ac1d
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Ich lese hier schon eine ganze Weile mit und habe mich jetzt entschlossen euch meine Geschichte zu erzählen. Ich erwarte dabei auch keine direkten Tipps. Aber wenn ihr mögt, dürft ihr gerne was dazu schreiben. Dafür bedanke ich mich schon jetzt.
Ich muss etwas ausholen:
Ich habe meinen «Freund» vor 1.5 Jahren kennen gelernt. Es war super: Wir hatten unglaublichen Spass. Ich habe in ihm einen besten Freund, einen leidenschaftlichen Liebhaber und gefühlt den Partner fürs Leben gefunden.
Bereits bevor wir uns kannten hat er sich für ein Praktikum in einer grossen deutschen Stadt beworben und kurz nach unseren ersten Dates die Zusage erhalten. Ich habe mich sehr für ihn gefreut und bestärkt. Das hätte ich auch gemacht wenn wir uns schon viel länger gekannt hätten. Ich find es toll wenn sich Menschen ausprobieren.
Ein halbes Jahr würde er dort sein und ich würde ihn jeweils einmal im Monat besuchen, das war die Abmache. Weil wir uns noch nicht so gut kannten, war mein Vorschlag eine offene Beziehung zu führen, was er nicht wollte, weil er bereits zu diesem Zeitpunkt sehr verliebt in mich war. Ich war einverstanden und es war alles gut. Wir fandens beide super Neues in der Grossstadt zu entdecken und haben vieles ausprobiert in dieser Zeit.
Das halbe Jahr war rasch vorüber und nach dem er wieder da war konnten wir unsere Beziehung so richtig festigen: Wir entschlossen uns vor Kurzem zusammen zu ziehen. Ich habe meine heiss geliebte Wohnung gekündigt, was mir überhaupt nicht leicht viel. Doch für unsere Zukunft sollte es mir das wert sein. Der Plan: Vorübergehend in seiner WG unterkommen, bis wir die perfekte Wohnung gefunden haben. Das ist hier in unserer Umgebung nämlich gar nicht so leicht.
Luckily fand ich relativ schnell einen Nachmieter, welcher meine Wohnung ab 1. August übernehmen würde.
Ich war am Packen als ich via Instagram eine Nachricht erhielt: «Hey YXZ, ich denke ich würde es auch wissen wollen. Ich habe 123 in der Grosstadt kennengelernt. Am Freitag bin ich zu ihm geflogen und er ist zu mir ins Hotel gekommen »
Ich denke, ich muss es nicht weiter ausführen. Ich habe einen Screenshot an meinen «Freund» geschickt mit den Worten: «Well done.»
Wie ging's weiter:
Es hat sich herausgestellt, dass ungeschützt gev wurde.
Dass mein «Freund» sich im Übrigen nicht dafür interessierte ob die besagte Dame verhütet.
Dass er in der Grossstadt-Zeit zweimal S. mit anderen hatte, obwohl er derjenige war, der meinen Vorschlag zur offenen Beziehung ablehnte.
Ich hatte viele Gespräche mit besagter Dame, hab Verständnis für sie gezeigt. Sie war noch mehr am Ende als ich, weil sie sich verliebt hatte. Am Schluss war natürlich ich die Böse: Es wäre ihr wahrscheinlich einfacher gefallen, wenn ich ihr gegenüber anders aufgetreten wäre.
Und was dem ganzen jetzt die Krone aufsetzt: Als ich drei Tage vorher mit ihm gesprochen habe und meinte, ich hätte ein komisches Bauchgefühl, dass irgendwas nicht stimmt, ob er eine andere hätte er im Wortlaut sagte: «Ich war jetzt drei Wochen nonstop bei dir. Wann hätte ich denn sollen?» Da hätte ich antworten müssen: Ja, gestern, am einzigen Tag an welchem wir uns nicht irgendwie gesehen haben und du meintest du hättest einen Firmen-Event.
Er hat mich angefleht und sich gefühlt tausendmal entschuldigt. Meine Bedingungen hab ich ihm darauf hin klar und deutlich mitgeteilt: 1. Beweise mir, dass du mich ehrlich und aufrichtig liebst. 2. Entschuldige dich bei allen, die du verletzt hast. 3. Mach eine Therapie
Und was ist jetzt:
Ich erhalte jeden Tag einen handgeschriebenen Brief von ihm. Mit viel Schönem und viel Traurigem drin.
Er macht eine Therapie um sein Impuls-Verhalten und seine Lügen zu verstehen.
Versucht ehrlich und aufrichtig Gespräche zu führen mit allen welche involviert sind (Freunde, Familie) und versucht auch da sich zu entschuldigen. Aktuell sind alle noch so wütend, da ist es etwas schwierig.
Meine Wohnung ist weg: Ich kann vorübergehend zu meinen Eltern.
Was sind meine Aufgaben:
Erst mal wütend sein. Meine Ambivalenz zwischen Hass und Liebe ihm gegenüber zu verstehen.
Wohnung suchen, die meiner vorherigen irgendwie gerecht wird.
Mir bewusst zu werden, dass ich keine Mitschuld habe.
Das Vertrauen in die Liebe nicht zu verlieren.
Oops, das ist jetzt grade etwas viel geworden. Sorry dafür und Danke fürs Zuhören.
