Zitat von PsychoMantis: Ich habe im Alter auch Probleme Freunde zu finden.
Ich glaube, das ist ein Stück weit normal und dem Alter geschuldet. Man entwickelt im Laufe der Zeit einfach höhere Ansprüche an eine Freundschaft, es müssen viel mehr Dinge passen als in jungen Jahren. Zumindest ist das bei mir so. Früher als ich jung war, habe ich leicht und unkompliziert Freundschaften geschlossen, heute schaue ich mir die Menschen, die ich in mein Leben lasse, sehr viel genauer an.
Was mir im Laufe der Jahre aber aufgefallen ist, ist, dass in meinem Freundeskreis fast alle auf die ein oder andere Art "anders" sind. Drei meiner engsten Freunde haben ebenfalls ADHS, was anfangs keiner vom anderen wusste, aber irgendwie scheint sich gleich und gleich auch da gern zu gesellen.
Zitat von Hedwig11: Ich kenne diese Angriffe von wegen Modekrankheit usw. gut.
Ja, teilweise. Oft erlebe ich aber auch blanke Unwissenheit und oder Vorurteile a la "ADHS? Das sind doch nur kleine, hyperaktive Jungs, das wächst sich doch aus, etc. pp.". Weil ich meist wenig Lust verspüre den Leuten zu erklären, dass auch erwachsene Menschen und vor allem auch Frauen ADHS haben können, erzähle ich das nur wenigen Menschen. Meine Schwiegereltern z.B. wissen das bis heute nicht, sie könnten vermutlich auch wenig mit dieser Info anfangen.
Bei dem Wort "Modekrankheit" kriege ich allerdings auch immer die Krise. Das ist auf so vielen Ebenen falsch, denn erstens ist ADHS in meinen Augen keine Krankheit, sondern eine andere Art zu sein und zu leben, aufgrund der abweichenden Gehirnchemie. Und zweitens kann von Mode keine Rede sein, auch wenn Social Media was anderes behauptet. Wie kann eine Krankheit überhaupt "modern" sein? Menschen, die solche Dinge behaupten, haben in meinen Augen schlicht keine Ahnung, worüber sie reden.