Hallo zusammen,
Ich habe mir heute extrem viel zugemutet...wie vor vier Wochen, aber damals mit eher entschärfteren "Bedingungen"...
Heute habe ich den ganzen Tag mit meinem Ex und meiner Mutter gemeinsam an einer Veranstaltung teil genommen. Bereits gestern abend setzte die Anspannung an, der Körper rebellierte mit leichtem Zittern...
Ja, es kann mir besser gehen, aber auch wesentlich schlechter.
Den Ex konnte ich recht gut gedanklich verbannen, trotz seiner Anwesenheit. Meine Mutter...joa...frostig sag ich mal. Seit meinem Cut mit der Familie kriege ich das allerdings am besten ausgeblendet. Mein Hobby....meine Souveränität ...passt

Jedoch überraschte sie mich extrem heute. Wie aus dem Nichts stand sie neben mir und trotz"Zuhörer" um uns, sagte sie einfach "ich vermisse dich". Rumms...ich war sprachlos, konnte und wollte ich es nicht erwidern. Ich kann ihr ihren Übergriff gegen mein Kind und mich aktuell nicht verzeihen. Wie habe ich reagiert....
Ich sah sie an und sagte: "Ich weiß es ist sehr schwer. Es wird aber auch sehr schwer bleiben". Und ich ging.
Verurteilt mich nicht. Es geht nicht anders. Ich will mich schützen, ich stehe hinter meinem Kind. Ich habe bis April meine Prüfungen zu absolvieren und ich soll noch dabei ein Haus finden und umziehen. Sie ist nicht Thema! Ich bin nicht bereit ihr diesen Raum zu gewähren.
Irgendwann...wenn meine Existenz mit meinen Kindern geregelt ist....und ich die Kraft und die Zeit habe....und ich zur Ruhe komme...vielleicht gebe ich ihr dann den Raum. Bis dahin spielt sie keine Rolle mehr.
Und mein Ex?!
Er bemüht sich. Schenkt mir Aufmerksamkeit. Wenn wir alleine sind, sucht er meine Nähe, sucht den Körperkontakt, sagt mir, dass er mich sehr lieb hat, dass ich durchhalten soll, er mit mir frühstücken gehen will....solche Dinge. Es tut verdammt gut, jedoch frage ich mich immer wieder warum ich an ihn denken muss.
Ich brauche wirklich dringend andere Menschen um mich. Menschen die mich in den Arm nehmen, mir mal Mut zusprechen, wo ich meinen Alltag lassen kann. Für dich da sein kann und will. Das Gefühl zu haben gebraucht zu werden, fehlt mir. Ich trauer einer Verbundenheit hinterher, die es nicht mehr geben kann.
Ich wachse langsam wieder...an mir...an den Umständen...ich glaube, dass ich durch den Satzwechsel mit meiner Mutter stärker geworden bin. Ich war so unglaublich ruhig und gelassen...ich habe Mut bewiesen, ich habe das erste Mal in meinem Leben ihr mit diesem einen Satz so glasklar etwas vermittelt ...wie noch nie.
Ich habe mich gelöst. Die Leistungstochter hat Cut gemacht, ganz real....ich habe endlich den Sprung geschafft eine selbständige Frau meiner Mutter zu präsentieren...nach all den Jahren.
Das war so unglaublich wichtig heute für mich....auch den Ex in dieser Form zu erleben und zu reflektieren. Ich habe beide ausgehalten ohne extrem gelitten zu haben. Es geht tatsächlich bergauf.
Langer Text:)
Danke...ich bin dankbar und froh, dass ich das alles hier niederschreiben kann!
Gute Nacht zusammen....ich fall nun traumlos in den Schlaf. Das habe ich mir verdient
