Zitat von paulaner:Eins der schlimmsten Totschlagargumente ever. Jemandem, der emotional in einem Ausnahmezustand ist, zu sagen, dass es nun wahrlich noch schlimmere Dinge gibt.
Kopfschüttel...
@paulaner
Ja, das finde ich ebenfalls schlimm und wundere mich ebenfalls sehr.
Es ist eine so schwierige und für manche Menschen sogar traumatische Erfahrung, dass es dann einfach unangebracht ist, dies im Nachhinein kleinzureden - fast schon als eine Lappalie zu bezeichnen im Vergleich zu den wirklichen Katastrophen.
Und außerdem - es hilft auch nicht.
Ganz egal, wie sich im Nachhinein die Partnerschaft entwickelt... zuerst einmal ist es für den betrogenen Partner schlimm.
Alles das, was man für die eigene Zukunft hielt (so weit man es beeinflussen konnte) zerbricht in viele Scherben.
Der geliebte Partner, dem man vertraute, hatte einen verraten.
Verrat tut weh.
In dem Augenblick denken die wenigsten an Weltfrieden oder Hunger in der Welt.
In dem Augenblick verdunkelt sich die eigene viel kleinere Welt.
Wenn mir da einer mit der Forderung: "sei großzügig, es gibt schließlich schlimmeres" gekommen wäre, hätte ich es schlicht nicht verstanden.
Ja klar war die Beziehung vorher nicht optimal.
Nur für den Betroffenen spielt diese -sicherlich nicht perfekte - Beziehung im Vorfeld - zuerst einmal nur eine untergeordnete Rolle.
Jetzt steht der Verrat - die Affäre im Vordergrund und ist allumfassend.
Wenn nun beide einen Neustart versuchen möchten, kann man sicherlich über die Art und Weise diskutieren.
Auch spielen die Gründe, die eine Affäre entstehen ließen, und auch all die unausgesprochen Worte eine große Rolle. Es werden viele Gespräche erforderlich.
Trotzdem ist auch das sehr individuell und hängt von der jeweiligen Persönlichkeit ab.
Aber, es bleibt eine Tatsache - es gab einen, der Leid verursachte, indem er log und betrog und es gab einen, der unwissend belogen und betrogen wurde.
Damit ist es kein Gleichgewicht.
Und somit ist ein Neustart auch schwer - wenn es überhaupt gelingt.
Ja, es kann gelingen - dafür stehen hier einige im Forum.
Wir können hier mit unseren Erfahrungen vielleicht helfen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Vorwürfe, Vorhaltungen, Herabsetzung der geschilderten Empfindungen helfen nur dem Schreiber und nicht den Betroffenen.
Vielleicht würde tatsächlich die hier ständig geforderte aber oft nicht erkennbare Empathie helfen.
Vielleicht wäre eine wenig mehr Demut statt Hochmut - "ich weiß es besser" sehr hilfreich.
Aber lieber @paulaner
du hast recht.
Ich mag auch nicht mehr und bin ebenfalls hier raus.