Guten Morgen

Gestern war ja DER Tag- er ist ausgezogen.
Ich war den Tag über ziemlich angespannt und habe auch sehr viel geweint. Einfach, weil ich so unendlich traurig war. (Und weil er mir nicht Bescheid gesagt hat, dass er schon eine Nacht früher wegbleibt, ohne Bescheid zu sagen- andere Geschichte, hat sich im Nachhinein aber auch alles geklärt... hatte mir einfach Sorgen gemacht) Zum Glück war ich bis nachmittags bei ner Freundin und konnte mich ausheulen, aber auch ablenken.
Leider hatte sein Zeitplan nicht ganz hingehauen und ich habe doch noch einen Großteil davon mitbekommen, wie er gepackt und ausgeräumt hat. Habe es aber erstaunlich gut weggesteckt.
Haltet mich gerne für verrückt oder vielleicht auch für maso, allerdings war es mir sehr wichtig, dass wir uns persönlich verabschieden.
Und es war eine schöne Verabschiedung. Sie war traurig, aber schön, schmerzhaft und erleichternd zugleich.
Wir haben uns umarmt und uns ganz, ganz fest gedrückt. Er hat mir dann nochmal gesagt, dass es eine sehr schöne Zeit mit mir war und ich habe mich für diese Zeit bedankt. Danach haben wir uns ganz fest an den Händen gehalten und ich habe ein paar Tränchen verdrückt und ihm gesagt, dass ich jetzt Abstand brauche, er sich aber immer bei mir melden kann. Er gab mir darauf zu verstehen, dass ich mich auch jederzeit bei ihm melden kann. Dann haben wir uns nochmal sehr lange umarmt und ich habe ihm einen Kuss auf die Wange gegeben.
Er war bereits auf dem Weg zu gehen, da fiel auf, dass er noch was vergessen hatte und als das erledigt war, kam er nochmal zu mir und wir haben uns wieder ganz fest umarmt. Ich habe ihm gesagt, dass er für mich immer was besonderes bleiben wird und er meinte *du BIST für mich was besonderes*... wir haben uns dann gegenseitig beteuert, dass wir wollen, dass der andere glücklich ist... zum Schluss gab es nochmal eine feste, enge Umarmung, bei der er mir einen zarten Kuss auf den Hals gegeben hat. Dann hat er sein Reisetäschen genommen und ist mit seinem Kumpel gefahren.
Sobald ich gehört habe, wie die beiden weggefahren sind, habe ich geheult wie ein Schlosshund... weil ich traurig war und erleichtert... weil es trotz allem ein schöner und versöhnlicher Abschied war...
Ich weiß, dass ich meinen Weg auch ohne ihn bestreiten kann. Alleine muss ich das gar nicht, denn ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass ich vielen Menschen sehr wichtig bin und diese mich schätzen und ich mich auch einfach auf andere verlassen kann.
Dennoch fehlt er mir sehr... als Partner, als Freund, als enger Vertrauter, als der Mensch bei dem ich mich am meisten fallen lassen kann...
Abends war ich noch mit einer anderen Freundin bei einer Stand up Comedy-Show...
Was soll ich sagen? Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte mal so gelacht habe. Inklusive Kiefer- und Bauchschmerzen vor lachen. Es tat soooooo gut! Die beste Ablenkung überhaupt! Der Abend hat mich einfach gepushed!
In der Stadt habe ich auch noch seine Schwester getroffen. Wir haben uns ganz oft, ganz fest gedrückt und ein bisschen geweint. In gewisser Weise verliert man ja nicht nur den Partner, sondern auch ein Stück Familie. Natürlich liegt es an einem selbst, wie gut der Kontakt bestehen bleibt, aber es wird halt nicht mehr so sein, wie es mal war...
Konnte diese Nacht echt einigermaßen gut schlafen und hoffe, dass sich das jetzt endlich mal durchzieht und ich körperlich mal wieder fitter werde, damit ich es seelisch besser wegpacken kann... wisst ihr was ich meine?