Hallo, BG
schön, so schnell von dir wieder zu hören.
es stimmt, es ist mistig, aber in solch Phasen auch normal. Wir sind nur winzige kleine Teile im ganzen und sollen funktionieren, klappt aber eben nicht immer. Und all unsere Bemühungen, daran etwas zu ändern, führen zur Zeit nicht zum Erfolg.
Jeder erwartet, es soll uns besser gehen, wir haben dies in den eigenen Händen und können es aber gar nicht.
Glaube mir, mir geht es im Moment (und das schon seit längerer Zeit) ebenso und auch ich verspüre manchesmal die Wut auf mich selber. Aber ist dies richtig? Du hast vollkommen Recht,
"wir sind wie wir sind" und wir müssen uns dafür nicht entschuldigen oder schämen. Denn es zeigt auch, das wir noch Gefühle haben (auch Wut ist ein Gefühl), das wir nicht abgestumpft sind in dieser manchmal schwierigen Welt. Also haben wir auch das Recht, diese Dinge zu zeigen und raus zu lassen.
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
"Es ist die Kunst, in einer Partnerschaft mit den Fehlern des anderen zu leben" Wenn dies nicht geht, dann geht irgend etwas vorbei, was wir vielleicht gar nicht möchten und es kommt die grenzenlose Einsamkeit, die Angst vor der Zukunft, das große Loch. Dies ist aber auch ein Verabeitungsprozess, der eigentlich noch schmerzhafter ist, wie die Trennung. Ich wäre, so glaube ich, genau wie du froh, wenn ich irgendwo den Schalter finde, damit all dies nicht mehr ist und man froh, mit Selbsbewußtsein und eigener Kraft ohne Ängste wieder in die Zukunft schauen könnten. Aber ich finde z. Z. den Schalter nicht.
Es ist schön, das du liebe Menschen um dich rum hast, das du ihnen zuhören kannst, auch wenn du traurig bist. Und an Hand deiner bisherigen Einträge glaube ich fest daran, das auch du wieder dies Art der Lebendigkeit, der Fröhlichkeit, finden wirst. Nur im Moment hast du die Kraft dafür nicht (wie verm. ich auch)
Das Beispiel mit dem Kind trifft es, aber denke doch mal, wie sollst du gehen und nicht einfach nur darstehen, wenn die Kraft fehlt, seine Beine zu bewegen, wie willst du dir dann das Eis holen ? Wir müssen erst einmal aus unserem Loch raus, dann Mut und Glauben daran finden, das es auch besser geht und wir auch aus der Einsamkeit rauskommen, ich hoffe und wünsche, das es noch irgendwo jemanden gibt, mit dem dies möglich ist.
Du mußt dir auch nicht blöd vorkommen, nur weil dein momentanes Verhalten sich deiner Seele angepasst hat. Sie werden es verstehen.
Schon gar nicht darfst du glauben, das in dir ein Freak steckt. Denn all die Verhaltensweisen erlebe ich auch in mir und man fängt an, an sich selbst zu zweifeln. Du bist ein Mensch mit Gefühlen, und das diese Gefühle manchesmal auch negativ sind, ist absolut normal. Genau wie du habe ich ebenso höllissche Angst vor der Einsamkeit, bin tief traurig und verzweifelt, weiß nicht, was ich machen soll, um die Kraft wieder zu finden, die man heute braucht. Es gehen die merkwürdigsten Gedanken durch den Kopf. Alles aufgeben hier, woanders hinziehen, neu anfangen u.s.w. Ohne, das wir unsere innere Kraft wieder finden, wird das nichts. Im Moment z.B. könnte ich heulen obwohl ich weiß Gott kein "Weichei" bin.
Bitte, versuch, im Moment die Gesellschaft zu genießen, auch in der Traurigkeit ist dies Trost, (ich wünschte mir, wenn im Moment jemand an meiner Seite wäre) und lass, wann immer dir danach zu Mute ist, deine Gefühle auch raus.
Ich verstehe dich, wie es dir geht, habe ich doch ganz ähnliche Momente und weiß gerade jetzt nicht, wer ich bin und was ich machen soll
Im Grunde alles unnormal und doch so normal.
Hoffe, weiterhin von dir zu hören.
GLG Alphatel und ich

dich mal