Guten Morgen an Euch alle hier,
ich bin im Moment beinahe überwältigt von den der Teilhabe hier an meiner Geschichte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich wollte mich nur mal äußern, weil man dieses Thema sonst kaum mit jemandem besprechen kann und es mich schon sehr bedrückt. Vor allem wegen der Unehrlichkeit gegenüber meiner Ehefrau. Gerade in der letzten Woche las ich folgendes: "Wenn einen ein Geheimnis nicht loslässt, sollte man zumindest darüber nachdenken, es irgendeiner Person anzuvertrauen" (Micheal Sleplan). - Das gab mir den Anstoss, mich hier zu outen.
Es sind bei Euren Antworten sehr, sehr viele "Treffer" dabei und ich habe viele, viele Denkanstösse bekommen. Einiges war mir natürlich auch selbst bereits bewusst, ich glaube, ich hatte bereits gesagt, dass mich diese von mir selbst befeuerte Situation sehr bedrückt. Und ich finde es prima, dass Ihr mich hier etwas erdet und in den Popo tretet!
Ich versuche mal, auf einige Eurer Posts und Fragen zu antworten, ohne so viel zu zitieren:
- Ja, es ist unfair gegenüber meiner Ehefrau, deshalb treibt es mich auch um und ich schreibe hier meine Geschichte
- es ist nicht unbedingt ein "Nachweinen", irgendwie ist es mehr die nie abgeschlossene und unausgesprochene Geschichte von damals
- mir ist auch klar, wenn ich sie treffen würde, dann stünde eine ziemlich fremde Person vor mir
- mit dem "Podest" auf das ich sie stelle, das spüre ich selbst, es wie ein Berg, von dem sie unerreichbar winkt (Zitat Bernhard Kellermann aus Yester und Li "In meinen Herzen wohnt die Sehnsucht nach einem Weibe jenseits der Sterne"
- mir ist klar, dass es keinen Neustart der alten Beziehung geben wird und soll, ich möchte nur abschliessen; Wissen, dass mir verziehen ist, loslassen können ... so in der Art
- dieser "Silvesterabend" war unser erstes Treffen ca. 3 Jahre nachdem ich aus Ihrem Leben verschwunden war. Ich hatte ja bereits schon dauernd diese Trennung usw. im Kopf und einfach kurz vor Silvester per Brief gefragt, ob sie Lust hätte, mich zu einer Party bei Freunden (auswärts, mit Übernachtung) zu begleiten. Fast ein Wunder, sie sagte sofort zu. Wir hatten auch einen schönen Abend und vom Gastgeber ein gemeinsames Zimmer bekommen. Und dann war es so, dass ich alles sofort an diesem Abend gutmachen wollte, all die angestauten Gefühle von drei Jahren. Sie hat (sehr vernünftig) gebremst und ihren klugen Satz "Du musst mir nichts beweisen, wir beide haben noch viel Zeit" habe ich heute noch im Ohr. Ich hab dann blöd reagiert, hab beleidigt getan und mich schlafen gelegt. Es gab keinen Streit, kein böses Wort. Ich war nur kindisch. Am Neujahrstag hab ich Sie nach Hause gefahren. Und obwohl ich noch so viele Details aus unserer Zeit weiss, was in diesem Moment gesagt wurde... ich weiss es nicht und würde sie gern fragen
- für OxfordGirl: wir damals 17 bis 19 Jahre jung, über das "Problem" hatte ich schon geschrieben, ist bischen peinlich. Wir haben uns beim ersten Sex, auf den wir uns gefreut hatten, richtig dusselig angestellt, vor allem ich. Es kam also nicht dazu. Und es kam nie dazu, weil wir beide nach diesem "Versuch" nicht ein Wort darüber gesprochen haben und es nie wieder versucht haben, eine richtige Blümchenliebe. Mir war es dann irgendwann so, dass ich das "Problem" lösen müsste. Meine Lösung war aber falsch, Trennung unter vorgeschobenen Gründen; So grob kennt meine Frau diese Geschichte, eigentlich indirekt alle meine ehemaligen Partnerinnen, weil ich seit diesem "Erlebnis" oft Erektionsprobleme habe und ein Sexmuffel geblieben bin bis heute
- für Waris: gäbe des die Möglichkeit die Zeit zurück zu drehen, würde ich nicht wieder aus Verklemmtheit und Peinlichkeit eine Liebe versuchen zu zerstören sondern gemeinsam das Problem lösen
- für Casey: um Gottes willen, keine Gewalt oder ähnliches, so was gibt es bei mir gar nicht. Ich hab mich ganz simpel in Ihre Bett geschlichen und versucht bischen zu kuscheln. Und für den Abschied ohne Abschied am nächsten Tag bin wieder ich verantwortlich, weil ich den gekränkten und verschmähten Helden spielen musste, statt Gehirn zu nutzen
- für Eulenspiegel: hab mich eventuell unklar ausgedrückt, es geht nicht um die Sehnsucht nach Sex mit ihr. Das war nur Auslöser für eine unsinnige Trennung
So, ich glaube ich hab jetzt niemanden vergessen, viel Text ist es geworden. Ich bin sehr froh, mich geoutet zu haben!
Ein gutes Wochenende wünsche ich Euch!