"Was mir aber wichtig ist: es geht mir auch um ihn als Person. Zum einen als Partner: ich glaube nicht, dass es einen Partner gibt der so gut zu mir passt wie er. Uns hat einfach unendlich viel verbunden. Zum anderen: ich vermisse ihn auch als Person: also sowohl die person, die bei mir zuhause ist, mit der ich reden kann und die mich versteht, die witzige Dinge für mich tut und für mich da ist (überschneidet sich natürlich mit Partner) und als person wie er ist: lustig, fürsorglich, lieb, interessant, wir teilen Hobbies über die wir früher als freunde schon immer gesprochen haben. es fehlt einfach so viel"
Minion, meinst du, bei mir/uns war es nicht GANZ GENAUSO?!

Er war meine (zweite) große Liebe, ich war das auch für ihn, fast 11 Jahre lang! Wir fühlten und dachten auch, das hält für immer, es war auch sehr sehr lange so. Und ich habe ihn auch immer noch geliebt, als Mensch, bis zum Schluss, und danach weiter! Meinst du nicht, mein Herz wäre genauso gebrochen? OH DOCH. Und bis HEUTE vermisse ich all das, was wir hatten, alles! Dass er so unfassbar liebevoll und warmherzig war, seine Blödeleien, wie er mich zum Lachen gebracht hat, dass er IMMER für mich da war, dass er mich sogar noch liebte, als ich anfing, ihm wehzutun (er mir vorher). Er hat mich so sehr geliebt, dass er meinte, er würde sich den rechten Arm abhacken für mich (was ich so nie geäußert hätte). Wir hatten aber auch irgendwann eine Symbiose, jeder Tag war das pure Glück, für beide. Und er war auch zugleich mein bester Freund, er war ALLES für mich, er war mein Leben, mein LebensINHALT, darum habe ich auch gelitten wie ein Schwein!
Natürlich trauerst du um ihn als Mensch, aber er hatte eben AUCH eine bestimmte Funktion für dich, da bin ich mir sicher. Das ist nicht bewusst, sondern unbewusst, da greifen unbewusste Muster, auf beiden Seiten. Ich dachte damals auch, jetzt wird alles gut. Und fragte mich Jahre später in der Therapie noch, wieso dachte ich das, WAS wird jetzt wieder gut?

Du hast deinen Vater verloren

, ich habe meinen Gott sei Dank noch, aber Verlust bzw. Distanz eines Elternteils können solche Muster entstehen lassen. Du wirst mit deiner Therapeutin mit Sicherheit herausfinden, was es bei dir ist. Natürlich tut Liebeskummer unfassbar weh, natürlich trauert man total, aber wenn es so stark ist wie bei dir, und wie es bei mir war, steckt da eben meist noch mehr dahinter.
"Dass es immer so schön bleiben wird. Und da war ich mir bei ihm absolut sicher. Ich hätte alles was ich habe dafür ins Feuer gelegt."
Das war bei uns genauso! Ich hätte noch ein Jahr zuvor mir niemals vorstellen können, dass wir uns mal trennen würden, noch viel weniger, dass ICH es aussprechen würde! Glaub mir das mal!
Aber leider können Gefühle sich verändern und weniger werden und sterben. Auch bei uns, auch bei deinem und meinem Ex. Ich hätte es bei uns auch NIE gedacht, aber wenn man sich auseinanderentwickelt und sich nicht als Paar zusammen entwickelt, kann es sein, dass es dann einfach nicht mehr passt, so grauenvoll das ist und so viel Angst einem das macht.
"Liebe hatte ich auch zu dem Ex vorher. Aber es war eine besondere Liebe. Er ist ein sehr besonderer Mensch. Es hat sich alles von Anfang an richtig angefühlt. Angekommen. Wie der Anfang vom Rest meines Lebens. Mein Glaube an das Leben war durchaus noch vorhanden, auch nach dem Tod meines Papas. Jetzt ist mein Glaube weg. ich finde es schlimmer, dass ich so eine Liebe erfahren durfte und er nun weg ist als wenn ich sie nie gehabt hätte. Ich wusste vorher nicht, dass so eine Liebe existiert. Aber ich habe sie erlebt und nun ist sie weg. Einfach so. Und ich konnte nix machen. Jetzt empfinde ich das leben definitiv als unfair."
Genau so bei mir!
"Es ist der Horror. Und in meinem Kopf schwebt ein riesiges warum. Was hab ich falsch gemacht. Warum liebt er mich nicht mehr? Und es tut so weh.."
Ich habe auch ALL die Schuld auf mich genommen, ich war am Ende, glaub mir, ich hätte mir nichts angetan, aber gedanklich wollte ich jede verf... Sekunde des Tages nicht mehr da sein, über Jahre, es war die Hölle!

Und er sagte mir dann, ich soll damit aufhören, dazu würden zwei gehören, ich hätte keine Schuld! Und er wäre auch nicht mehr richtig glücklich gewesen. Er hat es nur nicht ausgesprochen, er hätte das mit Sicherheit weiter ausgesessen. Warum ich mir die Schuld gegeben habe, war, dass ich dachte, er hat mich doch immer so geliebt, ich hab es ausgesprochen, also bin ICH ja schuld!, aber wenn ICH jetzt ganz viel tue und bereue und um ihn kämpfe, bekomm ich vielleicht wieder hin, dass er mich wieder will. Aber damit habe ich IHM abgesprochen, dass er alleine für sich selbst weiß, was er will, so wie du bei deinem, ich habe bei uns auch fast alles entschieden, weil er auch bequem war und einige Jahre jünger, also dachte ich, es liegt ALLES an mir. Wie größenwahnsinnig, aber so fühlte ich. Bis ich endlich mal kapiert habe, dass er nicht mehr will. Und wenn er wollen würde, er von SELBST wiederkommen würde, egal, was irgendjemand sagt. Aber es war einfach zu viel kaputt.
"Was ist wenn das jetzt alles war. Ich glaube er war mein Seelenverwandter. Meine eine große Liebe, was ist wenn da jetzt nichts mehr kommt. Oder nur noch schlechteres? Für mich gibt es nunmal nichts besserers als ihn (so wie er all die jahre war selbstverständlich, nicht die letzten Monate). Klar, es kann sein, dass er irgendwann feststellt, dass es ein Fehler war, wäre er nicht der erste. Glaube ich aber nicht dran. Er denkt ja er findet was besseres. Selbst wenn er es merkt wird er nicht wiederkommen denke ich. Und ich? Ich weiß was ich verloren habe, ich will nix anderes und ich habe Angst den rest meines lebens allein oder mit dem falschen zusammenzusein."
Das dachte ich auch, und denke es bis heute noch oft, weil ich seit der Trennung nie mehr einen Mann gefunden habe, der mich liebt und den ich geliebt habe. Ich hätte schon 1 Milliarde Male so gerne zurückgespult bis damals, 1 Jahr vor der Trennung, aber es war so wie es war, mir fehlte auch die Erfahrung, wie man mit Problemen und Krisen umgeht, das hatte ich nie. Er war erst 20, als wir zusammenkamen, ich war seine 2. Freundin. Ich hatte immer nur kurze Beziehungen oder max. 2 Jahre, und die Männer hab ich nicht geliebt, da war ich nur ver-liebt. Trotzdem hoffe ich, dass da nochmal einer kommt, und der ist dann bitteschön die 3. und auch letzte große Liebe.
"Ach Minion, aber genau diese Gedanken haben 90 Prozent der Schreibenden hier in diesem Forum. Das allein sollte dir doch zeigen, dass das die typischen Gedanken bei einer Trennung sind. Ich denke ja auch noch so. Aber rein statistisch gesehen kann es doch gar nicht sein, dass wir "alle" unseren Seelenverwandten gefunden und nun verloren haben. Ich glaube, was allgemein als Seelenverwandtschaft bezeichnet wird, ist eher das Gefühl, einen Menschen zu lieben und von diesem zurück geliebt zu werden. Oder glaubst du wirklich, dass wir hier alle auf den statistisch 3.-5. Versuch genau diesen einen Menschen aus 7,5 Milliarden Menschen gefunden haben, der unser "Seelenverwandter" ist?! Mensch, da hätten wir alle lieber mal Lotto gespielt, bei unserm Glück.
Deshalb vergiß das mit der Seelenverwandtschaft und konzentriere dich erst einmal darauf, dich selbst zu lieben, denn damit schaffst du die Grundlage, irgendwann wieder eine gleichberechtigte Beziehung zu haben. Und dafür steht die Wahrscheinlichkeit gar nicht so schlecht."
Ich habe meiner 1. großen Liebe auch jahrelang! nachgehangen, obwohl ich es beim 1. Mal beendet habe, wir waren erst 16, es ging 9 Monate. Dann, beim 2. Mal, waren wir 19. Ich wollte ihn für immer (merkst du was?

), da hat er es nach 3 Monaten beendet. Und
jahrelang! hing ich ihm nach.
Das hörte erst auf, als ich besagten 2. Ex traf. Das hat mich so erleichtert und glücklich gemacht, weil ich bis dahin immer dachte, es gibt nur EINE große Liebe. Die Brücken am Fluss war mein Lieblingsfilm, neben Titanic

. Aber inzwischen glaube ich auch, man kann mehrmals lieben, mit manchen passt es wenn man sauviel Glück hat, für immer, mit manchen eben nur für gewisse Lebensabschnitte, das Leben ist nunmal (auch) Veränderung, Weiterentwicklung... so ist es eben!
Sorry, das mit dem zitieren hat nicht geklappt
