Interessante Einblicke bei Euch. Vielen dank dafür!
Ich muss das gerade einmal nutzen um mich selbst einmal zu beschreiben, wie ich mich selbst wahrnehme.
Ich bin nicht nur nach außen selbstbewusst, auch nach innen. Ich kann mich öffenen, ich bin offen, ich bin hart im nehmen und kann mit Kritik umgehen. Ich neige dazu, einen Fehler immer bei mir zu suchen bzw.ich neigte, denn ich merke durch ein, zwei, drei Menschen, dass ich das auch anders kann. Ich trage manchmal mein Herz auf Zunge, manchmal verwehrt mir mein Hirn den Mund aufzumachen. Es ist situationsbedingt. Ich handelte früher immer inuitiv, das habe ich in vielen Situationen abgelegt und kann es aushalten darüber erst einmal eine Nacht zuschlafen. Manchmal meckert das alte Muster und gebe dem nach, kann damit recht gut aber umgehen und falle nicht gleich in harte Selbstkritik. Ich weiß was ich will, auch wenn ich es manchmal nicht in Worte fassen kann. Ich habe meine Singledasein angefangen zu lieben und erkenne welche Möglichkeiten sich für mich persönlich da auf tun (ich war bis vor 1 Jahr NIE Single bei 2 Beziehungen und einer was-auch-immer-fast-zwei-jahresgeschichte). Ich treffe mittlerweile meine Entscheidungen selbst, ich bin nicht (mehr) darauf angewiesen was andere sagen oder denken könnten. Hinter die Stirn lasse ich mir nur von wenigen Menschen sehen und diese können es sich auch nur damit "verdienen", dass geben und nehmen in ihrem Wortschaft vorhanden ist. Ich kann vertrauen, vertraue aber auch nur, wenn gleiches mein Gegenüber gibt und nimmt. Ich kann ohne weiteres über meine Probleme sprechen, da ich mich nicht schlechter fühle als andere, wenn ich einmal etwas nicht auf die Kette bekomme. Ich schaue aber durchaus mit wem ich drüber rede oder wieviel ich darüber rede. Ich verfalle nie in Selbstmitleid (Ausnahme die Forengrund-Zeit), beschäftige mich also generell nicht mit der Frage, warum MIR das jetzt nun passiert. Ich denke da eher: sollte so sein, wird seinen Grund haben und los geht´s. Wenn es mir nicht gut geht, mache ich das von mir abhängig und nicht von anderen.Ja, ich ärgere mich mal über andere Menschen, das hat aber mit meiner generellen Grundstimmung nichts zu tun, denn die liegt an mir und in mir. Ich habe es abgelegt, dass ich es jedem Recht machen will. Ich zeige Einsatz, ja, aber nur dann, wenn es mir Spaß macht, weil ich dann selbst davon profitiere. Ich liebe Risiken und Veränderungen. Soll heißen, ich gehe gern einmal ein Schritt weiter, als es kalkulierbar ist und ich finde es interessant neue Wege zu gehen, die eine Veränderung mit sich bringen. Wie zum Beispiel meine Ausbildung. . .mit 41 habe ich beschlossen noch mal jobtechnisch neu anzufangen, mit 39 habe ich entscheiden, dass meine Ehe nicht mehr zu "kitten" ist, dazwischen habe ich die Entscheidung getroffen, dass es mit dem Forengrund so nicht mehr weiter geht. Danach habe ich entschieden, mich endlich von meiner Mutter zu lösen. Auch früher bin ich derartige Wege gegangen. Nicht so "radikal" wie jetzt, aber ich scheute mich noch nie davor ein Risiko einzugehen oder eine Veränderung zu zulassen. Auch das früher, also die Vergangenheit, war niemals ein Grund für mich, etwas nicht zu machen. Ich lerne zwar aus Erfahrungen, würde eine ähnliche Erfahrung aber nicht meiden, nur weil ich mir die Finger mal verbrannt habe. Ich suhle mich also nicht in meiner Vergangenheit. Oder besser ich nutze meine Vergangenheit mitterweile dazu, mich besser kennen zu lernen. Ich gebe selten auf. Wenn es nicht klappt, starte ich einen zweiten Versuch. Wenn dieser nicht klappt, nehme ich auch schon mal weitere Versuche auf oder ändere die Taktik. Es ist selten, dass ich ganz klar sage: danke, nun nicht mehr. Egal ob im Umgang mit Menschen oder bei andere Dingen wie Prüfungen, Handwerkliches, Organisatorisches. Ich bin ein Herzmensch und kann mich diebisch für andere freuen, ohne dabei zu jammern, warum mir dieses oder jenes Glück nicht gegönnt ist. Denn generell bin ich selbst dafür verantwortlich wie es mir (er)geht. Aber ich kann mich freuen, wenn andere Erfolg haben. Mega selten, dass so etwas wie Neid aufkommt und wenn, dann geht es meist um materielle Dinge.
Probleme habe ich darin, nicht immer ein sofortiges Ergebniss zu erwarten. Das Schritt für Schritt fällt mir immer noch schwer. Diese Geduld mitzubringen, dass "etwas" auch einmal Zeit braucht, ist gar nicht so einfach für mich zu bewerkstelligen. Darin übe ich mich quasi noch. Auch das Alleinsein ist so ein Thema. Ich bin nicht einsam, das ist vorbei. Dennoch hinterfrage ich mich manchmal, ob ich ewig allein sein werde, also was die Paarebene angeht. Auch, dass ich manchmal den gleichen Fehler noch mal mache, ist so eine Sache. Ich denke es liegt daran, dass ich halt nicht gerne aufgebe

Aber es passiert durchaus, dass einen Fehler wiederhole und das nicht nur einmal. Ich scheue mich dann aber auch nicht vor der Konsequenz die früher oder später dann halt eintritt. Auch mit den Folgen habe ich dann kein Problem, weil es ja an mir liegt und ich diese Entscheidung dann getroffen habe, den Fehler ein weiteres Mal zu begehen.
Ich bin eine Kämpferin mit Herz und das mag ich an mir.
Das alles ist jetzt ja nur, MEINE Wahrnehmung von mir selbst.
Und wie gesagt: die Forengrundzeit nun mal ausgenommen. Die hat einige Baustellen aufgedeckt, die ich bis dahin nicht angehen wollte. Aber auch daran habe ich nun fast 9 Monate gearbeitet. Grundlegend sind meine Eigenschaften geblieben. Ich nutze sie für mich nur anders, weil ich sie besser kennengelernt habe.
Das war nun so ein Rundflug aus mir selbst

Entsprechend glaube ich nicht, dass ich mir Menschen aussuche, die wenig selbstbewusst sind, weil ich es halt auch bin. Nein, mir keimt sich da gerade ein Gedanke auf, dass mich diese Menschen antriggern (auch auf freundschaftlicher Ebene), weil es sehr dankbare Menschen sind. Sie bringen Loyalität mit, sie überlegen sich in der Regel dreimal einen Menschen negativ beeinflussen zu wollen/müssen, sie stehen in der Regel hinter einem und lassen einen nicht hängen, wenn etwas "Besseres" in Sicht ist. Sie vergessen nicht, verzeihen aber auch, sie nehmen an . . . ich hoffe ihr versteht was ich meine. Es geht mir nicht darum, dass ich denke, dass mir diese Menschen dann etwas schulden. Es geht mir darum, dass diese Menschen, nach meiner Erfahrung, über diese Dankbrkeit, das Vertrauen auch haben, nicht gleich zu flüchten, wenn es schwierig wird oder sie sich verändern. Ja, ich helfe gern, jedoch nicht, weil ich dann etwas erwarte. Ich sehe das Gute primär in den Menschen und denke, dass jeder eine weitere Chance verdient hat. Da ich selbst in der Kindheit gemoppt wurde, weiß ich halt auch, wie es ist, einsam zu sein, wenn man nicht dem gesellschaftlich "perfekten" Bild entspricht (wer immer das auch dann festlegen tut).
Uff, Gedanken überstürzen sich grad und ich bin ein Schritt weiter. Ich danke Euch für die Stupser.
@Shibb
Den Mann zum Besseren ändern . . . überleg. . .
Nein. Es hat ein Stück weit mit Ehrgeiz zu tun, ja. Vielmehr aber aus dem Grund, dass ich diesen Menschen ziegen kann, dass ich sie so toleriere und akzeptiere wie sie sind. Ich habe noch niemals von meinem Gegenüber erwartet (Achtung: Mutter ist die Ausnahme ^^), dass dieser sich ändert, nur weil ich etwas für mich richtig erachte. Ich lasse ja die Menschen dann an mich heran, weil sie sind, wie sie sind und nicht, weil ich ein anderes Bild von ihnen im Kopf habe, was es gilt zu formen. Ich mag Menschen mit Ecken und Kanten auch dann, wenn sie etwas präsenter erscheinen. Ich finde das spannend und interessant.
Unentbehrlich. . .ui . . .soweit habe ich noch nicht gedacht, dass lasse ich mir noch mal durch den Kopf gehen. Spontan: nein. Denn generell denke ich, dass jeder ersetzbar ist. Mir liegt es fern, irgendwen von mir abhängig zu machen, egal ob im Hobby,, privat oder im Job. Jeder soll "handlungsfähig" bleiben. Daher würde es einer Unentbehrlichkeit widersprechen.
Zitat:schnell verletzt bin dass aber nie zugeben würde
War ich auch

Dank des Forengrundes kann ich da aber durchaus schon mal anders reagieren mittlerweile. So für mich habe ich beschlossen, dass ich nur verletzt werden kann, wenn meiner Erwartungshaltung nicht entsprochen wird. Ich lasse mich dann also verletzen . . .bedeutet im Umkehrschluss: habe ich weniger Erwartungen, bin ich weniger verletzbar. Klappt super

@maggot
Zitat:Wenn man dann dahinter schaut, sieht man dann oft das komplette Gegenteil. Und da mir das nicht nur 1 Mal passiert ist, muss das zu einem großen Teil an mir selbst liegen.
Verstehe ich

Das komplette Gegenteil ist aber das, was ich so interessant und spannend finde. Ich traue mir halt zu, dass "mitzutragen" und "auszuhalten", es wäre bei mir "gut aufgehoben", ich flüchte nicht gleich, nur weil jemand, ein anderes Bild gibt, wie ich es kennenlernen tu. Der Zwilling ist das da ein Paradebeispiel. Das triggert mich an, das macht mich neugierig. Meine liebe Freundin, die leider weiter weg wohnt, ist auch so jemand, der nach außen total tough tut/ist, hinter der Fassade jedoch extremen Ballast mit sich rumschleppt. Dafür liebe ich diese Frau. Sie ist eine tolle Frau mit tonnenschwerer Belastung, dennoch sensibel, gutmütig und sie hat ein großes Herz.
@Lorable
Zitat: Habe ich mich erstmal auf jemanden eingelassen kann ich durchaus zum Albtraum aller Männer mutieren.
Da habe ich gerade richtig schmunzeln können. Ich kann Dich da verstehen, da mir genau das bei dem Forengrund so ergangen ist. Ich erkannte meinen eignen Anteil und habe daran gearbeitet. Daher kann ich aktuell mit der Zwillings-Geschichte auch lockerer umgehen. Ja, er fängt mich immer wieder ein, keine Frage. Mir geht es aber nicht mehr schlecht damit und ich allein entscheide ganz bewusst, wie lange und wie weit ich das mitmache. Das gibt mir Sicherheit, denn ich weiß, dass ich von ihm nicht abhängig bin und mich auch nicht abhängig machen werde.
@Blake88
Zitat:Man sollte das nehmen was man bekommt
Zitat:Wenn ich ein Partner habe der nur schwer Gefühle zeigen kann, dann sollte ich halt auch einfach mit dem zufrieden sein was er mir gibt, irgendwann wird der Partner schon weiter auftauen aber leider wollen in unserer Gesellschaft immer alle gleich das volle Programm und wenn es dann nicht so ist versucht man es beim nächsten.
Hört sich gut an für mich

Das ist wieder "mein" Thema mit den Erwartungen

Ich nehme es so an, wie es kommt, also die Eigenschaften und Werte, die ich ja erst nach und nach von dem Menschen kennenlerne.
Schwieriger ist es für mich als Emotionstuse, jemanden gegenüber zu treten, der sich schwer damit tut, Emotionen zu zeigen.
Für mich ist einiges schnell sonnenklar. . .für meinen Gegenüber oftmals nicht

Eine Herausforderung in mir selbst die durchaus Raum für Entwicklung lässt.