Zitat von Apfelmuffin:Zu mir finden ich würde gerne aus mir rauskommen. Wie gelingt das einem? Ich bin unter anderen recht ruhig und beobachte, schaue wie wer reagiert und bin im Außen, aber nicht bei mir.
Für mich ist es auch eine ganz große Kunst, gleichzeitig in Gesellschaft und bei mir zu sein. Schaff ich nach wie vor sehr selten.
Ich habe für mich erkannt, dass ich ein paar mal zu oft eine "auf den Deckel" bekommen hab, weil ich mich "daneben benommen" hab, wenn ich einfach spontan war. Das sitzt leider tief.
Davon abgesehen finde ich aber, dass der Fokus bei dir immer noch zu sehr auf dem "reparieren" liegt. Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob du so schüchtern bist, dass es dich einschränkt, dann musst du natürlich was tun.
Andernfalls, wenn es im Rahmen ist: Ich habe für mich halt akzeptiert, dass ich nicht die Rampensau bin. Das ist für mich mehr zu mir selber finden, als mich "umzuerziehen".
Das hat für mich und mein Leben ein paar Konsequenzen:
Ich versuche eher mit einzelnen Leuten was auszumachen, als zu großen Gruppenevents zu gehen.
Wenn ich zu auf Parties oder so gehe, dann versuche ich im Vorfeld jemanden zu finden, dem ich vertraue, und den ich bitte, den Abend über möglichst oft in meiner Nähe zu sein.
Ich versuche mich immer wieder mal zu überwinden, aus meiner Komfortzone rauszugehen, z.B. in Gesellschaft mal war kontroverses sagen, mal jemanden zum Tanzen aufzufordern, usw. Aber mit freundlichem Blick auf mich, weil ich weiß, dass mir das schwer fällt. So ungefähr.
Zitat von Apfelmuffin:Bin ich nur mit mir, dann singe ich schräg, nicht Text genau zu Liedern mit und tanze durch die Wohnung, male mir abenteuerliche Sachen aus. Unter anderen bin ich gehemmt. Wie verliere ich die Hemmung? Ich traue mich nicht z.B. vor anderen zu singen, würde aber gerne singen wenn ich Lust habe, egal wie schräg und egal wer da in der Nähe ist.
Aus genau diesem Grund habe ich eine Weile Gesangsstunden genommen.
Weil ich so krasse Minderwertigkeitskomplexe hatte, was meinen Gesang angeht. Menschenskindes, das war eine Überwindung, mich anzumelden, ich hatte echt total Schiss, die erste einigen Stunden war ich total durchgeschwitzt, weil ich so Angst vor Ablehnung und davor, falsch zu sein, hatte. War Psychotherapie für mich.
Tatsächlich singe ich immer noch am meisten für mich selber, und vor Fremden überhaupt nicht.
Gute Freunde und Familie müssen da durch.
Wenn ich Zeit und ausreichend Lust dazu hätte, würde ich mir einen Gospelchor oder sowas suchen.
Wenn mir danach ist, singe, summe oder pfeife ich manchmal, wenn ich "unterwegs" bin, also quasi unter Unbekannten. Ich finde es sehr wohltuend... Man bekommt wesentlich öfter ein Lächeln als ein Stirnrunzeln, und die allermeisten Menschen kümmern sich ohnehin v.a. um sich selber. Sehr lehrreich.
Andere Psychotherapie für mich war, mich zum Gogotanzkurs anzumelden. Am Auftritt in der Disko Abends hab ich allerdings nicht teilgenommen. Das wäre zu viel gewesen.
Soweit zu meinem Weg.