Hallo Ihr Lieben,
meine Nächte sind wieder übelst. Alpträume und völlig raus aus dem Tritt; mag allerdings auch mit dem Schichtdienst zusammen hängen.
Dennoch stelle ich fest, dass der Donnerstag Spuren hinterlassen hat.
Ich habe ja meinen Rücktritt in dem gemeinsamen Hobby erklärt. Das war in der Tat eine Befreiung für mich. Diese Last (Verantwortung und Verpflichtung) habe ich nun nicht mehr. Ebenso brauche ich damit nicht mit meiner Mutter zusammen arbeiten. Mir wird es gut tun, der Truppe wird es auch gut tun und es hat sich nur eine handvoll Leute gemeldet, die ihr Bedauern ausdrückten. Da mir es nichts ausmacht, dass es "nur" eine Handvoll gewesen sind, merke ich selbst wie wenig Bindung ich tatsächlich noch zu der Truppe hatte. In diesem Bereich ist nach fast 25 Jahren Zugehörigkeit alles "save".
Die zusätzlichen zwei Gespräche mit meinen Eltern bzw. Mutter über die private Situation. . .naja . . . sie rudert zurück, dachte ich zumindest. Ein Gespräch am Sonntag zwischen ihr und meinem Kind zeigte mir aber, dass ich mich blenden lassen habe. . .zumindest im Ansatz. Sie hält sich zwar zurück, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass sie schauspielert. Sie steht nicht wirklich hinter dem was sie sagte. Mir macht es nichts aus. Ich habe vor Wochen bereits begonnen zu akzeptieren, dass sie nicht anders kann. Was mich unruhig werden lässt ist, dass meine Tochter sich damit nun auseinandersetzen kann. Selbst sie, mit ihren jungen Jahren, riecht den Braten. Zuerst, weil sie halt einiges mtbekommen hat, jetzt, weil sie selbst ein Gespräch mit ihr hatte. Ein so junges Mädel sollte in ihrem Alter solche Erfahrungen nicht machen brauchen; die Familie (nebst Oma) sollten ihr Halt geben und sie begleiten. Ich hoffe dennoch, dass meiner Tochter dieses schweirige Gespräch helfen wird, abzuschließen. Das ist mir wichtig, denn sie wurde extremst geprägt durch Weihnachten und die Situation zieht sich wie ein roter Faden durch den Alltag und äussert sich auch gesundheitlich. Daher erhoffe ich mir schon, dass das Gespräch ihr innerlich etwas Frieden gibt, denn sie hat die Chance genutzt und ihrer Oma einmal alles vor den "Koffer geschmissen". Ich merke wie es an mir saugt, dass ich versuche, die negative Energie "von drüben" hier bei uns abzufedern/auszugleichen. Wie ich gestern bereits ja sagte, habe ich das Gefühl, dass hier ständig etwas an meinem Akku tankt. Grund Nummer 1 :gefunden.
Grund Nummer Zwei ist der Zwilling. Ich belüge mich da selbst, zumindest unbewusst. Ich switche zwischen Endgültigkeit und "Flinte nicht ins Korn schmeissen" hin und her. Ich erwische mich, dass ich nachsehe wann er das letzte Mal online war und ich hoffe darauf, dass er sich meldet. Warum? Nach seiner letzten Aktion (als er Donnerstag bei mir vor der Tür stand), dachte ich naiverweise, er hätte zumindest ein bisschen verstanden. Dinge wie "ich werde Dir zeigen, dass ich das will", "ich will Dich", "ich weiß, dass ich es verbockt habe" ect. haben mich doch wieder an der Angel gehabt, auch wenn ich ihm das nicht primär gezeigt habe. Mein Verhalten ihm gegenüber war zwar deutlich, denn er fragte mich mehrmals "warum ich so nachdenklich schaue" . . .jetzt im Nachinein frage ich mich, warum ich ihm nicht gesagt habe, was ich da dachte, nämlich "ich glaube Dir nicht". Er interpretierte es als Angst mich auf ihn einzulassen. Nein, es war schlicht weg der Gedanke, dass ich dem Braten da schon nicht traute. Ich sagte ihm zwar, dass er meinem Hund das Sprechen beibringen müsse, damit ich wieder Interesse zeige, aber nun denn. . .Wir haben Dienstag, er ist wieder im off-Modus verschwunden, hat mir zwar Freitag noch was recht liebes geschrieben (allerdings hatte ich mich blöderweise gemeldet mit in etwa: "Erinnerung schon nachgelassen oder traust Dich nicht?"), seit dem wieder off. Es ist eine Zwickmühle. Auf der einen Seite weiß ich, und glaub ihm, dass er emense Schwierigkeiten hat, sich auf etwas einzulassen, auf der anderen Seite bin ich mir seiner Gründe dafür nicht wirklich sicher. Es ist eine Gradwanderung zwischen "auf Distanz gehen" und "Hand reichen". Was mir enorme Schwierigkeiten bereitet, ist die Tatsache: was trage ich dazu bei?! Das wären wir bei dem Thema "Spiegel". Und das macht mich, zugegebenmaßen, unsicher.
Denn:
- sein Meldeverhalten nervt mich total
- er drückt sich nicht klar aus
- ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich ehrlich ist
- er verschwindet in den off-Modus
Die Krux an der Sache. . .wende ich das Ganze auf mich selbst an:
- mein Meldeverhalten nervt mich total
- ich drücke mich nicht klar aus
- ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich ehrlich bin
- ich verschwinde in den off-Modus
. . .trifft auch mich selbst ebenso zu.
Mein Meldeverhalten. . .mache ich von seinem abhängig.
Ich drücke mich nicht klar aus, weil ich das Gesicht verlieren könnte.
Dadurch bin ich ein Stück weit nicht ehrlich. Ich lüge nicht! Ich sage aber, wenn überhaupt, nur die Hälfte von dem was ich da oder dort denke.
Und durch alle drei Punkte verschwinde ich selbst im off-Modus und warte ständig ab, ob von ihm was kommt.
Also. . .sollte ich mich ebenso selbst fragen, ob ich nicht auch emense Schwierigkeiten habe, mich auf etwas einulassen. Bekloppt. . . .
Versteht ihr was ich meine?!
Mir fällt es selbst jetzt extrem schwer, das zu (be)schreiben, obwohl ich weiß, dass es bei Euch gut aufgehoben ist.
Ist die Reflektion nun richtig oder klammer ich da an etwas fest und meine nur reflektieren zu "müssen"?!
Ja, ich würde ihm schon gerne einmal persönlich ruhig meine Gedanken mitteilen, traue mich aber nicht, weil ich mir nicht sicher bin, ob es bei ihm "an der richitgen Adresse" wäre.
Ich glaube ich werd verrückt und steiger mich zu sehr in mich selbst hinein. . .oder so.
Wie dem auch sei: Akku-aussaugen lassen Nummer 2: check
Akku-Sauger Nr.3:
Ich bin auf Daueradrenalin was den Umzug angeht und habe realistisch betrachtet keinen Grund dazu. Ich habe mir einmal ausgerechnet, wie viele Kartons ich an den arbeitsfreien Tagen packen müsste, um passend zum Termin alles eingetütet zu haben.
Krass viel ist das und der Möbelabbau ist bei dieser blöden Hochrechnung noch nicht mal drinne. Daneben Haushalt, Job, Neben-Selbständigkeit, schriftliche Korrespodenz wegen Umzug, finanzielle Planung . . .meine Kinder und ich selbst . . .Das Ganze werde ich in etwa noch 5 Wochen aushalten dürfen und ich suche noch einen Weg besser damit zurecht zu kommen.
Mir geht es nicht richtig schlecht, aber mein Körper rebelliert, das merke ich deutlich. Ich nehme mir Auszeiten (wie gestern) und versuche auch einmal mein Hirn auszuknipsen. . .ich spüre aber, das ich so das Pensum die nächsten Wochen nicht tragen kann, will und werde. Ich fahre mich an die Wand damit. . .es freut mich zwar tierisch, dass ich es schon kommen sehe, denn früher merkte ich es erst, wenn zu spät war, aber mich nervt grad gewaltigst, das ich meine weibliche Seite aktuell nicht den Raum geben kann wie ich möchte und das meine männliche Seite die "Führugng" übernehmen will. Ein Team ist das noch nicht. . .
Ich hoffe Ihr konntet mir folgen und ich danke Euch, dass ich den Raum hier habe, um mir selbst ehrlich und Euch Einblick zu geben.