@Wolfstanz
Zitat:Im von mir angeführten geschichtlichen Beispiel liefen diejenigen Gefahr ihr Leben zu verlieren, die den Konsensgruß nicht machten.
Das muß die Frage erlauben, von welcher Gruppe die größere und realere Gefahr ausgeht.
Guck mal, du schreibst mehrfach von Gefahr. Kannst ja selbst überlegen, wozu es dieses Wort gibt.
Mein Eindruck ist, dass du - ich nenne es mal - eine "Denkschablone" zu beschreiben versuchst, wie man in dieser verflixten gesellschaftlichen und faktischen Realität klarkommen kann.
Auf den einen komplexen politischen und gesellschaftlichen Sachverhalt passt das eine Muster, auf das andere aber eben nicht.
Und ja, eine Bedrohung durch Viren, eine Regierung, die Verbote und Gesetze mal eben im Schnelldurchgang anordnet, berührt ganz klar Emotionen und auch Ängste.
Und ja, es geht um Abwehr von Emotionen und eine nicht gelungene Anpassung an sehr herausfordernde Realitäten, wenn plötzlich Teile der Bevölkerung von einer Erkrankung bedroht sind und eine Idee ist, dass andere ihr Verhalten regulieren, damit die Verletzlichsten nicht sterben müssen. Und manche sagen: dafür muss ich mich einschränken, damit andere nicht leiden? Haben die das bewiesen? Oder ist das willkür?
Und ja, zwischen dem Entwickeln einer Impfung - was für eine Leistung! - und dem Wunsch, neue Erkrankungen zu verhindern, lagen keine ausreichenden Zeiträume, um die Wirkungen ausreichend zu erforschen. Es wurde bestimmt, es wurde angeordnet, in kurzen Zeiträumen.
Wie schön, dass überhaupt jemand bereit war, die Verletzlichsten zu schützen, und dass wir hier in unserem Land die Möglichkeiten haben, in kurzer Zeit flächendeckend medizinische Hilfe anzubieten.
Ich hätte im Fernsehen gerne noch viel mehr Bilder und Informationen von den Stationen gehabt, wo händeringend versucht wurde, Behandlungsmethoden zu finden, diese tückische Erkrankung zu verstehen. So wie auf den Zig., wo das Leid plastisch abgebildet ist. Wie die Leute verreckt sind, mit wächserndem Lungengewebe.
Vllt wären die Diskussionen um die Hilfsmaßnahmen dann sachlicher verlaufen.
Ich sags nochmal: mich interessiert, inwiefern bin ich an die Realität herangekommen? Oder möchte ich das Leid gar nicht so genau sehen? Weil ich mir selbst am nächsten bin?
Ich sage: wer sich nicht mit den Verletzlichsten loyal verhält, will mit den komplexen Sachverhalten nichts zu tun haben.
Nur, was verteidigst du dann? Wenn du selbst Teil dieser Gesellschaft sein willst, dann wird es immer auch um Empathie und Solidarität gehen. Und wenn du nicht reif genug bist, um diese Rolle auszufüllen? Muss ich dich dann ernst nehmen?
Nee, dann thematisiere ich deine Anpassungsschwierigkeiten, egal ob dir das in deine eingeeigelte Weltsicht passt.