegen, also leg
Du Dir eine neue Strategie zurecht und sorge dafür, daß er Dir zumindest zuhört und antwortet. Nennt sich Kommunikation auf Augenhöhe und ist Grundpfeiler für funktionierende Beziehungen.
Wenn Du so nicht weiterkommst, schlag ihm eine Paarberatung vor (nenn es nitte nicht "Therapie" - das assoziiert Krankheit - im Zweifel nutze das Wort Coaching oder Mediation). Sollte er das ablehnen, sag ihm deutlich, daß Du ein Problem mit Eurer Eheführung hast und unglücklich darüber bist.
Sollte er mit Sätzen konter wie "Mag sein, aber ich habe keins!", dann würde ich nur noch sowas erwidern wie "Also jetzt können wir das Problem gemeinsam lösen. Soll ich es etwa lieber ganz allein und nur für mich tun? Willst Fu das wirklich?"
Aber leg Dich auf keinen Fall fest, wie Du letzteres ggfs zu tun gedenkst. Sollte er Dich festnageln wollen, antworte nur noch " Du, wie gesagt: Wir können das gern gemeinsam lösen. Willst Du es nicht wenigstens mal versuchen? Wenn ich es allein handhaben soll, kann und werde ich das tun und wenn Du mein Gespräch hier mit "Nörgeln" verwechselst, lasse ich Fich in Ruhe. Wann, wo und wie ich das Problem dann für mich löse, bleibt dann aber meine Sache. Festnageln lasse ich mich von Dir ebensowenig, wie Du bereit bist, eine gemeinsame Lösung zu finden. Gell?"
So wirst Du sehr deutlich, was den Ernst der Lage betrifft. Aber ohne konkret zu drohen oder gar gleich die Scheidung vom Zaun zu brechen. Das Gespräch wird etwas mit Euch machen -mit Dir allemal, bei ihm bin ich mir nicht ganz sicher, wie weit sein Gleichmut reicht.
In weiterer Folge konntest du dann erstmal etwas Zeit verstreichen lassen und beobachten bzw abwarten, inwiefern die Botschaft ihn nicht doch noch erreicht und er auf dich zukommt, auch wenn es zunächst nicht den Anschein hat. Geschieht das aber nicht, bleibt Dir nichts anderes übrig als Plan B zu fahren - wie immer der aussieht. Grossartig rumdiskutieren ("nörgeln") würde ich aber ab da nicht mehr - geht der Hebel erst mal rum, fährt mein Zug weiter durchs Leben, denn mehr als dieses eine bleibt mir nicht auf dieser Welt.
Ich hoffe, daß Dein Mann Dich nicht nur als bequeme und sichere Institution in seinem Leben sieht und kein schlichtes Gewohnheitstier ist, sondern Deine Problematik ernst nimmt und mit Dir gemeinsam nach Wegen suchen wird Eure Ehe wieder etwas aufzupeppen. Alles Gute dabei!