hallo susi Q!
ja, ich habe vor meinen gefühlen angst!
wie ich damit umgehe und wie andere damit umgehen.
ich bin von der tiefen sorte. nehme gefühle sehr tief und innig wahr.
habe so einen sinn, den ich in meiner kindheit lernte zu sensibilisieren.
ich musste das damals, damit ich sicher bin. und so spüre ich schon feine nuancen. ich weiss natürlich nicht ständig, was diese nuancen zu bedeuten haben. ich spüre einfach und merke, da ist was.
an mir, an meinem gegenüber. du weisst ja, in einer sozialen interaktion kommen dann projektionen, spiegelungen, übertragungen etc hinzu.
somit wird die interaktion diffizil, oder einfach gesagt: schwierig.
dann geht es mir darum, mich in mir zu finden. zu schauen, was will ich, was brauch ich?
doch dies unter aller angst, verunsicherung und meiner eigenen unsicherheit mich selbst betreffend zu finden, ist echt arbeit!
und ich weiß, susi Q, und ich fühle, dass ich mich mag. ja, ich liebe mich.
mit meinen ecken und kanten. meine stacheln, die ich sehe: ich lächle sie an und weiss, sie sind da, doch ich tue damit niemanden absichtlich und bewusst weh. ich gehe damit durchaus behutsam um. ab und zu steche ich, und ich nehme dies wahr und entschuldige mich dafür. ich bin ein guter mensch.
ich möchte so gerne mehr in meinem leben. das erste (!) mal in meinem leben möchte ich alltag mit einem mann leben.
und tief in mir habe ich diese endzeitstimmung:
ich werde dies nicht leben können.
weil ich mir selbst im weg stehe
ich lasse männer an mich ran, wo ich spüre, dass sie gute kerle sind, ich aber in mir stets eine hintertüre offen halten kann, aufgrund von mir herausgepickten defiziten, die sie haben. (jeder mensch hat irgendein defizit, das spüre ich mit meiner "art" auf, und daran hacke ich mich ein)
und ich brauche jahre, damit ich vertraue! jahre.
ich habe einen sehr guten freund, den ich seit mehr als zwölf jahre kenne.
(er ist der mann, mit der innneren und äußeren behinderung)
wir erlebten viel in diesen jahren. wir kennen uns und wir sehen uns, wie wir sind. das nimmt viel rosarote brillenblick weg.
doch egal, was wir tun, was wir nicht machen, wir treffen uns nie so, dass es für beide der richtige zeitpunkt ist. entweder ist er mir nah und ich bin ihm distanziert, oder er ist mir distanziert und ich bin ihm nah.
kennst du das gefühl, susi Q, dass du nicht mal mehr über etwas reden willst, weil es eh so viel ist? wir haben so vieles durch. ich mag darüber reden, ja.
doch ich kann nicht mehr. mein hirn schaltet aus! durch das anschauen von links, von rechts, von oben und unten heben sich gedankensätze, glaubensmuster, gefühle, richtigkeiten auf. es entsteht ein dichter nebel in meinem kopf. ein schleier. also soll ich den schleier lassen und einfach so jeden tag leben? einatmen, ausatmen? einfach nur jeden tag nehmen?
er liebt mich, doch er will nicht mit mir zusammen sein.
ich glaubte ihm nie, dass er das wolle. vor vier jahren war ich dann in einer beziehung und nach einem halben jahr wollte er, doch ich war nicht frei.
ich wollte den j nicht verlassen wegen ihm. aus angst. aus angst, ich müsse mich dann einlassen: voll und ganz. einlassen mit einem mann mit behinderung (nein, nicht du mmb

).
ich fürchtete mich davor. jetzt bin ich bereit. das erste mal in meinem leben.
doch jetzt will er nicht.
und ich weiss nicht, ob ich nur deshalb bereit bin, weil meine feinsten antennen spüren, dass er nicht will. verstehst du? (wirr, nicht wahr

)
und das zweite ist: ich hab doch diese angst. also wenn es so ist, dass ich nur will, weil er nicht bereit ist zu geben, und mir somit nichts passiert.
ich somit guten gewissens sagen kann, ach, es funktioniert nicht, weil er nicht will. und ich somit mich nicht heranziehen brauche um in die verantwortung zu gehen!
wieso lebe ich dann einfach nicht so, wie ich es am 8ten juni schrieb?
frau mit behinderung liebt mann mit behinderung. im hier und jetzt.
im augenblick. lebe meine alltäglichkeit mit mini und mir. lebe
mein
leben und wenn mmb und fmb sich treffen um ihre zeit zu leben, dann leben sie diese für den augenblick und gehen dann wieder in ihr leben!
verstehst du das?!
wieso habe ich diese sehnsucht in mir, etwas zu leben was nicht möglich ist?