LeTigre
Gast
Ich hoffe ich erwische dich jetzt nicht auf dem falschen Fuß, aber bei dir ist mir aufgefallen, dass du dich sehr mit deiner Krankheit identifizierst und auch deinen Ex sehr auf die Diagnose reduzierst. "Ich bin ADHSlerin", "Ich will meinen Borderliner zurück", "Ich werde mir eine Therapie suchen".
Weißt du, dass jemand warm wechselt, plötzlich ein ganz anderes Gesicht zeigt und man als Verlassene leidet, kommt nicht ausschließlich bei Menschen mit dieses Störungen vor, sondern auch in sämtlichen anderen Verbindungen, auch ohne Krankheitswert.
Du analysierst sein Verhalten, versuchst jeder Handlung eine Begrifflichkeit aus der Psychologie zu geben und erklärst dir sein Verhalten während und nach der Beziehung nahezu ausschließlich mit seiner Störung.
Dabei beschreibst du keine Situation genauer, sondern zB nur mit "toxisch" und Mechanismen, die zwar typisch für Borderline sind, aber auch einfach mal mit einem miesen Charakter einhergehen können. Damit vermittelst du zumindest mir das Bild von zwei Personen, die sich und ihre Beziehung fast nur über ihre Störungen definieren. Sieh dich und ihn nicht nur als Borderliner und ADHSler, sondern als zwei Menschen mit eigenem Willen, Stärken und Schwächen und Charakteren. Du bist doch nicht nur die Störung, du hast sie nur. Sie ist ein Teil von dir, aber macht dich nicht komplett aus.
Und man benötigt auch nicht für jede Lebensphase, die einen fordert, immer sofort eine Therapie. Natürlich kannst du das dennoch tun, aber es wirkt auf mich so, als würdest du dich zu sehr auf diese Borderline- & ADHS-Thematik versteifen.
Zumal jeder ADHSler und Borderliner ja auch ein Individuum ist. Da können klinisches Bild, Ausprägung usw schon sehr variieren.
Du hast Liebeskummer und die Trennung lief sehr unschön ab. Darüber darfst du traurig und wütend sein. Du darfst ihn auch vermissen. Kaum eine Beziehung läuft fehlerfrei und euch verband ja auch viel Schönes sicherlich. Gib dir Zeit und lass das alles erst mal sacken.
