Zitat von SanDiego1997: Dazu x mal bring bitte Wein vorbei.
Und warum machst Du es dann nicht?
Wenn sie sich betrinken will oder muss, vielleicht, um das Leben auszuhalten oder warum auch immer, ist das doch ihre Sache.
Ich verstehe nicht, warum man offenbar meint, von außen erzieherisch tätig werden zu müssen. Und sei es dadurch, dass man ihm gewisse Ding vorenthält, die zwar er will und die grundsätzlich auch machbar wären, aber die man selber für verwerflich oder sonst etwas hält.
Wäre Deine Freundin am Verdursten gewesen und hätte Dich um Wasser gebeten - hättest Du ihr auch das verwehrt?
Ich hätte dazu auch gar nichts gesagt wegen Sinnlosigkeit. Habe es aber dennoch getan, weil ich erst kürzlich ein Gespräch über genau dieses Thema mit einer Freundin hatte.
Und wir sind uns einig: Sollte einer von uns beiden seine letzte Lebensrettung bzw. Lebenserträglichkeit im Dauerrausch finden, so würde der andere Wein, B. usw. kistenweise anschleppen.
Ein wahrer Freundschaftsdienst, könnte man sagen. Der ohne jede moralisierende Gestik auskommt.
Man muss das Leben ja erst einmal aushalten, so lustig ist es in vielen Fällen nicht. Und schafft das jemand nicht bzw. nur im Dauerrausch, dann ist das eben auch eine Lebensform, zu der jeder nach meinem Dafürhalten sowohl Grund als auch Recht hat.
An Deiner Stelle hätte ich ihr den Wein gebracht, und das ohne zu zögern. Und allenfalls hätte ich dann, je nach ihrer Stimmung und Aufnahmefähigkeit, noch angedeutet, ob sie sich gar nichts vorstellen kann, was ihr sonst das Leben erfreulicher machen könnte.
Und, wiederum je nach ihren eigenen Plänen und Vorstellungen, zudem hätte ich ihr angeboten, sie bei der Bewältigung ihrer Sucht - so sie tatsächlich Alk. ist, vielleicht bereits in einem körperlichen Sinn - zu unterstützen. Und zwar in dem Sinne, dass sie nach und nach, in kleinen Schritten, alle paar Tage ein bisschen weniger trinkt, und dafür versorge ich sie mit der entsprechende Menge.
Wenn man jemandem in einer solchen Situation tatsächlich helfen will, so muss man mit Motivation arbeiten, nicht mit Verurteilung und Ablehnung.
Ist jemand schwer Alk-süchtig (körperlich), so kann es sogar tödlich enden, den Alk. ganz plötzlich abzusetzen. Das ist eine Methode von vorgestern, eine sehr schlechte und gefährliche noch dazu. Sondern der sinnvollste Weg ist die allmähliche Reduktion. Wie eben bei sonst einer Entziehungskur, die auch Erfolg versprechen soll.
Naja, vielleicht ist irgendeine Anregung für Dich dabei.
Grundsätzlich meine ich, jeder hat sein Leben zu leben und irgendwelche Einmischungen von außen gegen den Willen des anderen sind unzulässig - selbst, wenn man ja immer nur "seine Bestes" will. Was jemandes Bestes ist, das entzieht sich generell jeder äußeren Beurteilung.