Zitat von lilalauni: Diesen Satz war für mich jetzt sehr befreiend, weil er alle Optionen (inklusive heimliches Doppelleben) mit einschließt.
Eigentlich hatte ich diesen Satz noch um die dritte Option ergänzen wollen: Daß Du beschließt, Deinen Mann und Eure Ehe als (ansonsten) gut funktionierende WG zu akzeptieren wie sie ist,
ohne Dir ein Doppelleben als Ventil für den Teil aufzubauen, der so unbefriedigt liegenbleibt. Das Ziehen dieser Option kann meines Erachtens einem profunden Abwägen von Risiko (aufzufliegen) und Nutzen (Stillung von Bedürfnissen, die sonst liegen bleiben) gestundet sein. Deshalb mein Vorschlag, erst mal die Prioritäten für Dich selbst klarzustellen.
Denn eins steht IMO fest: Sollte Dein Mann zumachen und kategorisch ablehnen, den Status quo zu verändern, wirst Du nicht alle Deine Ziele unter einen Hut bekommen, sondern entscheiden müssen, welche Dir am wichtigsten sind - und worauf Du dafür verzichtest.
Die perfekte Lösung wäre natürlich, wenn Du mit Deinem Mann auf einen Nenner kommst. Aber das geht nur gemeinsam, wobei Du die Kommunikation evtl. noch kreativ anschubsen kannst - falls Dein Gatte darauf anspringt. Garantieren kann Dir das niemand, aber den Versuch ist es IMO wert. Klappt es nicht, geht es hier weiter:
Die Fremdgeh-Lösung birgt nicht nur das Risiko des Auffliegens, sondern auch der subtilen Entfremdung von Deinem Gatten. Ich empfehle, mal einen tiefen Blick ins Fremdgehforum nebenan zu werfen Da gibt es u.a. den Thread der Userin Nepomuk. Sie führt schon seit über einem Jahrzehnt ein Doppelleben und schreibt seit 2017 immer mal wieder dort rein dazu. Vielleicht erhältst Du so einen Einblick, wie abgebrüht man für sowas sein muß, wenn es dauerhaft funktionieren soll. Auch das Feedback der Kommentatoren in diesem Thread ist streckenweise aufschlußreich, finde ich.
Die Akzeptanz-des-Status quo-Lösung wiederum birgt das Risiko eines steigenden Frustrationslevels - es sei denn Du kommst zum Schluß, daß Dir Sexualität und Romantik letztlich nicht so wichtig sind, wie ehelicher Zusammenhalt auf allen übrigen Ebenen. Ggfs. wäre es wichtig, Deinem Leben einen anderen Sinn zu geben - etwa indem Du Dich irgendwo gezielt engagierst. Aber ob das die Lücke wirklich schließt, kannst nur Du wissen - jeder Mensch tickt da anders.
Ich persönlich werde mir nicht anmaßen darüber zu urteilen, welche der genannten Optionen die "Beste" ist. Die mit dem Doppelleben ist definitiv eine insofern unmoralische, als sie Deinen Mann auf der Warmhalteplatte hält, obwohl er klipp und klar gesagt hatte, daß er die Ehe nicht öffnen will - auch für sich selbst nicht. Da wirst Du weitgehend allein mit klarkommen müssen, deshalb mein Hinweis auf besagten Thread, er zeigt das IMO sehr deutlich auf.
Zwar sehe ich auch eine Mitverantwortung bei Deinem Mann, wenn er Dich ganz allein Eure Ehe weiter führen läßt, ohne derlei fundamentale Punkte gemeinsam mit Dir zu klären. Aber letztlich wird er Dir bei Auffliegen einer Affäre mit Fug und Recht vorhalten, daß Ihr Monogamie vereinbart hattet und der Weg in die Scheidung Dir offenstand, wohingegen Du ihm mit der Heimlichkrämerei eine Ehe vorgegaukelt hast, die er so erklärtermaßen (!) nie wollte. Das könnte er nachträgluch als verlorene Lebensjahre sehen, die Du ihm abgeluchst hast.
Wie Deine Kinder oder das restliche Umfeld mit so einer Dituation ggfs umgehen, ist dann auch noch etwas, worüber Du zumindest nachdenken solltest.
Wie immer Du Dich entscheidest: Du wirst Kalkül, Mut und Geschick benötigen. Setz Deine Prioritäten, richte daran Deine Lebensziele aus und dann arbeite Dich ran an sie. Tu das so bewusst, daß Du sie nicht alle halbe Meter gleich wieder hinterfragst, wenn sich Dir Hindernisse in den Weg stellen. Denn die gibt es auf den anderen Strecken auch - entscheidend ist, daß Du sie überwindest und ankommst.
Nochmals alles Gute und viel Glück.