Hinkebein
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Freue mich um eure Meinungen dazu. Ich habe den Eindruck, dass irgendwie ich das Problem war und gleichzeitig kann ich nicht weiter meine eigenen Stopschilder überfahren.
Erstmal möchte ich euch für eure Beiträge und die hilfreichen Denkanstösse danken. Ich merke, dass ich noch völlig an dieser Person hänge. Wie würdet ihr mein, als auch sein Verhalten beschreiben?
Person X antwortete nach sieben Tagen. Seine Nachricht lautete: "Das war keine gute Woche. Ich vermisse dich und unsere gemeinsame Zeit." Er fragte ausserdem, wie es jetzt weiter gehen würde.
Ich schrieb ihm einen Tag später, dass er mir auch fehlen würde, mir diese Woche aber überraschenderweise gutgetan habe. Sie habe mir geholfen, Klarheit zu gewinnen und mein Nervensystem langsam wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Gleichzeitig erklärte ich, dass ich bereit sei, mich noch einmal zu einem letzten Gespräch mit ihm zu treffen.
Bereits am nächsten Tag trafen wir uns. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass er so tun wollte, als wäre alles in Ordnung. Ich sagte ihm, dass ich Angst vor diesem Gespräch habe, weil ich glaube, dass es richtungsweisend für uns sei. Er grinste nur und meinte, ich hätte ja schon mehrfach geglaubt, dass es unser letztes Gespräch sei. Ich entgegnete, dass ich verstehen könne, weshalb er das so sehe, weil ich mich in der Vergangenheit mehrfach zurückgezogen und später wieder den Kontakt gesucht hatte. Er erwiderte lediglich, darin sei durchaus ein Muster erkennbar.
Ich sagte ihm anschließend, dass ich glaube, mich nicht in ihn, sondern in eine Version von ihm verliebt zu haben, die es vermutlich gar nicht gibt. Ich wäre gerne mit ihm weitergegangen, aber mein Vertrauen sei von Grund auf zerstört.
Daraufhin sprach ich die Punkte an, wegen derer ich das Vertrauen verloren hatte: den abgelaufenen STI-Test und seine falsche Behauptung, seit Oktober keinen Sex mehr gehabt zu haben, obwohl er danach noch mit mindestens einer anderen Frau intim gewesen war; die langen blonden Haare in seiner Wohnung, deren Herkunft er erst nach längerem Leugnen zugab; seine Aktivität auf der Dating-App, obwohl er behauptet hatte, sie nicht mehr zu nutzen; sowie seine Aussage, promoviert zu haben, obwohl ich dafür keinerlei Nachweise finden konnte. Mein eigentliches Problem war nie das Verhalten an sich, sondern dass seine Aussagen wiederholt nicht zu seinen Handlungen passten.
Daraufhin stand er abrupt auf, wurde eiskalt und erklärte, es reiche ihm jetzt. Es sei Schluss, ich solle ihn in Ruhe lassen.
Ich bat ihn lediglich darum, mir wenigstens eine ehrliche Erklärung für all diese Widersprüche zu geben. Er entgegnete nur, mein Verhalten sei "creepy", ich würde ihm Angst machen und solle ihn in Ruhe lassen. Anschließend stand er wortlos auf und ging.
Ich fühle mich so dumm, weil ich in meiner Naivität dachte, dass er vielleicht Stellung beziehen würde. Ist ja oft so, dass die sehr empathischen Menschen (so schätze ich mich ein) immer hoffen, eine "verlorene" Person wieder zu "heilen".
Letztendlich ärgere ich mich über meine eigene Dummheit, dass ich ihn doch nochmals getroffen habe, jetzt ist es schlimmer als zuvor.