Zitat von Sunny-85:Ich muss viel an ein Till Schweiger-Zitat aus "Keinohrhasen" denken.
"Keine Beziehung funktioniert wenn sich einer für den anderen zum Deppen macht. Entweder, der Überlegene verlässt den Depp, weil er sich zu Tode langweilt und weil er jeden Respekt verliert, oder der Depp kapiert irgendwann, dass er der Depp ist, dass er sich total aufgibt und dass am Schluss nix mehr von ihm übrig bleibt und geht."
Als ich den Film kürzlich sah habe ich mich ertappt gefühlt. In meiner Wahrnehmung war ich der Depp - ich hätte alles für sie getan und sie hatte am Ende unserer Beziehung definitiv keinerlei Wertschätzung mehr für mich übrig. Und die richtig schlimme Erkenntnis ist womöglich die, dass ich ihr, wenn sie mich fairer behandelt hätte, jetzt vermutlich nicht so nachweinen würde.
Muss ich mir Sorgen machen oder ist das normal?
Das ist vollkommen normal.
Der Verlassene leidet ja immer mehr. Vor allem wenn man sich in der Beziehung zum Depp gemacht hat und es hat trotzdem nicht "gereicht".
Man macht sich ja auch nur deswegen zum Deppen weil man seinen eigenen Wert nicht kennt oder nicht anerkennt.
Und wenn man dann verlassen wird und der Ex-Partner einen scheinbar von heute auf morgen aussortiert, ist das nochmal ein zusätzlicher Tritt in genau diese Kerbe. "Ich hatte die ganze Zeit Angst ich bin nicht gut genug und jetzt hat er/sie mich verlassen, weil ich wirklich nicht gut genug bin!"
Das Ego spielt hier so eine große Rolle.
Denn mal ehrlich, wer will denn wirklich der Depp sein? Wer will denn wirklich eine Beziehung in der man sich zum Depp machen muss? Keiner!
Aber trotzdem macht man es und warum, weil man immer denkt man ist nicht gut genug und wenn man sich noch ein bißchen mehr anstrengt, dann sieht der Andere vielleicht doch wie gut man ist.
Komisch nur, das je mehr man sich anstrengt, desto unattraktiver wird man.
Was irgendwie auch paradox ist wenn man mal drüber nachdenkt.
