@Emily & @all :
Wir brauchen doch nicht darüber zu diskutieren, dass der "Liebeskummer" gegenüber Krieg, Terror, Tod, Krankheit oder Hunger ein geradezu lächerliches Problem ist. Wenn ich diesen Beitrag hier abgeschickt habe, werde ich mich auf den Weg zum Bäcker begeben und mir einen Latte Macchiato gönnen. Das klingt sicherlich dekadent, wenn man bedenkt, dass an anderen Orten Menschen sterben wie die Fliegen, weil es ihnen an Nahrung fehlt! Nun könnte ich wiederum einwenden: Ja, aber in Saint-Tropez sitzen die Ultra-Reichen auf ihren Yachten und trinken den Champagner für 10 000,00 Euro und mehr - die sind doch viel schlimmer als ich, sollen die von ihrem Reichtum doch etwas abgeben. So kommen wir doch hier nicht weiter!
Mir selbst ist die Trennung am 25. Dezember (viele wissen es) per WhatsApp mitgeteilt worden, eine wirkliche Begründung gab es nicht, die üblichen Liebesschwüre noch kurz zuvor - das ganze Programm sozusagen. Ach ja, direkt danach hat meine Ex mich dann überall blockiert - die Kirsche auf der Torte ... Jedenfalls hat mich dieses Ende wirklich in den Abgrund gerissen, noch immer kann ich es nicht richtig begreifen, bin nicht wirklich wütend auf meine Ex, sondern verspüre eine riesige Traurigkeit. Es gibt m.E. keine Grundregel, die uns vorschreibt, wie lange Liebeskummer dauern darf etc. Ich bin nicht suizidgefährdet, sondern mir ist der Spaß vollkommen verloren gegangen, weil ich mein Leben mit meiner Ex geteilt habe und wir viele Pläne hatten (was sogar von ihr ausging, sie sagte ständig, ich sei der Beste, alles sei perfekt ... ).
Dass sie mich nicht mehr wollte/will habe ich doch schon lange begriffen: Sie hat die Trennung ausgesprochen und mich anschließend komplett aus ihrem Leben geworfen. Dennoch ist da diese Enttäuschung in mir und über allem liegt ein dunkler Nebelschleier! Ich ärgere mich selbst oft genug darüber, wie mich das aus der Bahn geworfen hat und wenn ich traurig auf dem Bett sitze und eine Cola trinke, denke ich nicht über die Probleme in der Dritten Welt nach, sondern frage mich: Was ist nur schiefgelaufen, wie und warum konnte sie mir das antun? Warum bin ich ihr so egal geworden? Fällt es ihr leicht?
Es mag sein, dass diese Fragen idiotisch und falsch sind - zumal mittlerweile fast vier Monate vergangen sind. Aber ich muss diese Trennung und dieses Ende so für mich verarbeiten. Ich habe sie aufrichtig geliebt und liebe sie noch immer, obwohl sie mich am Ende derart widerlich behandelt hat und ich mir diesen Standard-Unfug "Ja, also in dem Moment meinte ich das auch alles so, aber ich kann mein Wort nicht halten" anhören bzw. durchlesen musste. Auch ich würde mir wünschen, alles fiele mir leichter; jedoch ist aufgesetzte Fröhlichkeit einfach nicht meine Welt. Mich treiben vielmehr die Gedanken um: Verdammt, ich war mir doch so sicher mit ihr, sie sprach von Heirat, wie konnte ich mich so täuschen? Wie soll das nur in der nächsten Beziehung laufen? Wie soll ich jemals wieder mit/bei einer anderen Frau dieses Gefühl bekommen, das ich mit ihr hatte?
Wenn man dann noch realisiert, dass der/die Ex in keiner Weise so empfindet, sondern fröhlich weiterzieht, ist das der berühmte Schlag ins Gesicht, ein verdammt harter Schlag. Man soll sich nicht von einem anderen Menschen abhängig machen - das ist alles richtig und dem stimme ich vorbehaltlos zu. Aber wenn man eine Beziehung eingeht, den anderen liebt, die Zeit liebend gern mit ihm zusammen verbringt, es einfach "passt" und man unentwegt das Gefühlt vermittelt bekommt, es sei alles schön - dann stellt sich eine gewisse Abhängigkeit zwangsläufig ein. Ich fand vorherige Beziehungen zu Frauen, die zwanghaft dieses "Autarke" suchten (sich nicht meldeten, immer beweisen wollten: ich kann auch ohne dich, immer mit einem Bein außerhalb der Beziehung standen), ganz furchtbar. Da sind die Geschmäcker bezüglich der Präferenzen eben unterschiedlich.
Man sollte sich von dem Liebeskummer nicht alles versauen lassen. Mir persönlich hat er Weihnachten, Silvester und Ostern aber gründlichst verdorben! Wenn ich den Zustand erreiche, dass ich allein glücklich und zufrieden bin (dann wahrscheinlich in der Angst lebend, wieder derart enttäuscht zu werden), dann brauche ich keine Partnerin! In meiner Welt sollte keine Frau "Bonus" sein, dass also auch ohne sie alles schön und gut ist. Das ist meine persönliche Meinung dazu.
Jetzt gehe ich zu dem Bäcker meines Vertrauens
