Zitat von fe16: denk an dich Kurse für Pflegende Angehörige
Die Pflege liegt ganz bei meiner Mutter. Sie lebt ja mit ihm unter einem Dach.
Meine Schwester und ich übernehmen Besorgungen, fahren mit ihnen einkaufen, holen beide zum Kaffee trinken ab, versuchen ihnen etwas Abwechslung zu verschaffen, ein paar schöne Stunden. Solche Sachen eben.
Sie schwirren ständig in unseren Köpfen. Oft ist nicht an schlafen zu denken.
Es ist nicht zu übersehen, dass meine Mutter total überfordert ist. Aber sie nimmt keine Hilfe von Fremden an.
In den letzten Wochen ist es mit ihrem Mann rapide bergab gegangen. Meine Mutter bräuchte dringend ein bisschen Freiraum für sich. Aber alles wird abgelehnt. Selbst eine Pflegestufe gibt es nicht, lehnt sie ab. Sie ist starrsinnig und bockig. Ich verstehe nicht, wie man so sehr die Augen davor verschließen kann.
Sie lässt alles auf sich zukommen, so ihre Worte. Ach, ich könnte hier einen ganzen Roman schreiben.
Heute morgen hatten meine Schwester und ich einen (heimlichen) Termin mit einer Pflegeberaterin. Na ja, viel gebracht hat es nicht, weil ja alles abgelehnt werden würde. Wir dürfen es nicht mal erzählen, dass wir uns informiert haben. Das würde unsere Mutter uns nicht verzeihen.
Immerhin wissen wir jetzt an wen wir uns wenden können, wenn mal der Ernstfall eintritt, meine Mutter z.B. mal ins Krankenhaus muss. Ihr Mann kann dann ab sofort nicht mehr in dem Haus bleiben.
Sie hat uns auch den Tipp gegeben, uns an den Hausarzt vom Mann meiner Mutter zu wenden. Das werden wir auch machen. Vielleicht bringt das was. Auf so eine "Respektsperson" hört man vielleicht eher als auf die "dummen" Töchter, die sowieso keine Ahnung haben.
Zitat von fe16: Demenz ist nicht einfach zu Händeln für die angehörigen
Ja, ganz furchtbar! Mittlerweile ist er inkontinent und halluziniert. Aber er hat auch durchaus lichte Momente. Das macht es so schwierig.
Unsere Mutter tut uns so leid. Sie hat einen schöneren Lebensabend verdient. Es ist so traurig, die Zustände dort zu sehen.