Zitat von stillsad:Minion, es tut mir wirklich Leid, dass du so leidest. Gefühlsmäßig verstehe ich das total, weil es mir genauso ging bzw. für mich auch immer noch schwer zu verstehen ist, wie jemand, den man liebt, einfach so gehen kann.
Danke dir!

Ne, ich verstehe es wirklich nicht. Zumal ich ja sicher weiß, dass er mich auch liebte, er war nicht mit mir zusammen, weil ich Lückenfüller war oder irgendwas, er wollte wirklich mich. Und ganz plötzlich (innerhalb von 2 Monaten wie er sagt) war er sich nicht mehr sicher.
Zitat von stillsad:Wenn man wegen der Liebe leidet, dann ist es keine Liebe, sondern emotionale Abhängigkeit.
Ja, das stimmt, dann habe ich mich falsch ausgedrückt, weder er noch ich haben wegen der Liebe gelitten. Wegen der Liebe leidet mann, wenn man mit jemand zusammen ist, und es nicht passt, wenn der Mensch nicht zu einem passt, einen vielleicht schlecht behandelt oder ausnutzt, demütigt oder sonstwas. Hatte ich auch schon. Das war keine Liebe. Was ich meinte mit "wegen der Liebe leiden" ist, dass man jemanden liebt und zusammen sein will, aber äußere Umstände dazu führen, dass man leidet. Man leidet nicht wegen der Person oder dem was sie tut, sondern weil man in einer traurigen/problematischen/ schwierigen Situation ist. Aber da man denjenigen liebt erträgt man diese Situation, weil man weiß, dass es auch wieder besser wird. Mein Ex hat nicht wegen mir gelitten, sondern weil ich Probleme im Job hatte, die mich belasteten und dann krank wurde. Er konnte nicht helfen und musste mitansehen wie es mir schlecht ging. Er litt mit mir, quasi für mich. Die Liebe zu mir ließ ihn das eine ganze Weile durchstehen. Dann konnte er wohl nicht mehr. Jetzt leide ich deshalb. Aber der Glaube an die Liebe/ die Hoffnung daran, dass er vielleicht irgendwann wieder mit mir zusammen sein will lässt mich durchhalten. Ich leide nicht weil er der falsche für mich war, ich leide weil er der richtige war und weg ist.
Zitat von stillsad:Du musst endlich beginnen, dich auf dich zu fokussieren und aus dieser Opferhaltung raus zu kommen. Nimm dir dafür so viel Zeit, wie du brauchst, denn deine Seele lässt nur so viel zur Verarbeitung zu, wie sie schafft. Wenn du also erst einmal die Hoffnung auf ein Ex-Back zum Überleben brauchst, dann glaube eben daran, dass er DIE große Liebe ist. Aber dann vertraue auch darauf, dass du ihn erst einmal loslassen musst, damit ihr euch wiederfindet, wenn es dir wieder besser geht. Weil gerade bist du nur wie ein kleines Kind beim Ertrinken, das den Ex als rettende Schwimmweste sieht. Und das ist für deinen Ex weder attraktiv noch erstrebenswert, weil wenn ein Ertrinkender sich an einen klammert, geht man leicht mit ihm unter.
Ich bin mir sehr sehr sicher, dass er der Eine für mich war, ja. Wenn ich den Gedanken zulasse, dass er nie wiederkommt brech ich zusammen. In den Momenten wo ich Hoffnung habe habe ich das Gefühl es geht mir minimal besser. Sobald ich überlege "was ist wenn er nie wiederkommt/ was ist wenn er jetzt mit BF zusammen ist" oder sowas bekomm ich Panik, denn ich kann mir ein Leben ohne ihn wirklich nicht vorstellen. Also aus emotionaler Sicht, weil ich ihn bei mir haben möchte (selbständig im Sinne von Geld, Haushalt und sowas bin ich schon)
Wie soll ich denn vertrauen und ihn denn loslassen ohne den Gedanken zuzulassen, dass er nie wiederkommt?
Ich bemühe mich ja, dass ich ihn nicht einenge, nicht klammere und so. Deshalb hatte ich ihm ja vorgeschlagen dass wir uns nicht bei uns treffen und auch nicht über uns reden, damit wir nicht ständig daran erinnert werden was war und er nicht negative Assoziationen mit mir hat. Als wir zusammen weg waren hatten wir wirklich nur Spaß, aber irgendwie vertrauter Spaß weil man ja schon viel übereinander weiß und anders miteinander umgeht als Fremde bei einem Date. Für mich hat es sich genauso schön angefühlt wie jedes andere Ausgehen als wir noch zusammen waren (bis auf dass es platonisch war). Ich kann mir nicht Vorstellen, dass er diese Verbindung und Vertrautheit nicht gespürt hat. die Frage ist halt, ob er es will. Er hat mir versprochen, dass er Gefühle zulassen würde, wenn er bei unseren Treffen wieder merkt, dass er doch noch Gefühle für mich hat. Dass er nicht ausschließt wieder mit mir zusammensein zu wollen. Aber es macht mir Angst, dass ich nicht weiß, ob es wirklich so ist. Ich glaube nämlich, dass es garnicht so schwer wäre, wieder Gefühle in ihm zu wecken, wenn er denn wirklich bereit ist, sich darauf einzulassen (das ist ja auch das was Therapeuten raten, wenn man überlegt sich zu trennen weil man sich auseinandergelebt hat, dass man zusammen Erlebnisse haben soll, die verbinden, dass man Spaß zusammen haben soll) . Ich weiß er findet mich noch attraktiv. Schonmal ne gute Voraussetzung für mehr als Freundschaft. Wenn er nur "vergessen" hat, dass es Zeiten gab, wo ich nicht krank und traurig war, wo mit mir Zeit verbringen Spaß war, dann sollten solche Treffen in ihm etwas auslösen. Aber wenn er mich anlügt und vielleicht garnicht mehr mit mir zusammensein möchte, weil er vielleicht doch Gefühle für die BF hat oder denkt es ist ihm zu anstrengend, sich mit mir zusammenzuraufen oder irgendein anderer Grund, dann würde das auch nichts helfen. Mein Problem mit der Hoffnung ist also nicht ünbedingt ob ich Gefühle wecken kann sondern mehr die Frage, ob er sich überhaupt treffen und sich auf den Versuch einlassen will oder ob er mich damit nur hinhält und auch in Zukunft immer wieder Treffen absagen wird..
Zitat von stillsad:Hattest du nicht auch eine Therapeutin? Was sagt die denn zu deiner Panik und Angst? Mir wurde damals ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik nahe gelegt. Habe mich damals dagegen entschieden, weil ich erst einmal umziehen musste, aber vielleicht wäre das für dich eine Möglichkeit, damit du wieder ein bisschen zur Ruhe kommst und stabiler wirst?
Meine Angst liegt zum großen Teil in der unentdeckten Krankheit meines Papas (er starb an Darmkrebs) und meinem Stress im Job und mit der Famile nach dem Tod meines Opas. Zu der Trennung sagt sie, dass es mir logischerweise schwer fällt, es zu akzeptieren, weil ich es nicht verstehe und weil er es auch nicht erklären kann. Sie hatte mir geraten mit ihm zu sprechen, was ich auch getan habe, aber da er selbst nicht zu wissen scheint was er will und warum er mich (aktuell wie er so schön sagt) nicht will war das natürlich auch nicht so hilfreich. Sie hatte mir vorgeschlagen mal mit ihm in eine Sitzung zu kommen, aber sowas will er ja nicht..
Zitat von stillsad:PS: Weißt du, ein Jahr nach der Trennung musste ich ins MRT, meinen Kopf checken lassen. Nach der Hälfte haben sie mich wieder rausgezogen und mir Kontrastmittel gespritzt. Da war mir klar, *beep*, die haben was gefunden, was da nicht reingehört, das war's jetzt (muss dazu sagen, meine Mama ist schon früh an einem Gehirtumor gestorben). Und weißt du, was mein zweiter Gedanke war? "Was für eine verdammte Zeitverschwendung, meinem Ex so lange nachgetrauert zu haben." Letztlich hatte ich Glück im Unglück, es ist gutartig und ich muss nur jährlich zur Kontrolle. Als das klar war, begannen auch meine Gedanken um den Ex wieder zu drehen. Wenn's zu doll wird, denke ich deshalb an diesen Moment zurück: Das Leben ist endlich und die Zeit kostbar. Warum sie an jemanden verschwenden, der nicht mehr Teil meines Lebens sein möchte?
Das ist ja schrecklich! Ich hoffe für dich das bleibt so, dass es mit einer Kontrolle im Jahr getan ist! Ich hab sowas an Leber und Milz, das muss auch nur regelmäßig kontrolliert werden, aber im ersten Moment ist man ja schon etwas geschockt, das kann ich gut verstehen. Es ist schön, dass es bei dir wenigstens zu was gut ist, dass es dir in Bezug auf deinen Ex weiterhilft. Ich denke eher genau andersherum: Wir kannten uns ja schon 7 Jahre, bevor wir zusammengekommen sind, das war eigentlich schon verschwendete Zeit, in der wir hätten zusammensein können. Aber vielleicht war es damals noch zu früh. Und dann haben wir es geschafft, haben uns gefunden, uns gemeinsam etwas aufgebaut, und plötzlich geht er. Wenn wir es jetzt wirklich schaffen wieder zueinander zu finden, wenn ihm wirklich einfach alles zu viel war und er einfach mal raus musste, dann ist das verschwendete Zeit in der wir zusammensein könnten. Und wenn er nicht zurück kommt dann werde ich sehr lange bis immer leiden, dass er nicht mehr da ist und dass er nicht mehr sieht, worin ich mir sicher bin, dass wir zusammengehören, somit hat er dann vielleicht den Rest unserer beider Leben verschwendet (kann ja sein, dass wir beide nie wieder jemanden finden mit dem wir so glücklich sind, wie wir es miteinander waren)