Zitat von fe16: ben möchte uns immer etwas sagen und oft bedarf es Außenstehende Menschen
Ich habe ja nichts gegen Therapien und Therapeuten.
Allerdings, und das wären meine Bedenken, haben Therpeuten ja einen bestimmten Hintergrund. Und ob dieser gerade sehr lebensnah ist, bezweifle ich. Ein Konstruktion, wie der Mensch zu funktonieren hat, ist etwas anderes als das Leben selbst.
Für mich ist das Leben jedenfalls etwas sehr Weites, und in irgendwelche theoretischen Zwangsjacken passen da wohl nicht hinein.
Aber gut, der Mensch braucht jemandem zum Reden; und was früher Freunde, Ältere und Erfahrene oder auch Seelesorger waren, sind heute eben Therapeuten.
Zu meiner Zeit gab es die so gut wie gar nicht, und die Menschen waren deutlich robuster. Heute hingegen, scheint mir, kann schon jeder Schmetterlingswind den gesamten Menschen zum Einsturz bringen.
Da scheint mir irgend etwas nicht mehr so ganz zu stimmen.
Ein Forum ist für mich da etwas anderes. Denn da kann man sich einfach so austauschen, eben reden, ohne jeden therapeutischen Anspruch. Da geht es einfach um Erfahrungen und Zustände, eben ohne diesen theoretischen Hintergrund eines Wissen, das in Lehrbüchern steht und zumindest das eine und andere Fragezeichen in sich trägt. (Man denke an die Freudsche Psychoanlayse, die eine sexuelle Fixierung aufweist, die man selbst schon als pathologisch wahrnehmen könnte, als "Übertragung". Gerade diese "Übertragung" samt dem "Widerstand" ist zudem ein ziemlich destrukives Konzept, das einen Widerspruch gegen das jeweils therapeutische Grundkonzept gar nicht zulässt.
Ich weiß nicht, ob Du das mal gehört hast, aber in den 60er- oder 70er-Jahren gab es auch die "Urschreitherapie", damals war die sehr "in", vor allem in Amerika - und das Konzept dahinter war einfach, dass die Geburt das Urtrauma ist.
Bei Freud hingegen war es das Unglück, nicht an den Vater bzw. die Mutter ranzukommen in seinem triebhaften Verlangen, mit aller damit verbundenen Zerknirschung und Eifersucht. Bei Adler die Ich-Beschränkung. Einzig Jung ging viel tiefer.
Naja ... vielleicht erfinde ich irgendwann auch noch eine Therapiegrundlage, die alles Unglück darauf zurückführt, dass das jeweilige Grundopfer nie die Möglichkeit hatte, zum Mond fliegen zu können. (Und ich wette, auch das würde funktionieren.)
Mir schiene es jedenfalls besser, einfach dorthin zu gehen, wo die Lilien wachsen und die Sonne scheint, anstatt den Versuch zu machen, ein Leben zu führen, das nicht das eigene ist. So geht nämlich das Samenkorn, das in jedem angelegt ist, niemals auf - gerade das aber wäre nach meinem Verständnis der Sinn des (individuellen) Lebens. Da braucht es keine Therapie, sondern einer (entschlossenen) Befreiung von all dem eingetrichteren Mist, den man dann für notwendig, normal oder sonst etwas hält.
Woran jedenfalls ich mich zeitlebens orientiert habe, war die Natur, mit allen Wesen, die darin vorkommen. Und abgesehen vom Mensch kommt da nichts Therapiewürdiges vor.
Seltsam.