Alena-52
Gast
Zitat von Nightwatch:ja ! auch meine erfahrungen sind, solange ich meine gefühle auf den anderen übertrage und ihn dafür verantwortlich mache, dass es mir schlecht geht, bearbeite ich die trennung nur an der oberfläche und deshalb komme ich lange nicht wirklich voran.Wenn Gefühle im Spiel sind, macht es ´zunächst keinen Unterschied, wie es passiert ist.
Wenn die Gefühle verletzt sind, kommt neben der Trauer über den Verlust und/ oder die Umstände der Trennung noch ein Mix aus anderen Gefühlen unterschiedlicher Art.
Oft sind diese Gefühle, sei es Wut, sie es, sie zurück haben zu wollen etc., ego-basierend bzw. basieren auf den Umständen, die die Trennung begleiten.
es ist doch meine enttäuschung - da kann ich mich fragen wo ich mich selbst täusche, warum ich es immer wieder in mein leben ziehe enttäuschungen zu erfahren.
es ist auch wut in mir, irgendeine wut, die immer wieder in bestimmten situationen auftaucht, wut von der ich mich beherrschen lasse, anstatt umgekehrt.
all das hat nichts mit der aktuellen trennung zu tun.
auf erwachsenen ebene kann ich nach einiger zeit besser damit umgehen und gehe nicht so selbstzerstörerisch mit mit um, dass ich ständig diese gedanken und gefühle in mir erzeugen muss.
das sind alte muster, wiederholungen alter gedanken und gefühle in mir.
es ist unser inneres, verletztes kind, das sich so bemerkbar macht.
erst wenn ich dieses verletzte, enttäuschte, sich alleingelassen fühlende kind in mir heilen kann, gelingt es mir langsam mit trennungen, enttäsuchungen, wut, ärger besser umzugehen. ich leide dann nicht mehr so darunter weil ich dieses gedankenkarussell damit ausgeschaltet habe.
ich trauere zwar tief und habe sehnsucht, wehmütige momente, aber ich halte sie nicht mehr fest, so wie den partner, ich kann sie spüren anerkennen und loslassen. ich kann im fluss des lebens bleiben und auch dazwischen die anderen dinge im leben besser geniessen. es ist ja alles noch da für mich.
es ist eine grosse chance jetzt zu wachsen, sich zu erkennen, verständnis und mitgefühl für sich zu haben, sich selbst trost spenden. es muss im herzen spürbar sein, ich muss dazu mein herz für mich selbst öffnen können - total - für alles von mir.
dann kann heilung geschehen.
es fühlt sich an als wenn ich aufwache oder auch neu geboren werde, klarheit tritt in mein leben. ich brauche meine geschichte nicht mehr auf andere projizieren. das macht mein leben unglaublich leichter und freier.
mein ego fällt nach und nach ab, meine ängste lösen sich auf.
es ist oft ein langer prozess, aber wenn ich diesen weg wähle, wähle ich damit auch den weg in die freiheit und in meine unabhägigkeit.
es lohnt sich dranzubleiben und nicht aufzugeben.
wir sind gut so, wie wir sind und alles andere ist auch gut so wie es ist.
aus dieser annahme heraus können wir die besten lösungen für uns finden.
ihr habt alle schon eine menge geschafft und alles braucht seine zeit, es kann sogar spannend sein sich selbst auf die spur zu kommen, manchmal ist es zum weinen und manchmal ist es zum lachen und das ist das leben.
es gehört mit dazu.

