Zitat von vorbei:Für viele ist es eben leichter sich selbst und andere zu belügen
Ehrlichkeit verlangt mut und stärke aber das haben sie eben nicht
Wie wahr . . . davon mal ab war ich Meister im Selbstbelügen

So, angetriggert durch @bassT (seine Erkenntnis und mein Beitrag darauf für ihn), habe ich gerade einen Stein ins Rollen gebracht.
Entschuldigt, wenn wieder ein langer Text kommt, jedoch möchte ich das loswerden. Für mich und für den ein oder anderen, der sich daraus einen Blickwinkel ziehen kann, wenn er mag. Denn, wie ich mir sehr gut vorstellen kann, geht es bei vielen von Euch letzten Endes um Entscheidungen die mit einer langen Vergangenheit und auch Verbundenheit zu tun haben. Daher mein Text, um meine Gründe und Aber´s aufzuzeigen.
Ich habe meinen Kindern mitgeteilt, dass ich heute Abend meine Eltern um ein Gespräch "bitten" werde. Nein, es geht nicht um Persönliches im vorrangingen Sinne, sondern um das gemeinsame Hobby. Heute morgen habe ich den Text dazu bereits geschrieben (als Entwurf und noch nicht abgeschickt). Da ich aber, im Gegensatz zu meiner Mutter, den Schneit besitze, werde ich die Beiden im Vorfeld persönlich (!) informieren, dass ich dem Verein meinen Rücktritt erkläre (meine Mutter hat die Leitung von dem Bereich, daher ist es politisch sauber sie zu informieren). Wer mich länger kennt, weiß, dass ich im April diesen Jahres abgesägt wurde für die Leitung eines Wettkampfes und meine Frau Mutter mich darüber per E-Mail (!) informiert hat. Also stehe ich über den Dingen und werde daher ausnahmsweise einmal persönlich rübermarschieren.
Ich werde dem Hobby nicht ganz den Rücken kehren und auf Honorarbasis weiterhin sporadisch tätig sein, denn es gibt tatsächlich Menschen, die mich dafür gerne bezahlen von mir trainiert zu werden

Es ist keine Kurschlußreaktion, was viele vielleicht vermuten, weil vieles gerade auf mich zukommt. Gestern hat mir mein Ex-Mann etwas wieder ins Bewusstsein gerufen, als er kurz vorbeischaute um die Mädels zu sehen (wir haben keine festen Besuchszeiten). Er fragte mich, warum ich mir das noch nach all den Jahren immer noch antue. Und. . .Recht hat er, mir wurde bewusst, dass ich seit vielen Jahren (ca. 5-6 Jahre) immer mal wieder recht lange und intensive Phasen hatte, in denen ich immer wieder überlegt habe, mein Amt niederzulegen. Also zwischen dem Hobby und mir herrscht seit Jahren quasi eine on/off Beziehung

Der ein oder andere wird gelesen haben, dass ich mir Sorgen machen um die Gruppe. Sie stehen zwischen den Stühlen, da das Verhalten meiner Mutter alles andere als professionell ist während der Trainingszeiten. Und. . .ich kann dieses Amt, auf Grund meines Berufswechsels, nicht mehr in der Form gerecht werden, wie ich es für richtig halte. Ich denke, es ist nicht nur das Beste für mich, sondern auch das Beste für die Gruppe.
Und wie gesagt: bassT´s Beitrag und meine Erinnerung daran was meine Insassen im Boot dazu sagen:
Hirn: lass gut sein, es ist eher eine Belastung geworden und es hält Dich leider nichts mehr da
Herz: auch die Freude schaut nur noch selten vorbei
Bauch: es wird Zeit zu gehen
Nächster Grund: gestern meine Aufräumaktion als mir bewusst wurde, wie leicht und wenig sentimental ich mich von den Erinnerungen trennen kann.
Meine Prioritäten haben sich geändert und ganz vorne in den Top10 steht: Pass auf Dich auf Kerstin. Entledige Dich von Belastungen auf die Du nicht angewiesen bist. Und ein Hobby sollte vieles sein, nur keine Belastung.
Ich kann jetzt noch Wochen weiter so machen on/off, on/off . . .an der Situation wird es nichts ändern. Die Realität sieht nun mal anders aus und seit letztes Jahr Juli hadere ich da schon gewaltig mit mir. Es wird Zeit.
Die unschönen Seiten? Ja, auch die sehe ich:
Ich habe das Gefühl die Menschen dort im Stich zu lassen. Einige haben dort eine Bindung zu mir und bin ich beim Training geht die Beteiligungsrate nach oben. Der ein oder andere ist dabei, der mir mitgeteilt hat, dass er nicht zum Training kommt, weil ich nicht da bin. Es tut mir leid, diesen Menschen vor der Koffer zu kicken.
Mehr sehe ich da ("leider") aktuell nicht, was da unschön ist. Realisitisch betrachtet gibt es weit mehr Contra´s als Pro´s. . .
Das ist eine Trennung der etwas anderen Art, nach mehr als 25 Jahren . . .