Henriette,
Du hast es so schön ausgdrückt, Du brauchtest eine Lichtgestalt, damit sie Dich ins Licht stellt. D.h. im Umkehrschluss, dass Du ohne Lichtgestalt im Schatten stehst.
Diesen Platz weist Du Dir selbst zu und Du weist auch dem Mann seine Funktion und herausragende Stellung als Lichtgestalt zu. Erst dann fühlst Du Dich aufgewertet.
Wie Du das los wirst, kann ich Dir nicht sagen. Evt. auch mal therapeutische Unterstützung andenken. Und ansonsten kategorisch Dein Selbstwertgefühl pflegen.
Du bist doch um Klassen klüger als dieser Ex, der Dich nur benützt hat. Warum nur hebst Du diesen Tunichtgut und Manipulator auf einen Thron und nimmst den Platz auf einem Schemel zu seinen Füßen ein?
Es werden schon erlernte Verhaltensmuster sein, die Du verinnerlicht hast. Hätten Deine Eltern Dich ins Licht geholt, würde es Dir heute besser gehen.
Das bedeutet für Dich, andere können das Trauma in Dir nicht auflösen. Das ist allein Deine Angelegenheit. Es gibt da ein Buch, das sehr gelobt wird: "Das innere Kind muss Heimat finden" von Stefanie Stahl. Der Titel trifft den Nagel auf den Kopf. Vielleicht wäre das als Anfang für Dich hilfreich.
Ich habe von der Autorin ein anderes Buch gelesen bzw. verschlungen: "Jein! Bindungsängste erkennen und bewätigen."
Das war sehr erhellend, denn was ich da las, war eins zu eins meine Beziehung. Eine Verbindung aus aktiven und passivem Bindungsvermeider. Gelitten haben auf ihre Art und Weise beide darunter, ich jedoch sicher mehr als er.
Mit dieser Rolle bin ich durch. Ich lass mich nicht mehr so behandeln, ins Abseits stellen und womöglich noch hintergehen. Wenn ich nur an seine zahlreichen Kontakte denke, vor allem die weiblichen. Die zählten gefühlt alle mehr als ich. Aber ich glaube, auch das war von mir hausgemacht. Wer nicht an sich glaubt, der nimmt andere Frauen, selbst lose Bekannte als Konkurrenz und Gefahr wahr und fühlt Verlassensängste.
Da konnte er nicht so viel dafür, denn es waren meine inneren Verletzungen, die wüteten und an die Oberfläche drängten.
Mir geht es heute tatsächlich viel besser als zu der Zeit damals. Damals war ich innerlich ohne Richtung, ich eierte so dujrchs Universum und suchte eine emotionale Anlaufstelle. Das war dann er. Von der Sonne, die auch mich ins Licht stellte, mutierte er zum Schwarzen Loch, von dem ich mich nicht mehr lösen konnte. Er sog mich aus, er machte mich irgendwie fertig, er sprach verschleiert, sodass ich irgendwann nicht mehr wusste, war es meine Überempfindlichkeit, die mich das spüren ließ oder aber lag der Fehler bei ihm.
Auf brennende Fragen gab es Antworten, die mich im Ungewissen ließen oder Gegenfragen oder wenn es ganz schlimm, dann Leugnungen. "Das hast Du falsch verstanden, das habe ich nie gesagt!", "das hast Du falsch interpretiert", "so habe ich das nicht gemeint, es ist Deine Schuld, wenn Du das oo auffasst".
Und ich Dödel fing an, die Schuld bei mir zu suchen. Ich war überempfindlich, legte ja jedes Wort des großen Meisters auf die Goldwaage und fühlte mich wieder mal minderwertig.
Ja, wenn ich so und so wäre, dann ... wäre alles anders. Dann wäre ich die Königin neben ihm, aber sooo ...
Die schlechten Meinungen, die man von sich selbst hat und pflegt, sind hausgemacht. Ich habe da einen Schrank voller bösartiger Kobolde, die sich auf meine Schultern setzen und mich fertig machen wollen. Die habe ich aber erfolgreich vertrieben. Ich sagte nur immer: Weg mit Euch, Ihr wollt mich nur schlecht machen, das mache ich aber nicht mehr mit. Ab mit Euch in den Schrank, da könnt Ihr maulen was immer Ihr wollt.
Durch solche "Tricks" holt man die Dinge auf die bewusste Ebene, wo sie aber wesentlich weniger schädlich sind, als wenn wir ihnen immer zuhören und das schließlich glauben.
Sei es Dir wert, dass Du dich selbst ins Licht stellst! Denn so was wie den hast Du schlichtweg nicht verdient. Dafür bist Du doch viel zu schade!
Begonie
Selbstwertgefühl pflegen und aufbauen hilft in solchen Fällen