Zitat von Aurelin:betrachte die Gesellschaft auch als eine Art Organismus, dann wird es vielleicht etwas klarer. Pflege, Ärzte und Therapeuten stellen hierin die Selbstheilungsfunktionen dar. es ist ja auch nicht von ungefähr, dass aus Medizin und Pflege der Ruf nach Prävention lauter wird. Wir leben als Gesellschaft zu ungesund und ...
eine Gesellschaft fußt IMMER auf politische Entscheidungen. Auch wenn die Gesellschaft Anstöße gibt, dass es zu Veränderungen kommen soll - OHNE die Entscheidung der Politik geht gar nichts.
Es geht doch auch um die entsprechenden Beschlüsse, um die Gesetzgebung. Ohne die nötige Gesetzgebung...was wäre dann? NULL Richtlinien. Jeder könnte tun und lassen, was er wollte.
Wie "die Gesellschaft" das ausschmückt - das ist etwas ganz anderes. Ändern sich gesellschaftliche Verhältnisse, hat die Politik darauf zu reagieren - gewöhnlich ist das so.
Da im Gesundheitswesen, wie bereits erwähnt, Anfang der 2000er Jahre politisch andere Vorgaben machte - mit vielen, aber nicht allen am GW Beteiligten - kam letztlich das dabei raus - Abrechnung nach Fall-Pauschalen, Profitabilität, Wettbewerb der jeweiligen Anbieter. Kliniken und KH gehen seit dem "am Stock"....und die Personaldecke ist IMMER unter dem Level, was z. B. die Qualität im Grunde erhöhen würde, gäbe es ausreichend und GUT ausgebildetes Personal. Nur.... Personal kostet GELD. Und was z. B. 30 Angestellte schaffen - warum sollen dann 40 da rumlaufen, wenn die 30 das unter permanentem Hochdruck auch schaffen - auch wenn es mehr schlecht als recht ist!? JEDE noch so teure Maschine wird angeschafft - buchhalterisch ideal. Denn - Personalkosten können steuerlich NICHT geltend gemacht werden.
Du sprichst die Pflege an... Palliativ-Pflege.... usw.! Jeweils ein Horror-Job - für die meisten Bediensteten. Fluktuation ohne Ende - "Pflege" oft am äußersten Rand der Zumutbarkeit. Da steht und fällt die Pflege aus dem Enthusiasmus des Personals heraus....weil das G-Wesen nicht mehr hergibt. Das Problem ist bekannt...nur nicht politisch "angekommen"!
Warum immer mehr in die Pflege "sollen" - u. A. auf alte Menschen bezogen. Es will doch keiner mehr, dass z. B. Eltern und/oder Großeltern zu Hause versorgt werden - auch WEIL das ein Knochenjob ist, mich ALLEM "beraubt", was ich "schon immer mal gern gemacht hätte".... Urlaube, Hobbies, Party hier, Party da... Halli-Galli überall. Wer jemanden zu Hause pflegt.... mitunter 24/7.... Holla, die Waldfee. Wundert es da, dass die Pflege-/Seniorenheime aus allen Nähten platzen, sauteuer sind? DA sind es NICHT die Personalkosten, die "zu hoch" sind... Pustekuchen.
Meine Mama war 3,5 Jahre in einem Pflegeheim. Sie war in einem guten - ländlicher Bereich. Mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu können... das war möglich. Und ich habe das eine oder andere mal intervenieren MÜSSEN, was mir wirklich nicht gerade Lorbeeren einbrachte.