Zitat von herculaneum:@KBR :
Das meine ich ja: Auf ein solches "Verlassenwerden" könnte sich nur ein fähiger Hellseher einstellen! Damit sage ich gar nicht, dass "wir" alles richtig gemacht haben zu jeder Zeit. Irgendetwas Gravierendes muss an uns gestört haben, sodass die Echsen sich für die Trennung entschieden.
Aber verwerflich, schändlich finde ich dieses Theater bis kurz vor ultimo ... Mir fällt genau deswegen das Abschließen so verdammt schwer und das erkläre ich nicht mit fehlender Selbstliebe, sondern schlicht und ergreifend damit, dass ich sie geliebt habe (wohl noch liebe, grrrrr) und sie mich nie daran zweifeln ließ, dass sie ebenso empfindet und genau diese Beziehung zu 100% will. Wenn es dann plötzlich heißt: Ätsch, doch nicht. Dann sieht man in den Abgrund hinein.
Du hast schon Recht. Jeder von uns macht Fehler und nicht jeder von uns verhält sich zu jedem Zeitpunkt korrekt oder richtig.
Was meine ehemalige Beziehung angeht, wage ich aber die Behauptung aufzustellen, dass ich keine maßgeblichen Fehler gemacht habe, außer den einzigen, vielleicht mit den Themen, die ich besprechen wollte, aus Rücksicht zu lange zu warten.
Ich bin geneigt zu glauben, dass er mit mir glücklich war. Dass es für ihn genauso perfekt war wie für mich. Und damit war es vielleicht zu langweilig und die Reize fehlten. Ich glaube auch, dass mein Ex wirklich mit sich gerungen hat, wie er sich entscheiden und infolgedessen verhalten soll. Im Ergebnis fiel es schäbig aus. Aus Unvermögen, aus Egoismus, aus falsch verstandener Rücksicht, aus Feigheit .. und vielleicht auch aus praktischen Gründen und mit der Intention, mich warm zu halten, bevor er sich der Gefühle der anderen Frau sicher sein konnte.
Was ich ihm besonders übel nehme ist, dass ich keine Chance hatte, eine Entscheidung oder eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, weil er nicht mit mir geredet hat, als es für ihn schwierig wurde. So war ich seiner Entscheidung vollkommen perplex ausgeliefert, ohne vorher überhaupt gewusst zu haben, dass eine für unsere Beziehung existenzielle Entscheidung überhaupt ansteht. Ich hätte mir gewünscht, dass er mir die Möglichkeit lässt, aus eigener Entscheidung zu sagen, ich würde kämpfen wollen (hätte ich nicht) oder unter diesen Bedingungen möchte ich das nicht fortsetzen (hätte ich). Ich finde einfach, dass er mir diesen kleinen Liebesdienst noch schuldig gewesen wäre, als aus den o.g. Motiven anders zu handeln. Denn in diesem Fall hätte ich um eine verlorene Liebe weinen können. Das wäre schlimm genug gewesen. Aber jetzt weine ich auch noch, weil ich verraten wurde, weil ich mich gedemütigt und ausgenutzt fühle, weil ich unsere gesamte Zeit in Frage stellen muss, weil meine Menschenkenntnis und meine Antennenm mich getrügt haben und weil ich mich wie eine blauäugige naive Kuh fühle, die es nicht mal mehr wert war, anständig behandelt zu werden.
Ihr habt das hier ja schon alles ausführlich diskutiert. Ich glaube, wir wissen alle, von welchen Gefühlen wir reden, wenn wir so plötzlich und unerwaretet mit dem Ende von dessen konfrontiert werden, was für uns eben doch noch perfekt war ... oder zumindest perfekt genug, um überhaupt nicht auf den Gedanken zu kommen, dass es nicht reichen könnte.