Zitat von Begonie:Wenn ich an meine Affäre zurück denke, so brauchte ich nach dem Ende Monate, bis ich den Kummer überwunden hatte. Zunächst war es Trotz (Du kriegst mich nicht klein!), dann kam die Wut auf den AF (dieser A.... hat mich sitzen lassen, mich benützt und weggeworfen), dann die Wut auf mich (wie konnte ich nur? Warum habe ich das mit mir machen lassen?) und dann irgendwann so was wie trauernde Akzeptanz.
@Begonie
Danke, dass du uns an deiner Erfahrung teilhaben lässt. Es ist ganz sicher nicht leicht für dich.
Genauso, wie du es beschrieben hast, hatte es mir auch meine Freundin erklärt, als sie noch Jahre später immer noch litt und ich es anfangs nicht verstehen konnte.
Da sie weiterhin losen Kontakt hatte, riss die Wunde immer wieder auf.
Sich zu entlieben, geht eben nicht auf Knopfdruck.
Mit deiner Beschreibung ist es möglich, sich etwas in die Gefühlswelt desjenigen zu denken, der sich in einer Affäre "fremdverliebt" hatte.
Aber die Gefühlswelt des Betrogenen ist ähnlich komplex und spielt zur Rettung der Ehe eine genauso große Rolle.
Einfach nur froh zu sein, dass er sich letztendlich für die Ehe entschieden hat, reicht leider nicht aus.
Anfangs scheint ein Gefühl der Erleichterung da zu sein, da man annimmt, dass es jetzt wieder so werden kann wie früher. Das trügt aber, denn ein Schritt zurück in die alte Ehe geht nicht (so wie du es auch treffend beschreibst).
Es kann nur ein Neubeginn werden. Den müssen beide wollen.
Ob das möglich ist, wenn einer liebt und der andere nicht (noch nicht) - schwierig zu beurteilen.
Es sind auf jeden Fall viele Gespräche erforderlich. Auch wenn es beide an ihre Grenzen bringt.
Es stimmt aber, bevor das überhaupt möglich ist, muss sich der EP in der Affäre entliebt haben und der betrogene EP muss verzeihen wollen/können.
Ich habe jetzt durch deine anschauliche Beschreibung gelernt, dass auch das Entlieben in Phasen verläuft und Zeit braucht.
Aber auch das Verzeihen braucht Zeit.
Denn ansonsten wechselt das erste Gefühl der Erleichterung ganz schnell in ein Gefühl der Wut und des Grolls. Damit ist die Ehe dann trotzdem nicht auf einem guten Weg.
Zitat von Begonie:Es wäre schade, wenn Eure Ehe das nicht aushalten würde. Aber Geduld gehört auf jeden Fall dazu. Geduld mit sich und dem Anderen. Und zwing ihn nicht zum Reden, wenn er nicht reden will. Du weißt, was Du wissen musst.
Geduld ist wichtig! Absolut richtig!
Geduld ist aber schwer und setzt Verständnis voraus.
Aber, um geduldig zu sein, müssen beide davon überzeugt sein, dass es sich überhaupt noch lohnt. Dazu gehören Liebe und Vertrauen.
Es wird für die TE schwer dieses Vertrauen aufzubauen, wenn sie sich nicht geliebt fühlt.
Unbeantwortete Fragen, erzeugen Unsicherheiten.
Du hast schon recht, Fragen werden u.U. den Prozess des Entliebens erschweren. Aber sie sind spätestens, wenn es auch an die Aufarbeitung bei dem betrogenen Partner geht, unerlässlich.
Jetzt ist ihr Mann in der Pflicht.
Zitat von Begonie:Steh zu ihn, aber dafür darfst Du auch von ihm was erwarten. Gegenseitigkeit ist wichtig. Wenn die gegeben ist, kann sich alles wieder einspielen und jeder erkennt auch wieder den Wert des Partners und der Beziehung.
Stimmt!