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Wurde ich verarscht?

Hinkebein
Zitat von Margerite:
Und wie sollte die Stellung denn aussehen

@Arnika du hast natürlich absolut recht. Ich habe die Einstellung, wenn jemand ehrlich ist und Dinge zugibt, dass dann über vieles geredet werden kann und es Lösungen gibt.

Als ich diese vielen Haare immer wieder in seiner Wohnung gefunden habe in unserer Anfangszeit, habe ich mich irgendwann (mal wieder) zurückgezogen. Er fragte dann was es braucht damit wir wieder zueinander finden und ich schlug ihm den Deal vor:"du erzählst mir die Wahrheit mit den Haaren und ich frage nicht tiefer nach und kann damit leben dass du anfangs zweigleisig gefahren bist." Dann hat er es zugegeben und meinte er hätte Angst gehabt mich zu verlieren wenn er von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte. Jedenfalls war das dann für mich soweit okay, weil er meinte, dass es nur am Anfang parallel war. Kann ich natürlich nicht wissen, ob das stimmt.
Jedenfalls dachte ich, dass er versteht dass ich einfach eine Person brauche, die ehrlich ist. Und was seine Unehrlichkeit in mir auslöst und welche Punkte das alles sind, habe ich ihm halt gestern wie ein sprudelnder Wasserfall um die Ohren geworfen. So wie ich ihn einschätze, wenn er sich mal komplett verliebt, würde er für sich sehr schnell die Reissleine ziehen...

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Hinkebein
Zitat von Margerite:
Merkst du das, dass es dir im Grund auch nur um die Befriedigng deiner Wünsche geht, deiner Sehnsüchte nach Liebe und Nähe, ehe wieder der Rückzug angetreten wird? Du willst einen Menschen verändern, dass er in deine Welt und deine Vorstellungen passt und damit wirst du immer wieder scheitern.

Und ja, mein Wunsch war wirklich mit diesem Mann zusammen zu sein. Da ich mich nicht schnell verliebe, bei ihm aber schon, habe ich daran so festgehalten und wollte die ganzen Signale nicht erkennen. Eigentlich bin ich auch kein klammernder Mensch. Mein Exmann ist mehrfach mit Freunden in den Kurzurlaub (ich habe das auch gemacht) es war nie ein Problem, ebenso ist er seit dem ich ihn kannte 2-3 Abende pro Woche geschäftlich abends weg. Das war immer okay und ich hatte nie ein Problem damit. Also was ich sagen will, eigentlich bin ich gar nicht so unsicher und klammernd. Nur X hat das irgendwie in mir aktiviert, in dem irgendwas in mir schon sehr früh Alarm geschlagen hat

#47


A


Wurde ich verarscht?

x 3


H
@Hinkebein
Du schreibst selbst, dass du als empathischer Mensch, versuchst, eine verlorene Person zu retten.
Das ist Grandiosität, also eine Art von Selbstüberheblichkeit.
Das ist nicht böse gemeint, denn wir neigen schnell dazu.
Daher rate ich dir, Finger weg, du verrennst dich sonst. Du hast bereits alle Informationen, Worte stimmen nicht, sie passen nicht zu seinem Tun, mehr brauchst du nicht.

x 1 #48


A
@Hinkebein Verstehe ich. Aber es gibt einfach Menschen, die haben irgendwann gelernt, dass sie sich mit Lügen und Halbwahrheiten einfacher durchs Leben schummeln. Die wirst du nicht mehr ändern, die bleiben so. Leider.

#49


E
Zitat von Hinkebein:
Was meinst du mit "von ihm lernen?"

Dass du die Szene/die Beziehung verlässt, wenn es nichts mehr zu holen gibt.

x 1 #50


M
Zitat von H-Moll:
Das ist Grandiosität, also eine Art von Selbstüberheblichkeit.

die ich bei mir auch später festgestellt habe. ich wollte ihn "retten'", zu einem glücklichen, fröhlichen Menschen machen, denn dann hätte ich ein gutes Gefühl gehabt. Ich, die großartige "Retterin" und "Helferin", die unglückliche Männer glücklich macht, Das hätte mir so gepasst.

Ich merkte ja nach den ersten Monaten, dass ihm was fehlt, dass da so eigenartige Verhaltensweisen waren, die mich verstörten und verunsicherten. Ich wälzte Gedanken und irgendwann googelte ich und stieß auf den Begriff '"Bindungsangst". Ich staunte, dass es darüber ganze Bücher gibt. ich las einige davon und alle Symptome passten. Und schon hatte ich die Diagnose. Krankheiten kann man heilen, zumindest oft, man braucht nur eine gute Therapie und die würde ich ihm liefern. Und schon hatte ich meine "Mission'" gefunden, ich, die großartige Therapeutin, die ihrem kleinen Krisenpatienten schon helfen wird, dass eines Tages ein bindungsfähiger Prinz wird.

Was ich in meiner Selbstüberheblichkeit nicht sah, dass das in einer Beziehung nicht möglich ist, denn es verschiebt Kräfte. Er war ja oben und ich unten und durch meine unentgeltliche, verständnisvolle Therapeutenarbeit würde ich dann künftig über ihm stehen. Niemals hätte er das zugelassen, er hätte sich doch nicht zu meinem Patienten, zu einem, dem geholfen werden muss, degradieren lassen.
Also, die Therapie war von vornherein zum Scheitern verurteilt und bewirkte gar nichts, außer dass er seine pendelnden Verhaltensweisen weiter abspulte.

Erst viel später begriff ich beschämt, was ich mir da alles eingebildet hatte. Einen Partner kann man nicht heilen, weil es die Rollen verschiebt und wieder nur zu Unter- und Überordnung führt und ein Ungleichgewicht macht auf lange Sicht jede Beziehung kaputt.
Abgesehen davon dass der Mächtigere niemals seine Position demontieren lassen würde.

Heute schüttle ich über mich den Kopf mit einer Mischung aus Beschämung weil ich so dumm gewesen war und einem Lächeln über meine Naivität.

Klar scheiterte die Beziehung und ich stand wieder da und stand mir selbst hilflos gegenüber. Aber es entstand etwas daraus, ich gewann mehr Klarheit und mehr Bewusstsein über meine eigenen Fallstricke und mehr Erkenntnis, dass man nicht dazu da ist, einen anderen zu "heilen", der sich ja gar nicht heilen lassen will.

Eine Ente ist eine Ente und daraus wird kein Schwan und aus einem Mann mit einem miesen Charakter wird kein guter Mann. Wenn bei einem Mann lange blonde Haare rumliegen, die nicht von mir stammen können, braucht es keine Erklärungen mehr. Und wenn er weiterhin lustig datet, weil es ihm ein gutes Gefühl gibt, liegt ihm nichts an einer Beziehung mit Werten und Verbindlichkeit. Und wenn er von seiner Promotion erzählt, die gar nicht wahr ist, ist er ein Lügner und Schaumschläger.
Und dann muss ich Konsequenzen ziehen und gehen, da auf diesem Feld nichts wachsen wird außer Unkraut.

x 1 #51


Hinkebein
@Margerite
Liebe Margerite

Danke! Danke, dass du deine Geschichte mit mir geteilt hast. Wenn ich das so lese dann erkenne ich mich darin etwas wider. Ich hatte mich mit dem "Heilen" vielleicht ungünstig ausgedrückt, ich meinte eher, dass ich in meiner Naivität dachte, wenn ich doch nur empathisch und verständnisvoll genug bin, dann wird sich dieser Mann bei mir "wohl" fühlen und "öffnen" können. Dass ich quasi DIE EINE bin, die es schafft einen Zugang zu ihm zu bekommen und er nun ein ehrlicherer Partner sein kann. Wie naiv, und dabei wollte ich mich nicht über ihn stellen. Ich wollte einfach, dass es mit uns klappt und habe so viele Stopschilder überfahren. Er ist Psychiater (offensichtlich ohne "Dr.med."- ist ja auch nicht relevant für mich). Er hat ja auch über den alten Herrn der uns nach einer Wanderung 20 min zum Zug gefahren hat weil wir sonst nicht mehr Beim gekommen wären gesagt "dem alten Sack geben wir nichts, der verreckt eh bald.",... Als wir mal auf einer Parkbank sassen und vor uns ein Junge mit seiner Mutter Frisbee spielte "Halt die Fresse" (leise und zu mir aber über den Jungen) gesagt,... usw usw. Und dennoch war/bin ich von deiner Attraktivität geblendet.
Unglaublich, ich bin da irgendwie gefangen und hätte nie, nie, nie gedacht dass ich emotional so abhängig von einem Mann bin.

Wie lange hat es gedauert, bis du über diesen Mann hinweg gekommen bist?

#52


PapaEmeritus
Zitat von Hinkebein:
ich meinte eher, dass ich in meiner Naivität dachte, wenn ich doch nur empathisch und verständnisvoll genug bin, dann wird sich dieser Mann bei mir "wohl" fühlen und "öffnen" können. Dass ich quasi DIE EINE bin, die es schafft einen Zugang zu ihm zu bekommen und er nun ein ehrlicherer Partner sein kann.


Je mehr Empathie und Verständnis man aufbringt, umso mehr wird das ausgenutzt. Das ist wie Benzin ins Feuer zu gießen. Deine Aufgabe ist es nicht, den Menschen zu „heilen“, sondern erkennen, Grenzen ziehen, und außer Reichweite gehen.

#53


M
Zitat von Hinkebein:
wenn ich doch nur empathisch und verständnisvoll genug bin, dann wird sich dieser Mann bei mir "wohl" fühlen und "öffnen" können. Dass ich quasi DIE EINE bin, die es schafft einen Zugang zu ihm zu bekommen und er nun ein ehrlicherer Partner sein kann. Wie naiv, und dabei wollte ich mich nicht nicht über ihn stellen. Ich wollte einfach, dass es mit uns klappt und habe so viele Stopschilder überfahren.

Danke dass Du mich an meine grenzenlose Dummheit seinerzeit erinnert has 😊t. Ich erkenne mich in deiner Geschichte eins und eins wieder. Ja, ja, ich bin die EINE, die er dann würdigt und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. So viel Dummheit wird bestraft, denn wir alle müssen ja lernen und lernen ist oft schmerzhaft.

Er ist Psychiater! Oh mein Gott, dabei bräuchte er selbst einen. Dass so was auf die Menschheit los gelassen wird, ist schon bedenklich. Oder möchtest du bei ihm Patientin sein?

Zitat von Hinkebein:
"dem alten Sack geben wir nichts, der verreckt eh bald.",.

Schockierend, wirklich wahr! Absolut Menschen verachtend, lieblos, ja grausam. Was nur fandest du an diesem toxischen Menschen?

Zitat von Hinkebein:
"Halt die Fresse" (leise und zu mir aber über den Jungen) gesagt,...

Er verachtet andere Menschen und hat null Empathie und Verständnis. Und die Kette an verstörenden Verhaltensweisen wurde immer länger und länger und du hast in deinem missionarischen Bewusstsein verharrt, wartend, dass aus ihm der Prinz wird, der dir vorschwebt. Ich bin die Gute und werde ihn gut machen.
Dieser Mann hasst andere Menschen, weil er sich selbst hasst, abgrundtief. Und das führt zu toxischen Verhaltensweisen, die bei einen Menschen, der zumindest ein wenig Empathie besitzt, Verstörung, Ratlosigkeit und letztendlich Grauen hervor rufen, weil er in seelische Abgründe sieht, die nicht seine sind.
Ein schwarzes Loch tut sich auf, das alles absorbiert und es wird nicht aufhören, ein schwarzes Loch zu sein und alles zu vereinnahmen das ihm zu nahe kommt.

Der Mann ist stark beschädigt, völlig unempathisch und zumindest seelisch grausam.

Renn so weit du kannst, damit du ihm nicht mehr begegnest, denn solche destruktiven Menschen haben auch ein starkes Interesse daran, andere zu demontieren und fertig zu machen.

Denk immer an die Ente und bilde dir nicht ein, dass Enten sich dir zuliebe ändern werden oder dass gar du sie ändern kannst.

Siehst Du, solche Sachen passieren und man kann viel für sich daraus lernen, Insofern ist es gut, dass er kam, aber viel besser, dass er ging. Du kannst und wirst davon profitieren, während er in seiner Destruktivität verharren wird.

Mein Therapeut sagte mir seinerzeit, Menschen kommen nicht umsonst ins Leben. Die einen kommen weil sie einem helfen, uns den Glauben an die Menschheit wieder geben und die anderen kommen, damit wir unsere Lehren daraus ziehen.
Insofern ist nichts umsonst.

Schütze dich künftig vor solchen Menschen, die dir weh tun, weil sie dir weh tun wollen.

#54


Hola15
Man muss ja auch sagen, dieses toxische Narrativ ist ja auch sehr verbreitet und erfolgreich in z.B. Filmen.
Der verkorkste Mann und sie rettet ihn.
Scheint aber etwas in uns anzurühren, sonst wären die ja nicht so erfolgreich.

Nur geht das im echten Leben nicht auf, sondern ist eine Sackgasse.

x 2 #55


Ouabain
Zitat von Hola15:
Man muss ja auch sagen, dieses toxische Narrativ ist ja auch sehr verbreitet und erfolgreich in z.B. Filmen. Der verkorkste Mann und sie rettet ihn. ...

Es rührt was in uns an, weil wir dem Narrativ von KleinAuf ausgesetzt werden.

#56


Hansl
Zitat von Margerite:
weil sie dir weh tun wollen.

"müssen"

#57


PapaEmeritus
@Hola15

Man muss auch nicht mal unbedingt helfen wollen. Man gibt vielleicht auch zu lange den „Benefit of the doubt“, ist vielleicht auch bisl naiv oder gutgläubig, weil man vielleicht auch noch nie wirklich auf die fresse geflogen ist. Und wenn man dann doch mal so einem Menschen begegnet, kann man eben lange nicht glauben, dass jemand wirklich so ist. Aber wie hier schon mehrfach gesagt wurde: Wenn es aussieht wie eine Ente und quakt wie eine Ente, ist es sehr wahrscheinlich kein verwunschener Schwan.

x 1 #58


Hinkebein
@PapaEmeritus

Du hast absolut recht!
Ich kann es NICHT GLAUBEN, dass ein Mensch so sein kann. Denn natürlich hat er auch eine ganz andere Seite. Eine liebe und weiche Seite. Aber die braucht es ja, weil sonst würden ja ALLE um ihn einen Bogen machen. Jedenfalls sehe ich alle Fakten und kann das einfach nicht glauben. Zumal ich noch nie so eine Erfahrung machen musste. Ich habe nicht unzählige Beziehungen gehabt. Aber die, die ich hatte, endeten immer mit einem respektvollen, vielleicht teilweise emotionalen "Abschlussgespräch".

Dass er mich hat einfach eiskalt stehen lassen, ist für mich fast schlimmer, als die Tatsache dass es nun endgültig vorbei ist. (Wenngleich mein rationaler Verstand Purzelbäume schlägt, dass es vorbei ist. Nur eben mein Herz noch nicht)

#59


Hinkebein
@Hansl

Was meinst du mit "wehtun müssen"?

#60


A


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