Torsten-Mark
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ich denke sehr viel (täglich) und schon sehr lange (über 40 Jahre) an meine erste richtige Liebe. Da ich darüber mit niemandem reden kann, möchte ich hier gern mal meine Geschichte erzählen.
Ich bin in meiner Ehe bereits über die Silberhochzeit hinaus und wir haben drei wunderbare Kinder. Unsere Ehe harmoniert, es gibt keine Probleme.
Doch eine alte Wunde heilt bereits seit weit über 40 Jahren nicht. Es kommt dazu, dass ich der Verursacher der Wunde war und vor allem, dass ich Ihr und auch mir diese Wunde zwei mal zugefügt habe. Diese Geschichte lässt mir keine Ruhe, ich wäre sehr froh, wenn ich ihr das alles mal erzählen und erklären könnte. Dann wäre es vielleicht möglich, mir selbst zu verzeihen und loszulassen.
Wir waren damals noch sehr jung, vor allem auch unsicher und unerfahren. Ich war so töricht, die Beziehung nach ca. 2,5 Jahren zu beenden, weil ich sexuell nicht klarkam und zu dusslig war, das gemeinsam zu lösen. Ich hatte das Gefühl, dass auch sie das bedrückte. Aber es gab keinen weiteren Versuch und kein Gespräch darüber. Bereut habe ich meine Entscheidung vom ersten Tag an. Als ich an dem Abend in meinem Kinderzimmer lag und darüber grübelte, sagte ich mir, dass immer ein Viertel in meinem Herzen für sie frei sein würden. Erst viel später weiß ich, dass das ganz schön viel ist und sehr lange anhält.
Doch drei Jahre später war es die Vorsehung, oder Schicksal oder Zufall (mag jeder entscheiden für sich), dass sich die Tür wieder öffnete, alles passte und ich bekam von Ihr eine goldene Brücke gebaut mit einem roten Teppich darauf. Ich hatte Sie ca. 3 Jahre nach der Trennung spontan per Brief (so war das damals) zu einer Silvesterparty bei einem Freund eingeladen. Und sie hatte sofort zugesagt. Ich verstehe bis heute nicht, warum ich an diesem Abend bei einer Gelegenheit überreagiert habe. Wir waren nicht betrunken oder ähnliches. Doch, ich wollte wohl zu schnell zu viel. Sie war so klug und sagte “Du musst mir nichts beweisen, wir beide haben noch so viel Zeit”… und ich war so dusslig… Wie ich genau reagiert habe, weiß ich nicht mehr und versuche erfolglos, es mir ins Gedächtnis zu rufen. Sehr gern würde ich mit Ihr mal darüber reden. Ich höre noch heute, wie sie sagt "wir beide haben noch so viel Zeit. "
Nun sind seit so vielen Jahren jeden Tag die Gedanken mal bei ihr, mal mehr und mal weniger, selbst in meiner Hochzeitsnacht war sie dabei. Mir ist klar, dass ich einfach loslassen und mir selbst verzeihen muss. Aber das fällt schwer, als ob man sie dann endgültig verlieren würde. Und ich würde so gern mal wissen, wie sie darüber denkt und wie es ihr ergangen ist. Auch das würde ich so sehr gern mal mit ihr bereden.
Außerdem ist mir klar und es bedrückt mich, dass ich mit meiner Gedankenwelt unehrlich zu meiner Ehefrau bin.
Viele Grüsse von
Torsten-Mark