Zitat von Abendrot:Nach turbulenten Wochen , mit viel Besuch , der krebskranken Freundin ....und anderer Probleme , bin ich am Ende meiner Kräfte . Gestern war Dorfflohmarkt und ich dachte , jetzt habe ich Ruhe . Wollte mich in meine Höhle zurückziehen , neue Energie tanken. Aber nun hat sich mein fast 90 jähriger Vater angemeldet , ...
was du leistest, um ANDEREN Menschen zu helfen/beizustehen, ist aller Ehren wert. Da gilt es den Hut zu ziehen.
Aber... bei einer Hilfe "um jeden Preis" geht das zu eigenen Lasten - egal wie sehr "zu helfen" einem selbst gut tut, AUCH einem selbst (vermeintlich) "hilft", einen selbst AUCH ein bisschen stolz macht - auf sich selbst.
Und die Grenzen zu ziehen, um neue Energie zu tanken... wer kann diese WIRKLICH ziehen?
Die zieht niemand, der um (ggf. dringende) Hilfe ersucht, bzw. wird selbst erkennen, dass da jemand dringend Hilfe benötigt. Es gibt Situationen, da gehört ein NEIN zum eigenverantwortlichen Handeln für sich selbst ausgesprochen.
Dass dir dein 90-jähriger Vater helfen will - JETZT, wo du kräftemäßig selbst "am Ende" bist - da bleibt zu überlegen, wie DU über die Runden kommen willst. Es hat den Anschein, als wenn sich deinerseits eine Hilfeleistung an die nächste reiht...und du selbst kommst nicht mal zum Luft holen.
Ressourcen - die gibt es eben NICHT in unerschöpflichem Maße. Und wenn du nicht selbst auf dich achtest... das ist oberste Pflicht... wirst du nicht dazu kommen, selbst MAL Energie zu tanken.
Und wenn Arbeit, die dein Papa machen will, liegenbleibt...was wäre dann? Wäre dein Papa dann sauer? Es geht um DICH.
Warum ich das so offen schreibe - ich saß im gleichen Boot wie du. Wer hat die Zeche letztlich gezahlt - ICH, weil ich nie an mich selbst dachte, sondern immer daran dachte, dass es den Hilfesuchenden GUT/besser ging.
Ja.... das Helfer/innen-Syndrom ist etwas, womit AUCH Eindruck gemacht werden kann. Nur... in welche Richtung dieser Eindruck geht...DAS wird dann bemerkt, wenn bei einem selbst NICHTS mehr geht....
....will heißen - NEIN sagen zu lernen, ist oberste Pflicht, wenn Hilfsbereitschaft WIRKLICH aufrecht erhalten werden will/soll.